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Der Berlinischen Urkunden zweite Abtheilung: die Zeit der baierischen Fürsten von 1324 bis 1373

Full text: Urkunden-Buch zur Berlinischen Chronik / Voigt, Ferdinand (Public Domain)

1334 63 
dat, dat en gen vrouwe nochte Juncvrouwe von - spangen oder an Geschmeide mehr an sich tragen soll , als 
moüwenspancgen oder von gesmyde me tragen en sal, eine halbe Mark wiegen mag, und von feinen Perlen sollen 
wen eyn halue marc >ewegen mach, vnde von fynen ' sie nicht mehr tragen, als die eine halbe Mark werth sind. 
parlen en solen sy nicht me tragen, wen dy eyner Ferner soll keine Frau noch Jungfrau goldgestreifte Stoffe 
baluter marc werdich synt. OP en sal en geyne tragen oder goldene Reiser. Auch soll feine Jungfrau 
vrouwe nochte Juncvrouwe tracten &>oltstripede düke einen Kranz tragen, der mehr werth ist als eine Mark. 
nochte gülden rysen. En &eyne Juncvrouwe ok me Weiter wollen wir, daß keine Frau oder Jungfrau Zobel 
tragen en fol wen eynen cranltz beneden einer marc. oder Borten auf ihren Kleidern oder ihren Mänteln tragen 
Mer so wil wy dat, dat en >eyne vrouwe nochte soll. Ferner wollen wir, daß ein jeglicher, es sei Frau 
Juncvrouwe tzabel oder borden tragen solen vp ir oder Mann, bei ihren geschworenen Eiden zu ihren Hoch- 
cleyder oder vp ir menttel. Ok so wil wy, dat eym zeiten nicht mehr von Bürgern an ihren Tisch seen sollen, 
izleke, it sy vrouwe oder man, by gesworen eyden tu als zu vierzig Schüsseln, und zehn Schüsseln für die Auf- 
iren hochtyden nyc< me von borgere went tu virttich wärter und drei Schüsseln für die Spielleute. Der Spiel- 
Schotelen setten scholen tu jren disge vnde teyn sc<o= leute soll man sechs nehmen und nicht mehr; und fünf 
telen tü den drosten vnde dry Schotelen tu den spelez Gerichte soll man zur Hochzeit geben, und zwei Leute zu 
luden. Der Spelelude sal man sesse beganen vnde jeder Schüssel sezen und nicht mehr. Ferner wollen wir, 
nYyc<t me; vnde vyf gerychte. sal man geuen tü der wenn die Jungfrau zum Manne gegeben wird oder eine 
bochtyt vnde twe lude tu der Schotelen setten vnde Frau sich wieder verheirathet, was man dann ihnen giebt, 
nYht me. So wil wy' ok, dat wen die Juncvrouwe das gönnen wir ihnen von Herzen und das sollen sie be- 
tü manne wert >egteuen, oder eyn vrouwe sich voran= halten und Niemandem zurückgeben. Weiter, wenn eine 
deret, wat man en geücet, des gunmne wy wol, vnde Frau nach einem Kindbette zur Kirche geht, so soll sie von 
dat scholen sy behalden, vnde scholen niemant niht Frauen nicht mehr bitten als zu drei Schüsseln , und soll 
weder geuen. Mer wen eyn vroüwe von eynen ihr Niemand Geschenke geben. Ferner wollen wir, daß 
Kynde tü der kercken gevt, dy en sal von vrouwen Niemand nach dem lezten Geläute die Schenke besuchen oder 
ny<t me bydden, wen tu dren schotelen, vnde ir sal BWVBier schenken soll; wo man das findet, da soll man den 
ok nymant nicht geüen. Aver so wil wy, dat ny-z Wirth mit den Gästen pfänden. Nach dem letzten Läuten 
mant nach der lesten clocken tauernen sal, nochte byr soll auch Niemand auf der Straße tanzen, es sei Frau oder 
scenken; war man dat bevindet, dar sal man den wert Mann. Ferner soll Niemand um mehr kegeln oder wür- 
met den «testen panden. QUPach der lesten clocken of feln, als um fünf Schillinge. Endlich wollen wir, wenn 
nymant vp der straten danlzsen sal, it sy vrouwe oder jemand außerhalb unserer Städte eine Frau oder Jungfrau 
man. OX en sal nymant hoger oder mer bozcen oder ehelichte, und die Frau oder Jungfrau brächte großes Ge- 
dobbelen, went vp vif schillvnc&xe. Tu den lesten, so schmeide mit sich in unsere Städte, so dürfen sie das einen 
wyl wy dat, jz dat ymant büten vnsen steden vrowwe Monat hindurch tragen, also vier Wochen, und nicht länger. 
oder Juncvrouwe neme, brechte dy vroüwe oder Und wer diese Bestimmungen verleßt, der soll den Rath- 
Juncvrouwe groz gesmpyde in vnsen steden, dat s<olen mannen zehn Mark geben, und wer Fürbitte einlegt, soll 
|V tragen eyne mane tyt, dat iz vir weken vndenyc< me. ebenso viel geben. Geschehen und gegeben am Sabbath in 
Vnde wy dar breken desse statüten, dy solen geuen der Octave da pacem, unter den Siegeln unsrer Städte 
den Ratmannen teyn marc, vnde wy dar vor byddet, im Jahre des Herrn 1334. 
dV sal ok so vele geuen. Actum et Datum Sabbato 
infra octauam pace; nostrarum cinitatum sub sigillis. 
Anno Domini M*CCC* tricesimo quarto. 
Riedel, Cod. dipl. Brandenb. Supplementbd. S. 227 f., nach dem Original. =- Berl. Chronik. S. 76f 
AAL, 
Markgraf Ludwig stiftet zum Gedächtniß des Grafen Heinrich von Schwarzburg einen Altar in 
der Marienkirche zu Berlin, am 25. November 1334. 
Anno MCCCXXNXIV (die beate Catharine in | Im Jahre 1334 (am Tage der h. Katharina in der 
einitate Templin). In nomine domini amen. Cum | Stadt Templin). Jm Namen Gottes Amen. Indem 
Justitia Sit mater et gubernatrix omnium aliarum vir- die Gerechtigkeit die Mutter und Leiterin aller andern Tu- 
tutum tribuens vnicuique quod suum est, deo vide- genden ist, theilt sie einem Jeden zu, was ex Gott, sich 
licet, Sibi et proximo, Deo ut ipsum colat, Sibi vt selbst und dem Nächsten schuldet , Gott, daß er ihn verehrt, 
Doneste vivat, Proximo vt ipsum non ledat. Qui sich selbst, daß ex ehrsam lebt, dem Nächsten, daß er ihm 
Vero deum non colit, honeste non vivit, proximuam feinen Schaden zufügt. Wer aber Gott nicht verehrt, 
ledit, jannam eterne beatitndinis ibi claudit et Bra- nicht ehrsam lebt, dem Nächsten Schaden zufügt, der ver- 
uium foelicitatis perpetue non attingit. Nos itaque schließt sich die Thür der ewigen Seligkeit und erlangt 
Ludovicus, dei gratia etc., deuoto corde conside- micht den Preis immerwährendes Glückes. Indem daher 
Yantes vestigia equi iusticie et ea, que cultum dini- wir Ludwig, von Gottes Gnaden 2c. andächtigen Herzens 
Num respiciunt, augmentare, publice recognosecimus den Fußstapfen der Gerechtigkeit zu folgen und das, was
	        
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