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Full text: Berlinische Chronik / Fidicin, Ernst (Public Domain)

E 1313 - 1317 4 
Die gegenwärtige Urkunde ist insofern Kirche Hand in Hand zu gehen. Man 
noch von Juteresse, als in ihr das ge- übertrug in der Regel die Verwaltung 
sammte damals an der Regierung befind- solcher Anstalten einem Geistlichen, der 
liche Raths - Collegium vollständig mit nicht nur den Armen die Gnadenmittel 
zwblf Mitgliedern namentlich aufgeführt der Kirche darreichen und sie vielleicht 
und der gewählten » Oldermanner « (später auch ärztlich behandeln konnte, sondern 
Bürgermeister) zum ersten Male gedacht der auch befähigt war, die ökonomischen 
wird. E3 waren dies: Hans Uden und Angelegenheiten zu leiten. Nach der vor- 
Hans Wiprccht, erwählte Altermänner liegenden Urfunde sollte er auch ver- 
9 (Seniores electi), und die anderen Rath- pflichtet sein, Messen zu lesen. Dies seßt 
mannen: Haus Stetyn, Haus Buch, das Vorhandensein eines Altars auf ge- 
Ulrich und Konrad von Roten, Hans weiheter Stätte voraus und läßt anneh- 
Sonc, Hans Rode, Rudolf Strasburg, men, daß eine Kapelle zum Heiligengeiste, 
Tidecke Man, Curt von Borch, Albrecht die spätere Heiligegeistkirche , bereits vor- 
» Rregenvut. handen war. 5 
1313 Am 11. April 1313 überließ ein Der noch minderjährige Markgraf 1317 
 Seina Ritter, genannt Burghart Grewelh out, Johann, Sohn des Markgrafen Hermann, JZ 
webt bite: Hamm Rector und Vorsteher des Hauses war im Anfange des Jahres 1317 ver- Midi vie 
zum Heiligengeiste, Namens Arnold, zum storben und sein Länderantheil an den Wi 
9 Heile und zur Erquickung seiner Seele Markgrafen Waldemar übergegangen. > <> 
und zum Heile seiner lebenden und todten Dieser nahm zunächst die Huldigung der 
Verwandten (welche er namentlich auf- WVWasallen und Städte enigegegen, zu wel- 
führt), die Pacht von vier in der Feld- c<em Zwecke Berlin und Cöln Abgeordnete 
mark des Dorfes Weißensce belegenen nach Spandow sandten. Hier bestätigte der 
Hufen unter der Bedingung, daß diese Markgraf Waldemar am 5. April 1317 = 
Gabe nach dem Tode des Priesters »seinen lieben Bürgern der Städte Berlin 
Arnold dem Heiligengeisthause zufallen und Cöln, um mannigfältiger gutthätiger 
und für ewige Zeiten verbleiben soll, daß Dienste willen «, die sie oft gethan hätten, 
dafür aber von den Priestern, welchen alle Privilegien und Rechte, welche sie von 
“ die Verwaltung des Hauses übertragen seinen Vorfahren erhalten, und erweiterte 
worden, vierteljährlich jene Seelenmessen solche noch dahin: daß kein Bürger vor 
gehalten werden. Auch verspricht der Ge- ein fremdes Gericht geladen werden dürfe; 
schenkgeber, es mit Hülfe seiner Gönner daß die in beiden Städten wohnhaften 
zu bewirken, daß der Markgraf die Be- Juden wegen begangener Verbrechen vor 
lehnung ertheile. dem Schulzen der Stadt zu Recht stehen 
R R 5022 und feine Einmischung des Markgrafen 
Der Armenhof, in dieser Urfunde stattfinden solle; daß Bürger, wenn sie 
» Haus zum Heiligengeiste« und später eigene Kaufmannsgüter auf der Oder ver- 
» Hospital zum Heiligengeiste« genannt, schiffen würden, nicht verpflichtet sein 
war dazu bestimmt, arme, kranke und sollten, bei Oderberg anzulegen und die- 
schwache Personen aufzunehmen und bis selben im Hafen daselbst zum Verkaufe 
zu ihrer Heilung oder ihrem Lebensende zu stellen; daß auch die Mannen und 
zu verpflegen. Obgleich diese Anstalt ein Vasallen des Markgrafen wegen (in der 
Gemeinde- Justitut war, auf dessen Her- Stadt) thätlich verübter Excesse sich vor 
- stellung schon bei Gründung der Stadt dem Stadtschulzen zur Verantwortung | 
Bedacht genommen werden mußte, so lag stellen müßten, und daß in fruchtbaren 
es doch im Geiste damaliger Zeit mit der Jahren auch die geringeren Einwohner 
.."
	        
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