Path:

Full text: Berlinische Chronik / Fidicin, Ernst (Public Domain)

119 1373 - 1411 120 
Werk, was jene Beamten, von Ort zu werden, finden sich in gleicher Art auf- 
Ort reisend, herstellten, und das den geführt. Cben so sind auch bei den ver- 
Namen »Landbuch der Mark Branden- schiedenen Dürfern die Namen der Bürger 
burg « erhielt, war damals für die Lan- genannt, welche daselbst Güter hatten 
desregierung von hohem praktischen Werthe oder Cinkünfte bezogen. C8 hatte diese 
und ist noch jetzt als eine der wichtigsten BWZusammenstellung überhaupt einen dop- 
Quellen für die Geschichte der Mark, wie pelten Zweck: man erhielt nicht nur eine 
Serin und einzelner Ortschaften derselben, zu be- Controle über alle Besiker von Lehngütern, 
Landbuce Frachten. So finden wir für Berlin und welche bei deren Besikßveränderungen oder 
“ Cölln darin Folgendes verzeichnet : Berlin beim Regierungswechsel der Markgrafen 9 
gehörte zu den Städten des Barnim, Cöln gegen Entrichtung von Abgaben die Be- 
wurde zum Lande Teltow gerechnet. Die lehnung nachsuchen mußten, sondern man 
Zahl der Hufen beider Städte ist nicht gewann auch einen Anhalt, wie dergleichen 
vermerkt, weil die Abgaben von denselben Besißer bei außerordentlichen Steuerauf- 
nicht mehr dem Landesherrn gehörten, lagen heranzuziehen waren. Die Lehnbesißer ' 5 
sondern schon von den anhaltiner Fürsten in Berlin und Cöln, welche jedenfalls zu den 
der Commune Berlin und zur Dotation angeseheneren und wohlhabenderen Bür- 
des Gerichts daselbst abgetreten worden. gern gehörten, waren in Berlin: von Aken, 
Der jährlich von beiden Städten zu zah- der Apotheker, Bartholomäus, Blanken- 
- kende Schoß, die Urbede, war 150 Mark felde, Botel, Tyle Brügge, Dobbeler, » 
Silber8 oder 170 Sc<ho> böhmischer SSlugge, Srankenford, Goltz, Gorzke, 
Groschen. An außerordentlicher Land- Helmsuwer, Holekanne, ZHonow, Petze 
steuer waren beiden Städten im Jahre Jacob, Rarre, Rregenfuß, Lands- 
1377 500 Mark auferlegt worden. Die berg, Lietzen, Kybede, Rathenow, 
landesherrlichen Zölle waren der Rode, Ronnebom, Rudiger, Rudenitz, 
Stadt für 100 Schoc> Groschen verpachtet. Ryke, Storkow, Stroband, Sunde, 
Die Mühlen zu Berlin waren zu einem Schwabe, Trebitz, Wardenberg, Wil- 
Pachtertrage von jährlich 400 Scho&>k denbruch, Wiprecht, Witte. Jn Cöln 
Groschen veranschlagt. Hierbei sind zu- besaßen folgende Bürger Lehngüter: Be=- 
" gleich die Namen der geistlichen Stiftun- litz, Bewer, Glase, Hoge, Honow, 
gen, der Bürger und der bei den Mühlen Ronnebom, Ryke, Schum, Schöne- 
beschäftigten Beamten angeführt, welche feld, Schuler, Spandow und Wuster- 
aus den Erträgen der Mühlen jährliche husen. 
Einkünfte zu beziehen hatten. Cben so Mochte nun auch Alles, was Karl 
sind auch die Kosten berechnet, welche die für die Mark Brandenburg that, zu Gun- = 
Unterhaltung der Mühlen jährlich verur- sten seines Stammlande8 Böhmen ge- 
sachte. =- Das obere Gericht in Berlin schehen sein, dem die Marken bereits auf 
und Cöln hatte Tyle Brügge. Zum dem Landtage zu Guben im Mai 1374 
lande8herrlichen Patronatsre<te einverleibt wurden,') so trat doch für 
gehörten: das Propsteilehn zu Berlin und Handel und Verkehr ein besserer Zustand » 
drei Altäre in der Marienkirche. Die ein, den das Land allein der Klugheit 
Besitzungen und Einkünfte der Kirchen und Energie des Kaisers und den außer- 
und Hospitäler beider Städe sind bei den ordentlichen Mitteln zu verdanken hatte, 
einzelnen Dörfern verzeichnet. Auch die welche dieser dazu verwenden konnte. 
Abgaben der Elendsgilden zu Ber- Selbst von vielseitiger Bildung, beförderte 
lin und Cöln, welche im Landbuche ex Kunst und Wissenschaft, hatte die erste 
mit dem Namen »Kaland« bezeichnet 1) Riedel , Cod. dipl Brandenb. IL 3. S. 36. 
1
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.