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Zweiter Band Berliner Medaillen Die St. Hedwigskirche (Medaille P. P. Werner)

Full text: Vermischte Schriften im Anschlusse an die Berlinische Chronik und an das Urkundenbuch (Public Domain) Issue 2 Zweiter Band (Public Domain)

Die St. Hedwigskirche. 
(Medaille von P. P. Werner.) 
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Die »Brandenburgischen historischen Münzbelustigungen« von J. J. Spies, Anspach 1768, enthalten im 1. Theil, Seite 281 ff, 
die folgende Beschreibung der hier von H. Müller und H. Schmidt nach dem Original in Holz geschnittenen Medaille. 
Eine fürtrefliche Medaille, auf die Erbauung der neuen katholischen Kirche, zu Berlin. 
Di Hauptseite stellet die Fronte der prächtigen Kirche vor, mit der Ueberschrift: ECCLES. ia CATHOLICOR. um BEROLIN. ensis, 
d. i. Die katholische Kirche zu Berlin. Darunter ist der Name, des künstlichen Meisters zu lesen, welcher den Stämpel zu dieser 
Schaumünze verfertiget, nämlich : P. eter P.aul WERNER. €. ecit. 
Die Rukseite hat in einer sehr zierlichen schildförmigen und zu beiden Seiten mit zweien Hörnern des Ueberflusses ver- 
sehenen Einfassung, in zehen Zeilen folgende Schrift: FRIDERICI REGIS CLEMENTIK MONVMENTVM S.anctze 
HEDVVIGILI SACRVM ANG.elus MAR.ia QVIRINVS S.anctz R.omanz: E.coeleSiae CARDIN. alis SVO AXKRE 
PERFECIT. d. i. Dieses Denkmal von Rönigs &riederichs Gnade, welches der heiligen Hedwig gewidmet ist, hat Ange- 
lus Maria Quirinus, der heiligen römischen Kirche Rardinal, mit seinem Gelde, oder auf seine Kosten zu Stande gebracht. 
Die Münze wieget in Silber 3. auch 4. Loth. 
Historische Erklärung. 
In einigen Schriften, in welchen von dieser Kirche Meldung geschiehet /*) findet man zwar Nachricht, daß zum Gedächtnis 
derselben eine Münze gepräget worden, welche auf der einen Seite des Königs Brustbild, auf der andern aber folgende Schrift 
haben solle: FAVYORI SVO RELIGIO ROMANO - CATHOLICA DIE XII. JVLII MDCOXLVII. Alleine von der- 
jenigen welche unsern heutigen Münzbogen zieret, wissen sie nichts. Das noch sehr mangelhafte Recueil des Medailles pour Servir 
a | histoire de Frederic le Grand, zeiget gleichfals weder die eine, noch die andere, im Abstich, und wir müsen selbst gestehen, 
daß uns erstere, mit dem Brustbilde des Königs, no< nicht unter das Gesichte gekommen, ob wir gleich selbige aufzutreiben bishero 
weder Kosten noch Fleis gesparet. Indessen hoffen wir doch, sie noch vielleichte vor Ende dieses Jares zu erhalten, und unsern Lesern 
vorzeigen zu können. 
Haben wir nun im vorhergehenden Bogen von einem neuen herlichen veformirten Tempel zu Berlin gehandelt, so wird 
es nicht unschiklich sein , wen wir bei Gelegenheit der gegenwärtigen Münze einige Nachricht von der so schönen Kirche ertheilen, 
welche in eben dieser königlichen Residenz die katholischen Religionsverwanten zu bauen, die allergnädigste Freiheit erhalten. Die 
Ursachen welche Jhro Maiestät, den König mögen beweget haben, diese allergnädigste Freiheit zu ertheilen, werden sehr verschieden 
angegeben. 
Einige halten dafür, der König habe dadurch desto ehender von denen katholischen Reichsmitständen die Garantie von 
Schlesien zu erhalten gehofet, welche selbiger mit so vielem Eifer gesuchet, und welche gleichwol in Ansehung dessen, daß man auf 
jener Seite vermutete, es mögte die katholische Religion, würklich dadurch ins Gedränge kommen, oder wenigstens ihre fernere Aus- 
breitung in Schlesien gehindert werden, ihm sehr erschwehret werden wolte. 
Andere glauben, der König habe Jhrer päbstlichen Heiligkeit ein Kompliment machen, und da selbige wegen der eigen- 
mächtigen Ernennung des Fürsten von Schafgotsch zum Bischof von Breslau, sich einigermasen beleidiget gefunden, sic) wider 
durch die Verstattung dieses prächtigen Kirc<enbaues mit Ihnen aussöhnen wollen. 
Jnzwischen mag doch der Hauptbeweggrund darzu alleine in der tiefen Einsicht und Statsklugheit des Königs zu finden 
sein. Ex, dem es um nichts mer als um die Aufname seiner Staten, und den Flor der Kommerzien, um die Bevölkerung des Landes 
und Vermerung der Unterthanen zu thun ist, er siechet wol ein, daß nichts mer diese Absicht hindere, als ein fürchterlicher Gewissens- 
zwang, und daß hingegen selbige nichts mer befördere, als eine vernünftige Dultung der Religionen und die einem ieden überlassene 
*) S. Des berümten Herrn Rektor Küsters Alt und Keues Berlin Th. 111. S. 590. Denkwürdigkeiten Sriederichs des Grosen. 
S. 460. Voljtändige gelährte Seschichte des Weltweisen auf dem Thron, Th. 11. S. 99. u. s. w. 
Berliner Medaillen. 
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