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Der Berlinischen Urkunden vierte Abtheilung: nichtdatierte Urkunden III. Störung des Landesfriedens, Friedebruch etc.

Full text: Urkunden-Buch zur Berlinischen Chronik / Voigt, Ferdinand (Public Domain)

Um 1390 bis um 1415 303 
Berlin vnd Colln, wenn sich dysulben Stede Berlin Cöln. Wenn diese sich vor den Landständen und vor 
vnd Colln vor der lantsc<app zum rec<te vnd zum uns, die wir an Stelle des Königs sind, zu Recht 
glike darboten haben, vnd vor vns von vnsers heren und Billigkeit erklären würden, so sollt Jhr, wie der 
weden des konynges von Vngtern, alz her vnus daz König besonders befohlen, mit den genannten Städten 
sunderliken befolen had, daz ir mit den egenanten einen Frieden schließen bis zum Michaelstage, woran 
Steden eynen freden lidet bys uff den negesten sunte Jhr des Königs Willen erfüllt. Seid Jhr hiermit ein- 
Michils dach, wen ir daran vnsern heren deme konynge verstanden, so sendet mir einen Friedebrief zur Sicher- 
zu wylle trhut. Ist uch daz zu synne, so schriber vus heit für beide Städte, worauf wir von denselben auch 
eynen fredebriff bu, daran die Stete bewart sin. Des- den Friedebrief für Euch beschaffen werden. Auch er- 
glikes wylle wy uch daruff der Stede fredebriff ueh bieten sich beide Städte wegen ihres Rechts bei (dem 
schaffen. Vnd, liber Diderich, so verbiden sic) die Schiedsspruche) der Städte Brandenburg zu bleiben, 
Stede, dat sy yres rechten blyuen wyilen by deme Rade nach beiderseitiger Klage und Antwort, wie sich nach 
beyder stete tu Brandenborch, nach tusprake vnd antz Landrecht gebührt, auf welches Recht sie sich beziehen. 
werde an beyder syt, als syk das teboret, dar dy land Da wir in den Angelegenheiten des Königs und des 
vnd sy gemevlik recht halen. Wen wy tu schaffen Landtages beschäftigt sind, so können wir, wie Ihr 
hebben von vnsers hern des konyn>es weten vnd our selbst einsehen werdet, diese - Sache gegenwärtig nicht 
dy lantschaff, dat wy dy saken vp desse tyt niht tu verhandeln. Und wollt Jhr, nach des Königs Willen 
vns mocen nemen, als &y dat suluen mogen derkennen. und dem Rechte, den Frieden in der gedachten Art 
Vnd wolde gi den freden alzo holden, dorc< vnsers halten, so wollen sie, wenn Ihr ihnen den Termin 
bern des konynges wiile vnd des rechten, also by den 14 Tage vorher anzeigen werdet, in Brandenburg 
von Brandenborch blyuen, wen >yv em den virteinaMt sein und sich durch Bevollmächtigte daselbst vertreten 
dat thuvoren entbyden, so wyllen sy dar wesen vnd lassen. Was Ihr, lieber Dietrich, hierüber denkt, 
fulmechtic) by den von Brandenborch< thu blinuen. darüber schreibt uns durch den gegenwärtigen Boten 
Vnd, line Dyderik, wat iw daran tu synne is, dat Antwort. Gegeben zu Berlin, Dienstags vor Letare. 
vorschrifft vns eyn antwerde by dessen te&xenwordigen Wend von Ylburg und 
boden. SGecdeben zu Berlin, des dinsdactes vor letare. Johannes von Waldow. 
Wend von Ylebord vnd 
Johannes van Waldow. 
Auswärts: 
Deme vesten Diderich von O.uißow, 
mynen liben Swager 2c. 
Stadt - Archiv Nr. 1170. Niedel, Suppl. S. 267. 
LXAXAII. 
Die Rathleute zu Gransee schreiben den Rathleuten zu Berlin und Cöln, daß ihre Fehde fortdauere. 
Vnsen dinst lyuen frundes! so gy scriuen dat | Unsern Dienst, lieben Freunde. Wenn Jhr uns 
Juw het entbaden dy hertoge van Stettin, dat gy geschrieben habt, der Herzog von Stettin habe Euch 
med vns vnd med vnsen heren frede hebben, dy» frede kund gethan, daß wir mit Euch und unserm Herrn 
is vns vnwitleken. Wer gy orleces so müde alse wy, (dem Grafen von Ruppin) Frieden haben sollen, so ist 
Maschyn, gy arbeydeden wol zere na frede vnd Epn-= uns von solchem Frieden nichts bewußt. Wäret Jhr 
dracht. Ok so wetet, dat wy Zardezakke ofte des Krieges so müde, als wir, »maschin« (möge es 
Tankowe edder Milge sunderken nicht uordedyn&gen; sein?), so würdet Jhr wohl sehr um Frieden und 
wen sy syn vnsers heren manne vnd vörteren ore pen- Einigkeit bemüht sein. =- Auch wisset, daß wir Harde- 
nincte in vnse stad. Lyuen frundes vnderwpset Juwen zafkfen oder Tankow oder Milgen besonders nicht 
borger Claus Werften, dat hy noc< kame vnd bü- gerichtlich verfolgen können; denn sie sind unsres Herrn 
repde vns wullen dy hamepyde; hv het vns an dersulzen Manne und verzehren ihr Geld in unsrer Stadt. =- 
nördoruen hameyde entmeten vnd heft sy «4hemüret Lieben Freunde, befehlt Euerm Bürger Claus Werften, 
vnd ghemaket, alse ander vele bedderue lude syn vnd daß er komme und vollende unsre »Hameyde« (Außen- 
seggen, also eyn büne vnde epn touer. wü hy nicht werf am Thore); er h>t uns an derselben »entmetet« 
en kummet vnd maket vns dy hamepyde wüllen, so sal ' (im Lohne übersetzt) und sie gemauert und angefertigt = 
em snoder manynge nicht entbreken. Screuen vnder wie viele ehrbare Leute sehen und sagen -- wie ein 
vnser stad Ingesecel. Bube und Betrüger. Jnusofern er nicht kommt, die Ha- 
Radmanne der stad Gransopye senden dat. meyde zu vollenden, so soll es ihm an schnöder Mahnung 
D Aufschrift: nicht fehlen. Geschrieben unter unserm Stadtsiegel. 
ORL ALEES WT neeEme nen Ee Nathmanne der Stadt Gransee senden dieses. 
detur litera. 
Fidicin , dipl. Beitr. Il. S. 100.
	        
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