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Full text: Berlinische Chronik / Fidicin, Ernst (Public Domain)

pg 1453 - 1471 200 
festgestellt, daß die Bürger und Einwoh- griff und welcher durch körperliche Leiden 
ner beider Städte bei ihrer alten Freiheit noch erhöht wurde,") die, wie Gundling 
belassen werden sollten.) berichtet, ?) die Folgen eines Schusses 
Den lekten für die Geschichte der Stadt waren, den er bei Ueckermünde erhalten, 
- bemerkens8werthen Akt, welchen Friedrich]. sowie auch der Umstand, daß sein einziger 
noc< vollzog, war, daß er im Jahre 1469 Sohn, die Hoffnung und der Trost seines 
die im neuen Schlosse zu Cöln im Jahre Alters, dem Tode entgegen siechte*) brach 
1450 gestiftete Kapelle zu einem Dom- vollends seine Kraft und erzeugte in ihm 
stifte erhob. den Entschluß, die Regierung in die Hände 
9 In der hierüber ausgestellten Urkunde seines Bruders Albrecht zu legen und sich » 
sagt er: er habe mit der Hilfe Gottes und aus dem Geräusch der Welt in die Ein- 
zur Ehre seiner Herrschaft und Lande zu samkeit des Fränkischen Gebirges zurück 
Cöln ein neues Schloß gebaut, mit Burg- zu ziehen. Er begab sich im Jahre 1470 
lehen und Zierrathen versehen, auch eine nach der Plassenburg, genoß die erwünschte 
- Pfarrkirche mit einem Pfarrer und Chor- Ruhe aber nur furze Zeit, indem er am 
schülern errichtet, welche täglich unsrer 10. Februar 1471, im 58. Jahre seines 
lieben Frauen, der Himmelskönigin Maria, Alters starb und am 17. März desselben 
Zeiten und Lob darin singen. Zum Danke Jahres in der Gruft seiner Väter zu 
für Gottes Beistand in seiner Regierung, Heilsbronn feierlichst beigesezt wurde.) 
9 wodurch seine Lande sich sehr gebessert, a 
habe er mit Rath und Hilfe seines Rathes 
und Gevattern, des Bischofs von Bran- Sein Nachfolger in der Regierung, - 
denburg, ein neues Stift und Collegium sein nur ein Jahr jüngerer Bruder Albrecht, 
auf dem neuen Schlosse zu Cöln gestiftet 2c., wvon den Zeitgenossen, wegen seiner Tapfer- 
5 dasselbe mit reichlichen Cinfünften versehen, keit und körperlichen Vorzüge der deutsche 
einen Propst, Dechanten, Schaßmeister Achilles, aber auch seiner Klugheit halber 
und sech8 Domherren ernannt, welche den der deutsche Ulysse8 genannt, hatte sich 
Gottesdienst leiten und verrichten und in lange gesträubt, die Regierung anzutreten 
der Nähe des Stiftes ihre Wohnungen und das Leben im schönen Franken mit 
- haben sollen. “) Letzteres ist auch geschehen. dem in der rauheren Mark zu vertauschen. 
Der Kurfürst wies ihnen Wohnungen in Nachdem er am 1. November 1471 auf 
der Nähe des Schlosses an. =- Das Haus dem Schlosse in Cöln angelangt war, » 
Brüderstraße Nr. 4, welches im Jahre nahm er daselbst im Beisein seiner Söhne 
1613 der Boten- oder Postmeister Frisch- Johann und Friedrich die Huldigung der 
-s Mann als Freihaus erhielt, hieß damal8 Bürgermeister, Rathmannen , Gewerke und 
no< die »Alte Dechanei«, und andere ganzen Gemeinheit von Berlin und Cöln 
Häuser, an der Exe des Schloßplaßes an,*) bereiste sodann die Mark, um auch 
und daneben, wurden die »alten Stift8- von den Ständen und übrigen Städten 
häuser« genannt. die Erbhuldigung zu empfangen, verweilte 
Noch im Jahre 1469 wurde Friedrich noch mehrere Monate in Cöln und begab 
zum Kriege mit den pommerschen Fürsten fich, nachdem er daselbst am 8. März 1473 
gezwungen. Die Vortheile, welche er er- 
rang, kosteten große Summen und der 33 Riedel, Codex DÜ 1 595 
Erfolg entsprach nicht seinen Wünschen. |, Bunge Zehezt un Thaten Friedrichs bes Auderens Karfüsten 
* Der Misanih: welcher sm Keüber es GN Rebe en IR 
Niederlegung der kurfürstl. Würde. Märk. Forschungen V1. S. 194-235 
1) Stadt - Archiv Nr. E8. 4) Niedel, Codex C. I. 546. 
2) Fidicin, dipl. Beitr. 11. 260. 5) v. Raumer, a. a- O. Il. S. 3. 
1.0.7.0)
	        
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