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Der Berlinischen Urkunden fünfte Abtheilung

Full text: Urkunden-Buch zur Berlinischen Chronik / Voigt, Ferdinand (Public Domain)

u 1508 
CCCXX. 
Vertrag des Kurfürsten mit dein Rath zu Verlin wegen der Gerichte daselbst, am 27. Dezember 15058. 
Von gots gnaden wir Joachim 2c. Purfurfst entsetzen unnd die „Zalßgerichten also das sie oder 
und Albrecht gebruder VMarggraven zu Brandin- Ir nachkommen niemant peinlich nach der scherff 
burg 2c. Bekennen 2c. das wir uns aus beweglichen umb hanthbafftige that one unnser oder unnsfer 
ursachen unnd In fonderheit gemeinen nutz zum besten anwalden wo wir nicht In heymisch wern, wissen 
unnfern lieben getrewen Burgermeistern unnd Rat- und willen verhoren noc Richten lassen sollen, Es 
mannen unnser Stette Berlin und Coln unnser wern dann slechte peinliche sachen, als hawß- 
obern und nydern gericht halben In gemelten diebe und dergleichen thetter die der herrschafft 
unsern Stetten zu erhaltung gehorsam und for<t nicht fonnderlich verwant fein, jonnder unns davon 
bey Jren mitburgern gutlich vereinygt vertragen und antzeigung thun, alßdann wollen wir verschaffen das 
die bevolben haben und wir verebnigen vertragen Inen uff ir ansuchen geburlichs Rechtens nicht foll 
unns mit Inen und bevelhen yenen unnser ober und geweygert werden, Auch behalten wir unns diese 
nyder gericht gegenwurttiglich volgender weys und straff uber unser wesentlich hoffgesindt und muntzer, 
maß Inn crafft und macht dits brives, also das Sy also so yemant von unserm wesentlichen hoffgesindt 
und Ir nac<Fomen nue binfur soliche unjser ober was ungeburliches das mercklich straffbar were fur- 
und nyvdern gerichte, mit allen und yglichen gerichts- nemen worde, Sollen sie macht haben die dur ir 
fellen, Bussen, straff und sunst allenn andern nutzungen Diener annehmen und wo es bey tag ist, von stund 
und gerechtigkeyten In massen unser lieber «Zerr und unns oder unsern amptleuten ubergeben, wehr es 
Vater seliger gedechtnus und wir bißher gehabt und aber bej nacht Alßdann In Jrer verwharung halten 
besessen, vor unns und unser berrschafft ungehindert und des morgens unns oder unnfern amptlewten 
getrewlich besqtellen, gebrauchen und genissen mogen, Antworten, Alsdann wollen wir uns der billickeit 
doh das sie mit fleis getrewlich Jren pflichten nach nach mit jtraff gegen denselben wol wissen zu halten, 
bev Jren mitburgern In allem Regement eine die Straff unnfer UTuntz halben uber unnfern Muntz- 
Rechte pollicey dem gemeinen nutz zu gut ver- meister und seine muntzer gesellen, die wir gleich 
ordnen, Rechte gewicht, elle, maß und ander nott- anderm unserm hboffgesind In unsern sonderlichen 
durfft wie sich geburt setzen und erhalten, auc<h den schutz und schirm uffgenomen, foll uns aud) vorbe- 
Goltsmiden und PFannengiesfern In Ir arbeypt halten fein. Alle erbfelle von unechten oder fromden 
sehen und verschaffen, damit billicher weise gehandelt lewten, die one erben versterben soll uns und unjer 
werde unnd wo ymant In dem ungehorsam befunden, herrschafft zusteen und volgen, deßgleichen alle bruche 
den oder dieselben nad) gelegenheit der ubertrettung, umd felle f0 sich von Engerung oder verpawung 
gleich durch aus den Reichen als den Armen straffen des freyen Stroms uff der Sprew und ander 
und zu gehorsam bringen, auch nyemant noch PFeyner- übertretung so fich uff demselben freyen strom begeben 
leb daran verschonen, "Es foll auch ein vgliche Stat mochten Sollen Inn unfer unnd unser berrschafft 
zTemlich die von Berlin uber Ir mitburger und straff bleyben und sunst nymands In dem zu erlawben 
die von Toln auch uber ire mitburger ungehindert noc: zu geben haben, Aber die so gemulle, mist 
ein teill von dem andern die straff nemen und haben, oder anders in die Sprew schutten, mugen Sic 
und also In dem arttickell gescheiden sein, sie sollen unnd Jre nachkomen straffen na<h billigkeit, uff 
sich aber von beiden tepylen solicher gericht nicht DSolichen Vertrag wie obstett und davor sollen und 
weyter antziehen noc) gebrauchen, dann so weyt wollen unns und unnfer herschafft Burgermeister und 
sich die erstrecken, als nemlich In beyden Stetten Ratman beyder obgenannter unser Stette Berlin 
unnd «außerhalb der Stat, So weit beyde felt- und Coln alle Jar zu weypnnacht beiligen tagen und 
marc>en reichen. Der Rath und ir Lrachkomen. itzt uff den negstkomenden weynnacht heiligen Tagen 
mugen «uch Ire mitburger un ander umb über- anzufhaen und so furder die weill dieser vertrag stett 
trettung in diesen gerichten als In beyden Stetten Lrewnhig gulden one verßogerung beßalen unnd unns 
oder uff beiden feltmarcken gescheen geleyten und soll antworten lassenn wie sie unns dann zugesagt haben, 
Inen wann sie sfolich glayt unns und unnfer herr- doch foll dieser vertrag zu unnfer beyder gefallen 
schafft verFundigen ungeverlich sein, Doch was sonnder unnd losßkundigung steen und welichem teyll das 
wichtige thetten sein und wider die herrschafft gemeint ist, foll dem andern ein virteill Jar vor 
geubt und furgenomen one unnsern wissen und willen weynnachten uffschreyben oder fatzen lassen, wenn 
nicht geleyten. In diessem Vertrag wollen wir das also gescheen, follen unns unser ober unnd 1nyder 
vor unns unnd unnfer herrschafft volgende artickell gerichte, mitsampt den betagten und binderstelligen 
aufgenomen und vorbehalden haben die wir auch gulden volgen und fie dieselben dornac<h forder 3zU 
biemit gegenwerttiglich außnemen unnd vorbehalten, geben nicht mehr schuldig sein L7achdem sie sich auch 
Erstlich unser Fürstlich Oberkeyt Auch unnsfser In unnsern gerichten etlichen gebrauch und zu regirung 
Richter In beiden Stetten zu setzen und zu Irer mitburger und hanthabung Jrer pollicey von 
+66 o/ &
	        
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