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Der Berlinischen Urkunden zweite Abtheilung: die Zeit der baierischen Fürsten von 1324 bis 1373

Full text: Urkunden-Buch zur Berlinischen Chronik / Voigt, Ferdinand (Public Domain)

60 1334 
petrati dinoscatur subtractus ipseque de emenda verübten Todtschlages entzogen ist, und jener sich nicht mit 
nolit stare contentus debita et condigna: Id ceireo dem geseßlichen und angemessenen Strafgelde genügen lassen 
Sinceritati tue committimus et mandamus, quatenus, will, sv übertragen und gebieten wir deshalb deiner Liebe 
nisi prefatus curatus infra certum terminum acceptet in sofern, daß vorbesagter Pfarrer in einer bestimmten 
emendam, quam Sapientes ibidem duxerint arbitran- Frist das Sühnegeld, das die Sachkundigen daselbst bestim- 
dam, ad privationem ipsins procedas, vna eum men zu müssen glaubten, nicht annimmt, zur Entsezung 
ilustri Ludovico marchione Brandenbur- desselben im Verein mit dem erlauchten Markgrafen 
g ensi, Principe ac primogenito nostro chariss imo, Ludwig von Brandenburg, unserm vielgeliebten Erst- 
Sic prompte, vt Tibi gratiam nostram exinde possis geborenen und Fürsten, zu schreiten, und zwar unverzüg- 
yvberius vindicare, et eandem ecclesiam parochialem lich, damit du um so mehr auf die Fülle unserer Gnade 
quoad spiritualia conferas Heinrico de Tsuden für die Folge rechnen darfst, und diese Pfarrkirche zur 
nostre contemplationis intuitu et amore harum testi- Pflege des Gottesdienstes an Heinrich von Zuden zu 
monio literarum. Datum Nurenberg anno Domini übertragen, bei unsrer Gnade und Liebe, kraft dieses Brie- 
millesimo trecentesimo quarto , feria quarta proxima fes. Gegeben zu Nürnberg im Jahre des Herrn 1334, 
ante palmas, Regni nostri anno vicesimo, Impert am nächsten Mittwoch vor Palmsonntag, im 20. Jahre 
vero Septimo. . Unsrer Königlichen und im 7. unserer Kaiserlichen Regierung. 
Fidicin , dipl. Beitr. IV. S. 15. -- Niedel, Cod. dipl. Brandenb. 1., 8. S. 245. -- Berl. Chronik. S. 67* 
XY. 
Kaiser Ludwig fordert den Markgrafen Ludwig auf; den Pfarrer Heinrich zu Neustadt - Cbers- 
walde zu veranlassen, in Betreff des ermordeten Propstes von Bernau, seines Bruders, die 
ihm zuerfannte Buße anzunehmen, damit Berlin und Cöln vom Jnuterdicte befreit werden, 
am 16. März 1334. 
Ludouicus, dei gratia Rom. imperator, Cudwig,/ von Gottes Gnaden römischer Kaiser, 
Semper Angustus , illustri Ludouico Marchioni allezeit Mehrer des Reichs, dem erlauchten Markgrafen 
Brandenburgensi, primogenito Suo carissimo, Ludwig zu Brandenburg, seinem vielgeliebten Erstge- 
gratiam Suam et omne bonum. Nostre jam Sepius bornen, seine Gnade und alles Gute. Es kam unsrer 
innotuit majestati, quod cinitates Berlin et Colna Majestät schon wiederholt zu Ohren, daß die Städte Ber- 
et tota uniuersitas ibidem ex parte Henrici, curati lin und Cöln und die gesammte Bürgerschaft daselbst von 
Parochialis ecclesie in Kuerswalde, occasione eur Seiten Heinrichs, des Pfarrverwesers der Kirche zu 
Jusdam homicidii in persona fratris evi hine retro GEber8walde, in Folge eines an der Person seines Bru- 
Perpetrati interdictorum et Sententiarum plurium in ders vor Kurzem gewaltthätig verübten Todtschlages durch 
non modicum detrimentum galutis animarum homi- Inuterdicte und mehrfache Sentenzen schon lange Zeit zu 
num inibi habitantium jam longo tempore ruinas nicht geringem Schaden des Seelenheils der daselbst Woh- 
Periculosas Sustinuerunt, et nichilominus adhuc per nenden gefährliches Ungemach erduldeten, und troßdem 
Suübtractionem dinini eultus et aliorum ministeriorum moch jekt durch Entziehung des Gottesdienste8 und der au- 
dispendia multifaria patiantur, ex eo quod prefatus dern heiligen Handlungen vielfältigen Abbruch erleiden, 
Henricus emendam, quam Sibi rei homicidit pre- deswegen, weil der vorbesagte Heinrich das Sühngeld, 
fati Semper fuerunt et Sunt parati facere, hucusqus welches ihm die des gedachten Todtschlages Schuldigen 
recusgauit et refutauit recipere debitam et condignam. immer zu zahlen bereit waren und sind, bislang anzuneh- 
Cum vero nee juri nec rationi aliqualiter consomam men sich geweigert und gesträubt hat, so gesezmäßig und 
videatur, quod propter aliquem talem casum prina- wdurchaus angemessen dieses Sühngeld auch ist. Da es 
tum, maxime cum emenda et gatisfactio offertur per aber weder mit dem Rechte noch mit der Vernunft irgend 
nocentes, que in jure vel arbitrio boni vel bonorum übereinstimmt, daß um eines solchen Privatfalles willen, 
virorum per omnia reputatur Sufficiens et habun- zumal wenn eine Sühnung und Genugthuung Seitens der 
dans, Christi fideles Sub tantis tenebrarum erroribus Schuldigen geboten wird, die im Rechte begründet und 
tanto Spatio temporis debeant educari ullo modo; mac) gutem Ermessen wackerer Leute allseitig für durchaus 
Ideirco dilectionem tuam SeriosisSime requirimus et befriedigend und hinreichend erachtet wird, die Christgläu- 
hortamur , nichilominus districtins injungentes, qua- bigen in solchen Jrrgängen der Finsterniß eine so lange 
tenus prefatum Heinricum ad presentiam tui statim Zeit auf irgend eine Weise belassen werden sollten, so for- 
Studeas citare et literis tuis presentialiter euocare dern wir auf und ermahnen wir deine Liebe nachdrücklichst, 
Statuendo Sibi terminum duorum mensium vel alium wund legen es dir streng ans Herz, wie du besagten Hein- 
arctum et competentem, infra quem acceptet et capiet rich sofort vor dich laden mögest und ihn augenblicklich 
emendam, quam sibi sapientes predictorum locorum durch einen Brief berufest und ihm eine Frist von zwei 
Super prefato homicidio vel Super his, que ei ex Monaten oder eine andere furze und ausreichende Frist zu 
eodem emergenti competere possent, duxerint arbi- bestimmen, innerhalb welcher ex die Sühne annehmen soll, 
trandam. Quod si facere fortasse renuerit ex tune die ihm die Sachverständigen gedachter Orte für den 
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