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Der Berlinischen Urkunden fünfte Abtheilung

Full text: Urkunden-Buch zur Berlinischen Chronik / Voigt, Ferdinand (Public Domain)

1540 239 
CCCCXIIL 
Kurfürst Joachim bestätigt einen Vertrag der Tuchhändler-Gilde zu Berlin und Cöln über Gewimmug 
ihres Gilderechts u. s. w., verordnet anch zu deren Gunsten, daß kein Ansländer in Städten und 
Dörfern der Mark Brandenburg Tuch verkaufen dürfe, und daß keinem Tuchmacher gestattet sein 
soll, anderes als von ihm bereitetes Tuch von der Elle zu verkanfen, am 29. Januar 1540. 
Wir Joa<Mim von Gottes gnaden Marggraffe Churfurstlichen gnaden gethan, vberantwortten. Do- 
zu Brandenburg?, des heiligen Romischen Reichs gegen hat vns vnser gnedigster herr der Churfurst 
Ertzcammerer vnd Churfurst, zu Stettin, Pommern, zu Brandenburg? 2c., auch die Rethe von beiden 
der Cassuben, Wenden vnd zu Schlesien zu Crossen stedten Berlin vnd CToln zugesagt, vnß zu schutzen 
„ZerzogP, Burggraff zu Lüurenberg? vnd furst zu vnd zu handthaben, das keiner, wer vnser gulde 
Rugen Bekennen vnd thun Pundt offentlich mit diesem nicht vnd vnser bruder ist, kein gewandt bei der 
brieffe vor vns, vnser Erben vnd nachfomen UTarg- Ellen schneiden soll, auch Pein außlender, so nicht in 
graffen zu Brandenburg? vnd sonsten Jdermennig- der UlIarcke zu Brandenburg? wonet, soll auch kein 
lichen, das vor vns erschienen seindt vnsere lieben Tuch in diesen beiden stedten oder bey vns auf den 
getrewen Guldeweister vnd gemeine bruder der marckten, viel weniger in den dorffern im Chur- 
gewandtschneider gulde alhie in beiden vnsern Stedten furstenthumb zu Brandenburgk, nach der Ellen ver- 
Berlin vnd Coln vnd haben vnß bericht thun laßen, schneiden oder verkauffen; wie wirs dann vor alters 
das sie vnder einander eine voreinigunge vnd vortrag? gehabt vnnd noch itzundt haben. Auch haben vns 
solcher gulde halber, nah alten herFomen vnd gebrauch, sein Churfurstlich Gnaden vnd die Rethe beider stedte 
vnd sonderlich) dem gemeß, wie es in vnsern vnd des zugesagt vnnd vorsprochen, das die Tuchmacher so 
Churfurstenthuims zu Brandenburg? fürnemlichen bei einen wonen oder andere die vnsre gulde nicht 
beuptstadt als Brandenburg?P, gehalten wirdet, auf- baben, kein schön (gefärbtes) oder ander Tuch hier in 
gerichtet vnd volnzogen hetten, welcher vortrag? von diesen beiden stedten Berlin vnd Toln schneiden vnd ver- 
wortt zu wortt also lautet wie hernach folgett: Zu kauffen sollen, deßgleichen auch nicht bei vns auf 
wissen, das sic bheudt dato Dornstags nach Valentini markte vnd dorffern verschneiden vnd verkauffen 
im Tausent funfhundert vnd sechs vnd dreissigsten sollen; allein ir eigengemachte gewandt, das sie selber 
Jar die guldemeister vnd gemeine bruder der gewandt- machen, wie dan der gebrauch von alters gewesen, 
schneidergulde beider stedte Berlin vnd Coln voreinigt das sollen vnd mügen sie woll alhier in diesen beiden 
vnd vortragen haben: Dieweil wir in erfahrunge stedten auch neben vnß auf den DIarkten verkauffen 
Fommen vnd eigentlich wissen, das ein Jglicher so vnd verschneiden: wie es den auch in vnser haupt 
in vnser hauptstadt BrandenburgP, der alda die Brandenburg? die Tuchmacher halten müßen, das sie 
gewandtschneidergulde haben vnd gebrauchen wil, kein ander Tuch nach der Ellen verkauffen müßen 
demselbigen so sie gewint vnd haben wil, vber die alleine ir eigengemachte gewandt. Dis alles wie vor- 
dreißig? gulden gestehet, vnd costunge an essen vnd berurt haben die guldemeister vnd gemeine brüder 
trinken; darauf haben wir guldemeisjter vnd gemeine der gewandtschneidergulde also beschlossen. Actum 
bruder der gewandtschneidergulde wie oben vns mit wie oben. -- Vnns darauff vnterthenigsts fleißes ge- 
einander vereiniget, beschlossen vnd vortragen, wer betten, inen solH< aufgerichten vortrag? vnd vor- 
vnser gulde haben vnd vnser bruder sein wil, der- einigunge als der Landesfurst zu confirmiren vnd zu 
selbige sol auc<4 dreißig? gulden geben, als nemlich bestettigen, als haben wir angesehen ihre zimliche vnd 
ffunffzeben gulden vnserm gnedigsten hern dem Chur- pilliche bethe vnd inen solch vortrag? vnd voreinigunge 
fursten zu Brandenburgk, zehen Gulden den Rethen in allen seinen puncten vnd Articeln, wie obstehet, auß 
von beiden stedten Berlin vnd Coln vnd funf gulden Churfurstlicher obrigPeitt gnediglich confirmiret vnd 
den brudern in der gewandtschneider gulde. Aber bestettigt, confirmiren vnd bestettigen den auch gegen- 
ein Iglicher, der in der gulde geborn ist oder wirdt, werttiglich hiermitt in Crafft vnd macht dieses brieffs 
vnd vnser bruder sein wil, sol das halbe theil geben: vnd wollen, das derselbe vortrag? vnd voreinigunge 
als vnserm gnedigsten hern achtebalben gulden, den nun vnd binfurder zu ewigen zeitten dermassen in 
Rethen von beiden stedten Berlin vnd Coln funf gulden, allen vnd iglichen seinen Puncten vnd Articeln stets 
vnd den brudern druttehalben gulden. Daßelbige vnd feste gehalten werden soll 2c. 2c. Zu Urkundt 
sollen die guldemeister der gewandtschneidergulde zu mit vnserm anhangenden Insiegel besiegelt vnd geben 
jeder zeitt, wan ein newer Bruder wirdett, das geltt zu Coln an der Sprewe Dornstags nach Convergionis 
von ime empfangen, vnd alle IJhar, wan man die Pauli na< Christi geburtt Tausent funff hundert vnd 
gulde belt, so viel gefallen ist, vnserm gnedigsten im viertzigsten Jare. 
bern oder dem Rentmeister, bei iren Pflichten, so sie 
Aus einem Copiarium des Königl. Kurmärk. Lehns-Arc<ivs. Gedr. bei Fidicin, Bd. Il. S. 337. 
Berlinische Urfunden. . 
1238 
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