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III. Sach-Register

Full text: Urkunden-Buch zur Berlinischen Chronik / Voigt, Ferdinand (Public Domain)

Sach - Register. XV 
Plätzgeld war eine Art Stättegeld für Holz, welches auf dem Holz- Landtage am 25. April 1454 ein Gesetz beschlossen wurde, wo- 
plaße zum Verkaufe aufgestellt wurde. nach den Unterthanen bei Geld- und Leibesstrafe zur Pflicht 
Pilgerfahrt. Die Richtung des mittelalterlichen Lebens zu Pilger- gemacht wurde, den Sonntag heilig zu halten und weder Holz 
fahrten, zu Wanderungen nach entfernten heiligen Orten, ent- noc< Mist zu fahren, auch keinen Acker zu pflügen u. s. w. 
stand, als der Kaiser Konstantin und dessen Mutter Helena in Stättegeld. Zu den ältesten und bedeutendsten Rechten Berlins 
Palästina die verfallenen <ristlichen Alterthümer wieder aufs- gehörte das Marktrecht, ohne welches eine neugegründete Stadt 
richten und dreißig neue Kirchen und andere (Gebäude zu kirch- sich so wenig erhalten, als zu einigem Aufschwunge gelangen 
lichen Zwecken erbauen ließen und als die durch die Völker- fonnte. Der von jedem die Märkte zu Berlin und Cöln be- 
wanderung, durch Krieg und Verwüstung erschreckten Christen suchenden Verkäufer für seinen Marktstand der Stadt zu zahlende 
eine Zufluchtstätte in dem friedlichen Lande am Jordan suchten. Geldbetrag wurde Stand- oder Stättegeld genannt, wie es noch 
Als Palästina i. JZ. 636 von den Arabern überzogen wurde jekt heißt. =- Urf. v. J. 1298 S. 22, 1363 S. 149. 
und der erste Tempel zu Jerusalem entstand, wurden die Ztädtebündniiie. Der Anfang märkischer Städteverbindungen bildete 
Pilgerfahrten zu einer Art Märtyrerthum und zu einem ver- sich, seitvem Berlin und Cöln sich zu einer einzigen Gemein- 
dienstlichen Werke, denen fich auch hochstehende Personen gern schaft im Jahre 1307 verbunden hatten. Diesem Beispiele 
hingaben; so der Kurprinz Friedrich, der im Jahre 1435 eine folgten die übrigen Städte, nachdem dieselben erkennen gelernt 
Pilgerung nach Jerusalem beabsichtigte und während seiner hatten, welche Macht zur Aufrechthaltung des Landfriedens und 
Abwesenheit einen Statthalter einsebte. =- Vergl. die Urk. v. J. gegen (Gewalt durch dergleichen Verbindung sic) entwickele. =- 
1435 S. 356. Urkunden hierüber v. J. 1359 S. 146, 1368 S. 163, 1386 
Polizei. Polizei-, Kleider- und Markt-Ordnung. =- Urk. v. J. 1334 S. 208, 1393 S. 218, 1394 S. 223, 1399 S. 233, v. 3. S. 271, 
S. 62, 1367 S. 160, 1384 S. 205. 274, 2€76, 285, 1416 S. 334, 1431 S. 349. 
-- Schadekäufe werden bestraft 1367 S. 160. -- Hanse und Hansetage. -- Urk. v. IJ. 1342 S. 79, 1368 S. 163, 
Räuber. Der Kurfürst Joachim und der Markgraf Albrecht be- 1399 S. 233. 
fehlen den Städten Berlin und Cöln zur Abstellung der Stadtgericht. Das Recht der Bürgergemeinde, über sich selbst zu 
Räuberei und Plackerei im Lande mitzuwirken und die nach richten, nicht mehr unter dem Landvogte vor Gericht zu stehen, 
frischer That ergriffenen Uebelthäter sogleich hinrichten zu war Privilegium, womit der LandesSherr die Stadt schon bei 
lassen. =- 1499 den 19. November. Fidicin, Beitr. IV, 222. ihrer Gründung begabte Die Bürger erhielten dadurch das 
Räubereien wurden aus den Schlössern an den Landstraßen ge- Recht, vor ihrem selbstgewählten Schulzen und vor Schöffen 
trieben. Jm Jahre 1415 berichtet der Herzog Wenzel von vor Gericht zu erscheinen, nicht mehr vor dem Landgericht oder 
Sachsen darüber, daß der Hauptmann des Schlosses Saar- außerhalb der Stadt vor fremden Richtern. 1349 erhielt Tyle 
mund die Seinigen aus diesem Schlosse mit Raub und Mord Brück das Gericht zur Verwaltung S. 89, 1348 verpflichtete 
angegriffen habe. = Urk. S. 309 und 311 des Urk.-Bandes. sich der Markgraf, den ihm zustehenden Antheil an dem Gerichte 
ResidenZ, die, des Kurfürsten war seit vem Anfange ves 13. Jahr- nicht zu veräußern S. 99, 1391 überließ der Markgraf Jobst 
hunderts, seit feinem wahrscheinlichen Entstehen unter den der Stadt das Cigenthum an dem Gericht, 1391 S. 213, das 
Anhaltinischen Markgrafen, das (Gebäude, welches später immer Gericht erhielt das Strafrecht über Räuber und Missethäter, 
das hohe Haus oder der alte Hof genannt wurde. Als 1359 S. 138. Streitigkeiten zwischen der Stadt und dem 
im Jahre 1440 durch den Aufstand oder die Revolution der Richter werden ausgeglichen, 1379 S. 1809. Der Stadtrichter 
Berliner und Cölner dem Kurfürsten der Aufenthalt in Berlin hatte als Cinfünfte das oberste Gericht, welches, im Jahre 1375 
verleidet worden, und der Gedanke, statt des alten Hauses verpachtet, 150 Mark Silbers eintrug. Urk.-Buch S. 184. 
ein festes Schloß zum Aufenthalte zu besiten, lebendig gez Urbede, eine Abgabe vom Grundbesit der Bürger und Einwohner, 
worden sein mochte, und er sich im Jahre 1442 von den welche in der Regel alljährlich an die LandeSherrschaft oder die 
Städten Berlin und Cöln in Cöln einen Ort hatte abtreten von derselben damit begabten Personen entrichtet wurde. 
lassen, wo er folches Schloß zu erbauen Willens war, wurde Darüber sprechen die Urkunden vom Jahre 1347 S. 98, 1364 
im Jahre 1443 am 31. Juli vom Kurfürsten der erste Stein S. 154, 1375 S. 184, 1394 S. 223, 1409 S. 256. 
gelegt und der Baut der Art beschleunigt, daß, nachdem ver Vereinigte Ztaädtverwaltung der Stadt. Schon mehrere Jahr- 
Kurfürst noc< im Februar 1451 Urkunden in Berlin erlassen, hunderte hatten die beiden Städte Berlin und Cöln in fried- 
er am 12. März 1451 bereits solche in Cöln ertheilt hatte. licher Entwickelung neben einander bestanden, als es ihnen 
-=-- Vergl. Urk. v. 1451 u. Riedel, Cod., Chronologisches Reg. immer fühlbarer geworden sein mochte, daß ihre Macht nach 
S. 172 ff., auch Fidicin, Beitr. Bd. V S. 72. außen hin nicht stark genug war, den Frieden für Land und 
Schießen. Die Rathmanne zu Berlin und Cöln benachrichtigen Städte herzustellen und aufrecht zu erhalten. Was ihnen am 
den Rath zu Brandenburg, daß ihnen der Kurfürst ein nächsten lag, war, ihre eigene Kraft zu ordnen und zu stärken. 
Schießen um einen Ochsen „und andere Cleinovien“ bewilligt Deshalb stellten sie fest, welches der Markgraf Hermann bestätigte, 
habe, und bittet dies ihren Bürgern öffentlich bekannt zu daß beide Städte so vereinigt sein jollten, als ob sie nur eine 
| machen. =- 1521 den 6. Juli, Fidicin, Beitr. IV S. 231. einzige bildeten. Sie warfen ihre Vermögensstücke zusammen 
Schoß mußte von allen Grundstücken, als Acer , Wiesen, Holzung und stellten fest, daß Berlin zwei Theile davon, Cöln ein Theil 
1. |. w., aud) den geistlichen und gemietheten, ohne AuSnahme zustehen sollte. Auch sollte dies Verhältniß bei der Theilung 
entrichtet werden. --- Vergl. die Statuten v. J. 1370, Urk.-B. des Gewinnes und der Kosten festgehalten werden. = Urk. 
S. 172. Riedel Cod. Suppl. S. 116: Eine Befreiung vom v. J. 1307 S. 24, 1308 S. 25, 1309 S. 26, 1321 S. 35, 
Sc<hoß war nur alsdann möglich, wenn Einzelne mit Rath 1323 S. 41, 1341 S. 78, 1342 S. 79, 1349 S. 102, 103, 
und Bürgerschaft sich darüber einigten, wie 3. B. im Jahre 1409 1382 S. 135. -- Es mochte aber bald zu Streit gekommen 
" (Fidicin 1, S. 224). sein, denn der Markgraf SigiSmund ermahnte mehrmals, zu- 
Schneider. Die Brüderschaft der Schneidergesellen in Berlin und sammen zu halten und einig zu sein. 
Cöln stiften im Predigerkloster, in der Stiftskirche zu Cöln, Wedding, in der Regel ver Wedding genannt, weil er als der 
eine Frühmesse. =- 1513 den 16. November (Fidicin, Beitr. IV, Hof befannt war. Er war ursprünglich ein Dorf an der 
SS. 229). Panke, das wüst geworden und von dem nur der gutsherrliche 
Schriften. Der Kurfürst Joachim befiehlt auf Geheiß des Kaisers Hof und eine Wassermühle übrig geblieben und an Berlin 
den Magistraten zu Berlin und Cöln, die Stadteinwohner zu gefommen war. -- Urk. v. 1289 S. 19. 
versammeln, ihnen das Lesen lutherischer Schriften und der Bibel- Wortzins. Zu den ältesten Abgaben, welche in den Städten vor- 
übersezungen zu verbieten und sie zur Ablieferung derselben fommen, gehört der Ort- oder Wordzins (census aerarum), 
anzuhalten. -- 1524 den 28. Februar, Fidicin, Beitr. IV, S. 234. welcher von den Wohnstätten oder Hausstellen von deren Be- 
gSonntagsfeier. Die Heilighaltung des Sonntags war dergestalt sißern entrichtet werden mußte. Urk v. 1298, S. 22. Man 
in Abnahme gefommen, daß auf Antrag des Kurfürsten vom vergleiche auch, was Justus Mösers Geschichte von Os8na-
	        
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