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Full text: Vermischte Schriften im Anschlusse an die Berlinische Chronik und an das Urkundenbuch (Public Domain) Issue 1 Erster Band (Public Domain)

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Die Familie Ryke. 
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Wi: historisch feststeht, waren unter den deutschen Ansiedlern, welche bald nach der Eroberung der Mark durch Albrecht den Bären 
sic) in Berlin und Cöln niederließen, viele Niedersächsische Familien, zu denen auch die Familie Ryke gehörte. 
Der Name dieser Familie findet sich in Urkunden des 14. und 15. Jahrhunderts auch Nike, Ricke, Rich und später Reich 
resp. Reiche geschrieben, in lateinischen Documenten wird sie mit Dives bezeichnet. 
Schon im 14, Jahrhundert begegnet man sowohl in Berlin als in Cöln, Mitglieder dieser Familie mit gleichen Vornamen, 
so daß die Identität derselben mit Gewißheit selten nachzuweisen ist. So viel geht indessen aus den verschiedenen Kauf- und 
Bestätigungs - Urkunden hervor, daß die Ryken in Berlin und die Ryken in Cöln ein und dieselbe Familie waren. 
Der ersten Erwähnung eines Mitgliedes der Familie Ryke in Berlin und zwar des 
Iohann Ryke 
geschieht als Zeuge in einer Urkunde vom Jahre 1326, durc) welche der Markgraf Ludwig eine Schenkung zur Stiftung eines Altars 
in der hiesigen Nicolai-Kir<e bestätigt. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß dieser Johann Ryke 1335 Bürgermeister in Berlin 
gewesen ist, obgleich ex im Jahre 1343 nur als Rathmann in der Vollmacht erscheint , welche der Rath von Berlin und Cöln dem 
Bernd von Zuden ertheilte, um mit dem Papste wegen Befreiung der Städte von dem über sie, wegen des ermordeten Propstes 
von Bernau verhängten Bannes, zu unterhandeln. 
Wenn Johann Ryke 1326 als Zeuge fungirte, so muß er um 1290 geboren sein und kann daher der Bernhard (Bernd) 
Ryke, welcher in einer Urkunde vom 17. September 1351, durch welche der Markgraf Ludwig der Aeltere das Schulzenamt in 
Bernau an Betekin Botel verleiht, als Zeuge aufgeführt wird, sehr wohl ein um 1320 geborner Sohn desselben gewesen sein. 
Bernhard besaß, soviel bekannt, in Gersdorf die Pacht von 13 Hufen, in Derwiz 9 Stücke Geldes und war in den Jahren 1361, 
1363, 1365, 1367, 1369, 1371 und 1373 Bürgermeister in Berlin. Er ist wahrscheinlich 1378 gestorben , denn unterm 25. Mai 
dieses Jahres erkennen die Söhne des »verstorbenen Bernhard« , Hans und Bernhard, die Verpflichtung ihrer Dörfer Herzendorf, 
Janshagen und Wirichsdorf zu Dienstleistungen an die Herren von Zossen an. Der lekßtgenannte Sohn, Bernhard, soll 1417 
Bürgermeister in Berlin gewesen und noch in demselben Jahre gestorben sein. Ein Enkel des 1378 verstorbenen Bürgermeisters 
Bernd Ryke, war Bernd Ryke, von dem es jedoch unerwiesen bleibt, ob er der Sohn von Hans oder Bernhard gewesen ist, obschon 
die Annahme, daß Letterer sein Vater war, wegen des gleichen Vornamens viel für sich hat. Dieser Bernd, auf den weiter zurück- 
gekommen wird, wurde ebenfalls Bürgermeister in Berlin und er war es, dessen Regierung für die Stadt sv verhängnißvoll wurde. 
Die Mitglieder der Familie Ryke in Berlin besaßen nach dem Landbuche Kaiser Karl IV. vom Jahre 1375: 
in Schmargendorf: einen Wispel Roggen vom Markgrafen, 
in Malow: einen Wispel Roggen und 8 Scillinge von der Bede, sowie 4 Schillinge Zins vom Markgrafen ; 
in Wiesenthal: von 4 Hufen 1 Wispel Roggen und 1 Wispel Gerste ; 
in Weißensee: Pacht, Zins und Bede von 4 Hufen; 
in Rüdniß: 15 Scheffel Roggen vom Markgrafen ; 
in Werfphul: zusammen mit den Ryken in Cöln 6 Hufen; 
in Bredow: 5 Stüc>e Geldes als Lehn von Mathias von Bredow ; 
in Danewiß: Pacht und Zins von 6 Hufen vom Markgrafen ; 
in Grünthal: die eine Hälfte des Dorfes ; 
in Potsdam: 4 Pfund von der Fischerei. 
Von den in Cöln ansässig gewesenen Mitgliedern der Familie Ryke erscheint zuerst, und zwar ebenfalls ein Johann, als Bürger 
daselbst und Zeuge in Urkunden vom Jahre 1336 und 1337. Dieser ist unzweifelhaft identisch mit dem Johann Ryke, welchem der 
oberste Gebietiger des Johanniter-Ordens, Herrmann von Werberg, unterm 23. April 1344 bescheinigt: daß er ihm und seinen Erben : 
das Schulzengut in Marienfelde mit 3 Hufen und dem damit verbundenen Rechte der Präfectur des Bischofs, 
außerdem noch 11 Hufen, 2 Hufen zum Schulzengerichte, 5 zum alten Hofe Biesenthal's und 4 zum Hofe 
Stephan's gehörige Hufen, mit dem Rechte von jeder Hufe % Mark Brandenburgischen Silbers und Gewichtes 
zu erheben, 
verkauft habe. 
Berliner Geschlechter. 
„AT er
	        
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