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Der Berlinischen Urkunden fünfte Abtheilung

Full text: Urkunden-Buch zur Berlinischen Chronik / Voigt, Ferdinand (Public Domain)

500 1542 
an sic) haltten vnd verziehen; damit die Schmiede sie die ganze woche genug zu trinken haben, auf- 
albier zuuor ihre notturfft kauffen, vnd hernaher legen vnd bey solchem bier sitzen vnd trinken sollen, 
von ihnen nichts verteurett werden mügen. dadur<h dan die Weister an ihrer Arbeitt am höchsten 
Item so soll zu Berlin vnnd Cöln auf berürttem verseumett werden; welches ihnen zu mercklichen 
Schmiedehandtwerc> kein VIeister werden, er Pönne schaden gereicht, das vns alß dem Landesfürsten zu- 
dann drey Weeisterstüke, alß: ein hueffeisen, Mist- zusehen beschwerlich: vnd wollen, das solch vnord- 
forc>ke vnd eine gutte Ere machen, darin er niht zu nung in beiden vnsern Stedten mitt Bier auflegen 
straffen sey. der knechte hinfürder abgethan werde; vnd soll nun- 
Item wann einer VIeister werden wil, der niht mehr, bey meidung vnser straff vnd vngnade, von 
eines UTeisters Sohn ist, der soll zuuor drey Morgen- den Schmiedeknechten in der Wanderzeit nicht mehr 
sprachen, als ieder sprache in fünf wochen nach ein- alß eine Tonne bier aufgelegt werden, vnd wan die 
ander zu halten schuldig sein. Wann er aber eines außgetrunken, so soll ieder von denselben knechten in 
Mieisters Sohn ist, oder eines VTeisters Tochter oder seines UTeisters hauß gehen vnd der Arbeitt wartten, 
eine Widtwe desselben handtwerks nimbt, derselbe vnd soll darüber von den Schmiedeknechten niemandts 
soll drey morgensprachen in einem viertel Jahr oder gezwungen werden, das Jahr vber zu Bier zu geben. 
in dreyen Sontagen nad einander zu haltten, macht Darauf vns dann obgedahte Güldemeister vnd 
baben. Vnd wann einer Heister werden will, der- Alterleuthe vndertheniges fleißes gebetten, das wir 
selbe soll die Vreisterköste thun in deme was ein ihnen solche Artickel gnedigst confirmiren vnd bestet- 
ander gethan hatt, wie handtwerks artt vnd gewonn- tigen wollten; So haben wir angesehen ihre zimliche 
heitt ist; vnd soll auch alßdann schuldig sein, seinen vnd billiche bitte vnd ihnen vnd ihren L7ahkommen 
lebhr-, geburtts- vnd Adelbrieff fürzulegen. dieselbe gedachte Artickel, die sie an vns gelangett 
Ls soll auch hinfürder kein dorffschmidt in vnsern vnd zu confirmiren gebetten, gnediglich confirmirett 
Stedten Berlin vnd Cöln auf dem UTarkte oder sonsten vnd bestettiget: Confirmiren vnd bestettigen ihnen 
einige Rolen Lauffen vnnd derwegen teurung machen, vnd ihren Lcachkommen obgeschriebene Artickel in 
sondern sollen die an den örtten keuffen, da sie ge- rafft und macht diß brifes, vnmd wollen sie zu ieder 
brandt werden; wie sie von alters gethan haben. czeit dabey gnediglich schützen vnd handthaben; Alles 
EL5 wurde auc durch obberürtte Güldemeister getrewlich vnd vngefehrlic<. VrPkundtlich 2c. vnd geben 
vnd Altterleuthe des obgemelten handtwer>s an vns zu Cölln an der Sprew am Tage Visitationis Marie 
gar beschwerlichen geclagt, wie das die Schmiede- Anno etc. 1542. 
knehte in der Wanderzeitt ettliche Tonnen bier, das 
Aus einem alten Copialbuche des Kurmärkischen Lehns-Archivs. 
CCCCXAAXI. 
Kurfürst Joachim genehmigt die Ablösung des von mehreren Einwohnern zu Alt-Lands8berg zur Nikolai- 
kirche in Berlin jährlich zu zahlenden Ruthen- und Garten-Zinses, am 27. Dezember 1542. 
Wir Joa+FHim von Gots gnaden Marggraf zw ' doselbs in vnd vor alten Landsbergk gelegen, gestendig 
Brandenburg, des heiligen Romischen Reichs Ertz- gewesen vnd gebeten, denselbigen, weil er entzeln vnd 
kammerer vnd Churfurst, zw Stettin, Pommern, der von vielen zu ermhanen stunde, ablosen zu lassen; 
Cassuben, Wenden vnd in Schlesien zu Crossen bertzog, vnd haben wir demnac< z3wischen allen teiln durch 
Burggraf zw Lrurmberg vnd furst zu Rugen Bekennen vnsere Rethe handeln lassen, welche sie mit der parth 
vnd thun kundt hbiemit kegen menniglichen, als siH wissen vnd willen deshalb gantz vnd gar vortragen: 
zwischen vnsern lieben getrewen dem Rathe vnd vor- Also nahdeme im handel befunden, das berurtte 
stehern des gemeinen Fastens Sanct Lrüclas kirchen Zinße fast schwerlich vnd von viel leuthen alleine mit 
vnser stadt Berlin eins, Rathe vnd gemeine der stadt entzeln pfennigen zu ermhanen gewesen, haben der 
alten Landsberg anders teils, etliche mangel vnd ge- Rath vnd vorsteher des Fastens zu Berlin vorwilliget, 
brechen gehalten, also das der Rath vnd vorsteher solche Ruthen vnd gartten-Zinße alle mit einhundert 
gemelts Fastens zw Berlin von der von Landsberg gulden hauptsumma landleufftiger muntz ablosen z3U 
etlichen jerlichen Ruthen-Zinß, deßgleichen auch garthen- lassen, welchs die von Landsberg?k also angenhomen 
Zinß von den heusern vnd gartten daselbs, zu dem vnd bewilligt, den vorstehern des kastens zw Berlin 
geistlichen lehen Cecilie oder Clementis in gemelter berurtte einhundert gulden an landleufftiger munßze 
Sanct Liiclas PFirHen gelegen, welchs nhumals durc; vf 3wo tagtzeitten, nemlich die hbelffte als funffig 
vnsere visitatores in den kasten zw vnterhaltung der gulden vf Ostern schirst vnd die andern funftzig gulden 
kir<Hendiener vnd schulen vorordnet, gefordert, aber vf Viichaelis hernach abtzulegen vnd zw Berlin bar- 
dokegen die von alten Landsberg desselbigen Zinses uber zuuorreichen. Vnd do sie auch etlicher Retar- 
eins teils vf den heusern, gartten vnd vier huffen daten halb in rechnung gestanden, haben wir die-
	        
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