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Zweiter Band Berliner Medaillen Das Invalidenhaus (Medaille von Vestner, 1748)

Full text: Vermischte Schriften im Anschlusse an die Berlinische Chronik und an das Urkundenbuch (Public Domain) Issue 2 Zweiter Band (Public Domain)

Tafel * 
(Medaille von Vestner 1748.) 
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Die »Brandenburgischen historischen Münzbelustigungen« von IJ. J. Spies, Anspach 1769, enthalten im 11. Theil, Seite 1 ff, 
die folgende Beschreibung der hier von Hermann Müller nach dem Original in Holz geschnittenen Medaille. 
Gedächtnismünze auf die feierliche Einweihung des großen und prächtigen Jnvalidenhauses zu 
Verlin , vom Jare 1748. 
Di: Hauptseite zeiget des Königs Brustbild von der rechten Gesichtsseite, im Harnisch und darüber geschlagenen Gewand, mit dem 
umhangenden preusischen Adlerorden. Unter der Schulter stehet der Name des ehemaligen berümten nürnbergischen Medaillers 
Vestners. Die Umschrift ist: FRIDERICVS BORVSSORVM REX. d. i. Sriderich, König in Preusen. 
Die Nukseite präsentiret die Fronte, des grosen und weitläuftigen Invalidenhauses, nebst einem Theil der Strasse, auf 
welcher es stehet, und einigen Personen, welche diese Strasse wandeln. In der Höhe zeigen sich einige Wolken. Die Umschrift heisset: 
MILI'TI INVICTO FATIGATO QVIETEM. d. i. Zur Ruhe für den unüberwundenen und abgematteten Soldaten. Im 
Abschnitte lieset man in drei Zeilen: INUABITAT.us & INAVGVRAT.us BEOLIN.i. M.ense NOV.embris MICCXXXKVIIT 
das ist: Bezogen und eingeweihet, im Monat Uovember 1748. 
Historische Erklärung. 
Unter allen Unbilligkeiten und Ungerechtigkeiten, welche gekrönte Häupter begehen können, scheinet uns keine unverantwort- 
licher und unmenschlicher zu sein, als diese ; wen sic diejenigen Soldaten welche fürs Vaterland gefochten, in ihren Feldzügen grau, 
und durch Wunden oder Alter zu fernern Militairdiensten untüchtig worden, endlich abdanken und auser Brod sezzen. 
Wir geben es zu, daß man bei einem erfolgten Frieden, oder in einem verschuldeten Lande, dieienigen ihrer Dienste entlasse, 
welche noch iunge, stark, und sich selbst zu erhalten im Stande sind; aber dieienige so schlechterdings und ohne alle Gnade fort- 
schikken, welche blos die Gebrechlichkeiten des Alters oder die Narben und Wunden, welche sie im Kampf fürs Vaterland bekommen, 
ferner zu dienen verhindern, dieses ist wahrhaftig unbarmherzig und grausam! 
Gibt doch der sonst eben nicht alzumenschliche Muselman, seinem Kamel, welches mit ihm den gefärlichen Zug nach Mecca 
gethan, und so manchen wütenden Anfall der streifenden Araber ausgestanden, aus heiliger Einfalt und Dankbarkeit seinen lebens- 
würigen und gemächlichen Unterhalt, warum solte ihn nicht der tapfere Soldat verdienen, der sv wol als sein Herr ein vernünftiges 
Geschöpfe ist, und dessen Heldenmut er oft den grösten Theil seiner Hoheit und des Glükkes seiner Staaten zu danken hat. 
Berliner Medaillen.
	        
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