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Full text: Berlinische Chronik / Fidicin, Ernst (Public Domain)

u 1442 - 1447 172 
Stadt, welchen » der Pöbel« die Thore Auf dem ihm abgetretenen Plaße er- 1443 
öffnete, ") und berief zum 29. August baute der Kurfürst eine Burg, zu welcher VM We 
seine Räthe und die Bürgermeister und er selbst am 31. Juli 1443 den Grund- "um 
Rathmannen der Städte Frankfurt, Span- stein legte.*) Der Bau scheint anfänglich *"Wan in 
dow und Bernau, um über die ungehor- mur langsam vorgeschritten zu sein und ' 5 
samen Städte Berlin und Cöln zu richten. bei den Berlinern keine Bedenken erregt 
Durch deren Fürbitten kam es am ge- zu haben. Als derselbe aber im Jahre 
dachten Tage zu einem gütlichen Ver- - 1447 feiner Vollendung entgegenging und 
gleiche, nach welchem beide Städte dem mun immer mehr. das Ansehen einer be- 
10 Kurfürsten und seinem Bruder und Mit- festigten Burg, einer » Zwingburg« ge- o 
1449 regenten Friedrich dem Jüngern einen wann, die, wie ein älterer Chronist sich 
Die Stte Plaß in der Stadt Cöln abtraten, um ausdrüct, als » Zügel der alten Freiheit « 
Seiipiee ken darauf nach Gefallen zu bauen und Thore, dienen sollte, da wuch8 der Grimm der 
ee wie Nah Mauern und Brücken zum ungehinderten Cinwohner, welcher sich zuerst in Schmä- 
bau as. Zu- und Abgang anzulegen. Der Raum hungen des Kurfürsten ganz öffentlich 
wurde bezeichnet: von der Pforte des Luft machte und bald zur Gewalt über- 
Predigerklosters (welches auf dem heuti- ging. Sie versagten nicht uur den Kur- 
gen Schloßplaße stand) bis zur Langen- fürstlichen Dienern und den Handwerkern, 1447 
brücke, von dieser die Spree entlang bis welche mit dem Bau des Schlosses be- Zu 
zur Stadtmauer und diese selbst mit allen schäftigt waren, den Eintritt in die Stadt, 
Thürmen und Weichhäusern von der Spree sondern errichteten auch, um den Bau 
bis zu Ende der Klostermauer (an der abzusperren und die Stadt wieder zu 
Brüderstraße); sowie den Stadtgraben schließen, an Stelle der vom Kurfürsten 
und den jenseits der Mauer und des abgebrochenen Stadtmauer einen Block- 
Stadtgraben8 belegenen Werder. (Das zaun. Der Kurfürst, welcher sich hier- 
ist der heutige Lustgarten.)) Außerdem durch in der Fortsezung des Baues be- 
mußten die Städte dem Kurfürsten das hindert sah, berief Herren, Mannen und 
Rathhaus, welches sie » auf seinem Spree- Städte zum Freitag nach Lucae (20. De- 
sirome « bei der Langenbrücke erbaut hat- cember) 1447 nach Spandow, um von 
- ten, mit dem Stadtgericht und sämmt- ihnen Rath und Hilfe zu erlangen, wie » 
lichen zu demselben gehörigen Hoheit8s- er mit Berlin und Cöln verfahren solle. 
rechten, Gütern und Einfünften, sowie Auf Ersuchen der Stände genehmigte er, 
die Niederlage in beiden Städten abtreten, daß sie nach Berlin reiten und mit beiden 
sich dem Kurfürsten auf's Neue unterwerfen, Städten eine gütliche Einigung versuchen 
ihm Unterthänigkeit und Gehorsam und sollten. Dieser Versuch mißglückte aber + 
die treuliche Beobachtung der neuen Stadt- vÖBllig, indem beide Städte nach dreitägi- 
ordnung angeloben; worauf er ihnen das ger Unterhandlung jede gütliche Ausglei- 
Gut Tempelhof als Eigenthum bestätigte.?) hung verschmähten, auch die Entscheidung 
Ts EURERSSTERER BITEIERESEEZZ TETE durch ein Schieds8gericht ablehnten. Da 
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aeh ke zur Beenriserung des SRO: RT MESH Stadt gejagt hatten und ungeachtet des 
Ausflusse des Stadtgrabens gebildete Insel, welche auch im Chron. Berolin. 
beim Jahre 1407 »der Werder« heißt 1) v. Ledebur, Allg. Archiv Il., S. 350. RNiedel, Cod. dipl. 
3) v. Raumer, Cod. dipl. Brandenb. cont. I. S. 207. Brandenb. IL, 1. S. 257. 
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