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Der Berlinischen Urkunden erste Abtheilung: die Zeit der Askanier von 1232 bis 1323

Full text: Urkunden-Buch zur Berlinischen Chronik / Voigt, Ferdinand (Public Domain)

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Vortmer dat der Muntmestere Zudere ghene Bussen Ferner sollen die Hüter der Münzmeister keine Büchsen 
sollen hebben, wan die em de Radmanne antwerden, und haben als nur die, welche ihnen die Rathmannen über- 
umme scal den Zuderen hene Bussen untwerden, hen geben, und wiederum sollen den Hütern keine Büchsen ge- 
bhebbe erst ghesworen vor die Ratmanne, dar di Munt-= geben werden, ehe sie vor den Rathmannen der Stadt, in 
mestere wonen, unde wen di Muntmestere scolen riden welcher die Münzmeister wohnen, geschworen haben. Wenn 
tu der Rekenscap, so scolen si met sich vuren tuey Ratz die Münzmeister zur Rechnungsablegung reiten, so sollen 
man ut der Stat, dar si wonen, unde di scolen horenere sie zwei Nathmanne aus der Stadt, in welcher sie wohnen, 
Rekenscap: unde eyn eyYsilich Bürger mach sin Siluer mit sich führen , und diese sollen ihre Rechnungsablegung 
vorkopen, war be wil in der Marke tu den Munt= anhören. Jeder Bürger kann in der Mark sein Silber an 
mesteren unde sie dat he sulke pennintte untfa, dat he den Münzmeister, wo er will, verkaufen, aber er sehe, daß 
eyme isliken anderen Menscen moge gewaren, also die er solche Pfenninge empfange, mit denen er andere Menschen 
Muntmestere deit, unde die Muntmestere scolen sesteyvne zufrieden stellen könne, wie der Münzmeister thut. Die 
alde Pennincte vor eynen nigen Scilinc nemen, unde Münzmeister sollen 16 alte Pfenninge für einen neuen 
wenne die Penninge irst utan, so scolen >euen die Schilling nehmen, und wenn die Pfenninge zuerst ausge- 
Muntmestere vif unde tuintich) Scillingte vor die Marc, geben werden, so sollen die Münzmeister 25 Schilling für 
unde scolen wetten ore Pennincte eyme isliken Manne, die Mark geben, und sie sollen ihre Pfenninge jedem 
deme sie Siluer aue copen, unde die Joden scolen «hen Manne, dem sie Silber abkaufen, zuwiegen. Die Juden 
Siluer copen, sie scolen sich eres Wuckeres began unde sollen kein Silber kaufen, sie sollen ihren Wucher unter- 
scolen ghewaren den Lhüden also evn islich bederue lassen und sollen den Leuten den wahren Werth geben, wie 
Mensche mit dun, unde >hen Rersten oder Jode scal ein jeglicher biederer Mensch thun muß, und fein Christ 
sich des Müntmesteres Wissele underwinden. Vortmer oder Jude soll den Stempel des Münzmeisters gebrauchen. 
eyn islic) Copman mach Siluer copen, unde wat be Fortmehr mag ein jeder Kaufmann Silber kaufen und 
wil met den Penninten de he mit siner Waren het was er sonst will, mit den Pfenningen , die er für seine 
>4bekhoft. Dat desse Din unuorwandelet blinen, des Waaren eingenommen hat. Damit diese Dinge unver- 
hebbe wi dessen Breif met unsen Incgbesegellen besez ändert bleiben, haben wir mit unserem Siegel diesen Brief 
>ellet. Desse Din sint >eschen na Godes Bort dusent besiegelt. Diese Dinge sind geschehen nach Gottes Geburt 
Jar, drehundert Jar in deme tve unde tvintettesten 1322 Jahr, am St. Hippolytustage, zu Berlin. 
Jare, an Sunte Ppolitus dage tu Berlin. 
Niedel, Cod. dipl. Brandenb. I., 9. S. 20. Das Original befindet sich im Geh. Staats - und Cab. - Archive. 
LV. 
Herzog Rudolf von Sachsen überläßt den Städten Berlin und Cöln alle Rechte über die Juden, 
welche sich in beiden Städten befinden, am 10. Mai 1323. 
In nomine Domini Amen. Rudolphus, dei In Gottes Namen. Amen. Rudolf, von Gottes 
gratia Dux Saxonie, Angharie, Westphalie, Gnaden Herzog zu Sachsen, Engern und Westfalen, 
Comes in Bren et Burchgranuius in Magde- Grafzu Brena und Burggraf zu Magdeburg, = 
burg, -- nostris civitatibus Berlyn et Colonia schenfen und verleihen unsern Städten Berlin und Cöln 
et omnibus vostris einibus nunc et in futuris tempo- wund allen unsern Bürgern, die jekt und in Zukunft dort 
ribus inibi residentibus vninersos et Singulos nostros wohnen, alle unsere Juden insgesammt, welche in den ge- 
Iudeos in predictis cinitatibus nunc et in perpetwum mannten Städten jekt und in Zukunft wohnen, mit allem 
reSidentes cum omni proprietate, cum omni Jure et Eigenthum , mit allem Recht, Nutzen und Ertrag, und das 
vtilitate ac vSsufructibus nec non predicetorum Indeo- Eigenthum der besagten Juden, wie wir selbst die Juden 
rum proprietatem quemadmodum ipsos habuimus gehabt haben, für ewige Zeiten zu einem stillen, friedlichen 
Judeos damus et donamus perpetuis temporibus pos- Besitze und Eigenthume. Damit aber nicht über diese un- 
Sidendos et habendos pacifice et tranquille. Ne igi- sere Schenfung, welche aus unserem freien Willen hervor- 
tur Super hac nostra donatione que ex mero nostro gegangen ist, in Zukunft irgend Jemandem ein Zweifel 
processit arbitrio in posterum alicui aliquod oriatur entstehe, und damit sie nicht von unsern Nachfolgern um- 
dubium et a nostris non infringatur Successoribus gestoßen werde, so haben wir gegenwärtigen Brief darüber 
Ppresentes literas conscribi jussimus et manimine nostri schreiben und mit unserm Siegel fest und kräftig bestättigen 
Sigilli fecimus firmiter roborari. Testes hujus rei Sunt lassen. Deß sind Zeugen: Herr Nikolaus, Propst 
Dominus Nicolaus, prepositus in Bernowe, in Bernau, Albrecht, der ältere, von Lossow, 
Pezko Seniordelussowe, Johannes de Glyn- Johann von Glindenberg, Lofer, Heinrich von 
denberch, Loserus, Hince de Warmstorp.Hin- Warmstorf, Heinrich Schenk von Schenkendorf, 
ricus Schenke de Schenkendorph, nostri mili- unsere Ritter, Heinrich Mosolf, Ebel von Blanken- 
tes, Hinricus MoSsolf, Ebele de Blankenburch, burg, unsere Knechte, und andere Glaubwürdige mehr. 
nostri famnli et quam plures alil fide digni. Datum Gegeben zu Spandau, im Jahr des Herrn 1323, 
Spandowe, Anno Domini Millesimo tricentesimo BDienstag vor dem Pfingstfest. 
vicesimo tertio, seria tertia ante festum Pentecostes. 
Riedel, Cod. dipl. Brandenb. Suppl., S. 224f. =- Verl. Chronik. S. 63. 
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