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Der Berlinischen Urkunden fünfte Abtheilung

Full text: Urkunden-Buch zur Berlinischen Chronik / Voigt, Ferdinand (Public Domain)

1445 -- 1446 393 
Richter oder Land-Reuter, von dem Geistlichen Richter, wann sie beklaget weren, forder richten und thun 
oder dem Fkläger, darzu gebeischet werden, so sollen als recht ist, was auch unser belehnter hausfitzende 
dieselben unser »Zoff-Richter oder Land-Reuter, die VIanne und in diesen vorgeschriebenen stifften wohn- 
darzu gebeischet werden, den vorbanneten VTrann, hafftig sein, und sich des vorgeschriebenen geistlichen 
anfertigen und greiffen, und sollen denn mit seinem Rechts nicht gebrauchen, die sollen von den geistlichen 
Gute, dem PFläger antworten, und darzu also straffen, gerichte also gefreiet seyn, das sie ein anderer Leye 
das er je denn Ffläger bezable, und sic) aus dem umb weltlichen sachen nicht davor beflagen oder 
Bann löße. laden, oder einig der vorgeschriebenen Bischoffe, Pre- 
Die vorgeschriben Prelaten oder ihre Offitial laten oder ihrer Offitial briue über sie geben oder 
sollen auch umb Peiner pfenning sachen willen, den richten soll, dor geistliche und lehen fachen die den 
gesan> (Kir<hen-Gesang) legen (verbieten), sondern den Gottes häusern und Prelaten, von geistliches gerichts 
Bann, wider den sachweldigen, der schuldig ist, und manschafft wegen gehören, darinne besonder 
verfolgen, als vorgeschrieben ist, zu welcher Zeit guceh gausgescheiden. Alle diese vorgeschriebenne stück, 
der verbanntte mann jich mit dem Pläger, von des- puncte, und artikel, sollen von allen vorgeschrieben 
wegen er in den Bann ist, entrichtet und ihme gnuge Partheien stet, fest und unverbracken gehalten werden, 
gethan bat, und den er darnach von den Geistl. doch eines iglichen privilegien, freyheit, gerechtigkeit 
richter ein löß-brieff heischet, den soll er ihme geben, und gewohnheit unschedlich. hierbey an und über 
doch also das er vor den briejf zwen Behemische seyn gewesen, die Erwirdigen, Wirdigen gestrengen 
groschen, nac) landes werung, acht pfennige vor und Ersamen +«Zeren, VIanne, und Stette, in Urittel, 
einen groschen, zu schreibgelt bezahle. Geschebe auch, Alten und der Lreuenmarcke, Prignitz, ZLübuß, und 
das der gnanten Prelaten, Bischoffe, Man oder Stette Sternenberg besessen, und ist geschehen zu berlin in 
untersassen, vor unserm hoffrichter oder landgericht einem gemeinem Hherrn-tage darumb versamelt, ge- 
oder in unserer Ritterschafft Ian oder Stette ge- geben und mit unsern anhangenden insiegel vorsigelt 
richte, oder vor andern unsern richtern auff dem zu Berlin, nac< Christi Unsers «Zerrn Geburt Tausend 
Lande, oder in den Stetten, beklaget, und sie dann vier hundert, darnach im fünff und 4oten Jahre am 
vor die ihren, die also beklaget wären, schreiben umd Donnerstage*) Viti des heil. YTerterers, am 17. Juni 
vor sich zu weisen bitten wurden, dem sollen unsere 1445. 
hoffrichter, landrichter, oder andere unser Ritterschafft 
VIan und Stette Richtere, also thun, und sollen die *) Nach Pilgram Calend. ehronologioum medii aevi S. 73 fiel der Tag 
beklagten vor ihren verrn weisen. Also daß er dem REC I SIE art 2 wn 465, „O3 Neeint wum EEG obiger Urkunde 
fFläger in Sechs wochen nach vorschriebener weise uit vem Rieverschen Abdruck überein, jedom ist der Daliae de bes we 
rechts vorbelffe, geschehe das nicht, so mag der richter, 2 +*- Imi. | 
Avgedr. in Mylius Corp. const. march. Vol. I. S. 2. -- Riedel, Codex diplom. VIIL 1. 273 nach dem Kurm. Lohns-Archive 
CXXAIV. 
Registratur über eine von dem Rathe beider Städte gegen einen Ausländer wegen verübter Gewalt 
eingeleitete und von dem Kurfürsten entschiedene Untersuchung, vom 1. Juni 1446. 
Fra Cristi vnses hern gebort dusent virhundert dy rad dy straffen solde, vnde solden darvmb an 
vnd in dem Seß vnd virtigesten yar, am middewefen sinen gnaden vnd gerichte nicht breken, vnde wolde 
na vnsers hern hemelfard, het et fich vorlopen, dat dat also gehad hebben: So het dy rad van bevyden 
vor dem Rade van beyden Steden Berlin vnde steden, olt vnd nye, nach solcher beuelunge, med rade 
Colen Fomen is, wu eyn vtlandisch man, genant vnde vulbort der vir werken vnd gemeynen borger 
trickel Aritz, med ouermude eynen geistliken man uth beyden steden, den alle sul? ouermud vnd ouer- 
vnd prister, bruder des ordinß der carmeliter, am uarunge nemelich eyns geistliken mannes gantz vm- 
negstuorigen Sundage vor vnses gnedigen herrn des bill? vnde eyn grot mistan duchte wesen, den genanten 
Bischopps van Brandenborg Cancelie tu Berlin Lrickel Aritz gripen vnde in den Torm legen laten, 
gewaldichliken ouerfarn (überfallen) vnd geslagen dar denne vnse gnedige her VIarggrafe Fridrich dy 
hadde, vnde darbouen vorbat en med siner were vor Junge med sinen reden so verre tusgen (zwischen) ge- 
siner czellen wegelagede, also dat dyselue geistlike dedinget (vertragen) het, dat dyselue los gelaten is 
bruder nicht sicher vp der straten gan dorfte. L7adem in nageschreuener wyse: am irsten het dyselue Lrickel 
denne vnse gnedige olde here tu der tyt, alse beyde Aritz med guden willen vngenodiget vnd vngetwungen 
stede siner gnaden des gerichtes auegetreden hadden, vnserm gnedigen hern dem Jungen, dem Rade, vir- 
deme rade van beyden steden irlouede, beful vnde werken vnde gemeynen borgern van beyden steden 
ernstliken bit, oft ymand in beyden steden selfrecht, vpgereckeden vingern eyne orueyde gesworen, also 
gewalt vnd ouermud drifen vnd began wolde, dat dat he alle fine eruen vnde frunde, nod geboren, 
Berlinische Urfunden. 
Oc
	        
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