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Der Berlinischen Urkunden zweite Abtheilung: die Zeit der baierischen Fürsten von 1324 bis 1373

Full text: Urkunden-Buch zur Berlinischen Chronik / Voigt, Ferdinand (Public Domain)

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CALVI. 
Die Gebrüder Gerhardt und Matthias Valk erkennen die Zollfreiheit der durch Saarmund gehen- 
den Kaufmannswaaren der Städte Berlin und Cöln an, am 17. Juli 1365. 
Ik Gerard Valko vnd ik Mathias Valko Ich, Gerhard Valke, und ich, Mathias Balke, 
Brüdere die dar sitten tü Sarmunt Bekennen opens Gebrüder, zu Saarmund besessen , bekennen öffentlich 
bar in dissen brine, vor allen vromen lüden, di en sien in diesem Briefe vor Allen, die ihn sehen oder hören, 
oder horen lesen, Dat iF egenante Mathias &gewesit daß ich, der genannte Mathias, vor den weisen Rath- 
bin bi den wisen lüden den Raetmannen von beyden mannen beider Städte Berlin und Cöln auf dem 
steden Berlin vnd Coln vp den Rathüse bi der Nathhause bei der neuen Brücke zwischen beiden Städten 
nyen brügghen twischen beyden steden, Dar erschienen bin. Da beriethen und besprachen sich die 
reden vnd spreken die Raetmanne von irer vnd irer Rathmannen in ihrem Namen und dem ihrer Mitbürger 
borger wehen algemeyne met my) vmme den Tol vnd mit mir in Betreff der Abgabe und des Durchgangszolls 
vmme dat geleyde tü Sarmunt, vnde leden mynen zu Saarmund und warfen meinem Bruder Gerhard 
brüder Gerarde vnd my dat tü vnd dedingheden vuns und mir vor und sprachen uns darum an, daß wir 
dar vmme an, dat wy vnwonliken vnd vnrechten Tol, ungewöhnliche und ungebührliche Abgabe, Durchgangszoll 
geleyde vnd vnggelt nemen tü Sarmunt von en vnd und Zins zu Saarmund von ihnen und ihren Mit- 
von iren borghern, dat von older nve >ewesit en is, bünrgern forderten, die weder früher bestanden hätten noch 
nochte von alder &>ewonheit, nochte von rechtes wez auch urkundlich oder rechtlich begründet seien. Da nun 
&>ben. Wannü her Clawüs Valko vnser brüder, unser Bruder Claus Valke, der der Besizer von 
des dat ernte tü Sarmunt is, en des geleydes, des Saarmund ist, ihnen den Durchgangszoll, die Abgabe 
tolles vnd alle vneeldes tü Sarmunt genhzlich vor= und jeden Zins daselbst gänzlich erlassen hat, so haben 
draghben hefft, so hebbe wy nach anwisüngbhe oltseten auch wir nach Anweisung altbesessener weiser Leute und 
wiser lude vnd nach rechter anrichtünghe vns des ok recht unterrichtet auf denselben verzichtet und haben mit 
ouer tecteuen vnd >ewilkort, vnd sin met beraden müde wohlberathenem Sinne und freiwillig mit genannten Nath- 
vnd met >antzen willen met den etenanten Raetman»- mannen die bindende Uebereinkunft getroffen, daß wir, 
nen des &entzliken ouereYngedraghen, dat wy, vnser unsere Erben und Nachkommen sie und alle ihre Mit- 
ernen vnd vnser nakomelinghe si vnd alle ire borger bürger in beiden Städten, arme und reiche, bei allen 
&emeyne van beyden steden, armen vnd riken, füllen Freiheiten, Gerechtigkeiten und guten Gewohnheiten, welche 
vnd wollen bi aller vriheit, Rechticheit vnd güder sie zu Saarmund von Alters her besessen haben, ganz 
wonheit bliuen laten aller dinghe stede vnd gantz, alse und gar fest erhalten und sie in dem Genusse derselben 
si die xehat hebben tü Sarmunt von older her, vnd nicht stören noch hindern wollen und sollen. Es sollen 
met nichte si daran krenken nochte hinderen; also dat also genannte Rathmannen und alle ihre Mitbürger mit 
die vorbenümeden Raetmanne vnd alle ire Borger &e-s Abgabe, Durchgangs8zoll und Zins zu Saarmund von 
meyne von allen oren >üde, it sy harynk, sto>kvisch, allen ihren Gütern, bestehen diese nun in Heringen, 
allerleye vische, solten vnd vntesolten, gewant, weyt, Stockfischen, andern gepökelten oder ungepöfelten Fischen, 
wyn, molensteyne, kremerie vnd slichtes, von aller irer Tuch, Weid, Wein, Mühlsteinen, Waaren oder Talg, 
kopenschafft, si heiten wü si heiten, nichtes büten bez und von allen ihren Kaufmanns8gütern , wie sie auch 
scheiden, die si süluen vüren mit iren eyghen perden heißen mögen, ohne Ausnahme verschont bleiben, wenn 
vnd wacthenen tü Sarmunt ouer, oder vüren laten sie dieselben mit eigenen Pferden und Wagen bei Saar- 
vmme loen von denne, die bynnen der mark tu Bran-= mund vorüberführen oder von andern Einwohnern der 
denborg wonheftich sin, nochte Tol, nocht geleide, Mark Brandenburg vorüberführen lassen, und sie sollen 
noch ennich vnetelt solen >euen tü Sarmunt, sünder nur vom Wagen einen einzigen Dammpfenning und 
si solen dar met iren güde vri wesen, sin vnd blinuen, nicht mehr entrichten. Wenn sie jedoc); Wein, Weid 
alse si von alder dar &>ewesen sin, vnd solen dar met und Mühlsteine für Bezahlung von Leuten, die außer- 
nichte mer geuen wan slichtes io von den waghen halb der Mark wohnen, vorüber transportixen lassen, 
eynen dampennin>h vnd nichtes mer. Laten si auer so sollen sie je von einem ungebohrten Mühlsteine 2 und 
wyn, weyt oder molensteyne vüren vmme loen von von einem gebohrten 4 Pfenninge, von einem Wagen 
testen die büten der marke sitten, so solen de vorgez Weid 4 Pfenninge und ebensoviel von einem Fuder 
genante borctere io von den gantzen molensteyne die Wein entrichten, von allen andern Waaren aber nichts. 
nicht gehölet is geuen twene penninghe, vnd von den Und die fremden Fuhrleute sollen für ihre Pferde die 
geh öleden steyn vier penninghe, von den weit waghene gebührende Abgabe leisten, aber das Gut der Bürger, 
vier penninghe, vnd von den vüder wynes vier pen das sie für Bezahlung transportiren, soll, welcher Ge- 
ninghe, vnd von alle iren anderen gude nict. Vnde stalt es auch sei, jeder Abgabe, jedes Durchgangszolles 
die este die den borgeren dat güt vüren, sollen von und Zinses zu Saarmund frei und ledig sein, wie dies 
iren perden euen vnd düen des recht is, over der borz oben festgesezt ist. Sollten jedoch dieselben Bürger frem- 
dere >düt welkerleye it si, dat die geste vmme loen vü- des zollpflichtiges Gut für Bezahlung vorbeiführen, so 
ren, sol io vri, ledich vnd loes varen vnd sin alles sollen sie zu Saarmund den für Fremde festgeseßten 
tolles, &geleydes vnd vngeldes tü Sarmunt, in der üblichen Zoll und Zins, wie diese selbst entrichten. Yum 
wise, als it vorbescreuen steit. Vüren ouer die ectez DWeugniß, daß wir, unsere Erben und Nachkommen alle 
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