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Full text: Berlinische Chronik / Fidicin, Ernst (Public Domain)

1244 - 1247 
Vertrag, zu welchem der Pfarrer von de Colonia juxta Berlin). Jn dieser Zwi 
Cöln (Symeon, plebanus de Colonia) wie in einer zweiten, an demselben Tage "6: v*" 
mit zugezogen war, beseitigt wurden. ausgestellten Urkunde werden ebenfalls 
Sentens Dränbwik Stieg S. 153. Riedel, Cod. dipl. ein Pfarrer von Tempelhof (Magister 
Wir finden hier von den beiden älte- Hermanus de Templo, plebanus) und 
sten Theilen des heutigen Berlin zuerst Marsilius, der Schulze von Berlin (8chul- 
Cöln erwähnt, welches bereits eine Kirhe tetus de Berlin) als Zeugen genannt. 
mit einer Parochie und einen Pfarrer ERT 208 230 ME MLH Merperfahfe 8 FR 302 
hatte, erkennen auch, daß die in dem Die Erwähnung der Präpositur von "' 
Vertrage bezeichneten Grenzen der alten Cöln läßt auch diesen Ort als Stadt und 
und neuen Landestheile die Gegend Ber- Mittelpunkt eines Kirchenkreises erschei- 
lins stark berührten, woraus sich auch nen, wogegen die Erwähnung des Stadt- 
die Zuziehung des Pfarrers von Cöln schulzen von Berlin zeigt, daß dieses im 
'5 erklären läßt. Besize eines eigenen Stadtgerichts war, 
1244 Berlin wird zum ersten Male urkund- vor welchem die Bürger Recht zu nehmen 
mit eine lich) erwähnt in einer am 26. Januar 1244 hatten; denn dadurch, daß ein Ort mit 
Pide zu Markee (einem Dorfe bei Nauen) be- eigner Gerichtsbarkeit begabt wurde, trat 
glaubigten Verhandlung, nach welcher die er nebst seiner Feldmark aus dem Zu- 
" vorher genannten beiden Markgrafen zu sammenhange mit dem platten Lande und " 
Gunsten des Bischofs auf das Recht ver- dem Landgericht, und der Schulze oder 
zichteten, die nachgelassenen Güter ver- Stadtrichter übte innerhalb der Grenzen 
storbener Geistlichen an sich zu nehmen, des Stadtgebietes oder Weichbilde8 den 
wobei ein Pfarrer von Berlin (Jominus Blutbann und die Civilgerichtsbarfeit. 
Symeon de Berlin) als Zeuge gegen- Nach dem damals gültigen Sachsen- 
wärtig war. rechte und speciell nach dem Berliner 
Gendeny Brandenb. Stistähit: S- 151 Kister Ats und %as Stadtrechte, welches uns das alte Stadt- 
Das Wort »dominus« vor dem Na- buch aufbewahrt hat,/*) mußten neben 
3% men Symeon läßt mit Bestimmtheit an- dem Schulzen eine Anzahl aus der Bür- 
nehmen, daß dieser plebanus oderPfarrer gerschaft gewählter Schöffen vorhanden " 
war; und hiermit haben wir zugleich die sein, welche das von demselben zu ver- 
Gewißheit, daß in Berlin bereits eine kündende Recht zu finden hatten. 
Parochialkirche vorhanden war. Der Ort, wo das Gericht gehegt 
1245 Im Jahre 1245 war Symeon Propjt wurde, war in der Nähe des » Ruland «**) 
Beri jn Berlin, wie eine zu Liebenwalde am (der Rolandssäule), auf dem ältesten und 
Propstes. 9. Januar ausgestellte Urkunde ergiebt, in ursprünglich einzigen Marktplaße der 
welcher derselbe als Zeuge aufgeführt ist. Stadt, dem Molkenmarkte, wo sich auch 
Riedel, Cod. dipl. Brandenb. 1. 13. S. 484 die Einwohner der Stadt, als Umständer 
0 Die Urkunde spricht sich zwar nicht des Gerichts, versammelten. 
darüber aus, daß wir es mit einer „Stadt“ Endlich erwähnt die Urkunde zum » 
Verlin zu thun haben; es kann dies aber ersten Male das Dorf Tempelhof, in 
nicht bezweifelt werden, indem es Siß | welchem die Tempelherren und später die 
eines Propstes und Mittelpunkt eines Johanniterritter ihren Sitz hatten. 
5 Kirchenkreises war, wozu immer nur Im Jahre 1247 soll Berlin mit WER, 
Städte gewählt wurden. Ringmauern umgeben worden fein. ier 
1247 Dagegen erscheint Symeon in einer Dimi Mieeockromren!6. 25 057: 
em Urfunde vom 29. April 1247 als Propst eins 1028 Berliner Stadtbuch ist nach dem Originale abgedruckt in Fidi- 
Propstes: in Cöln bei Berlin (Symeon prepoSitus **) Daselbst S. 31 | 
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