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Full text: Berlinische Chronik / Fidicin, Ernst (Public Domain)

123 1453 - 1471 794 
dort wurde auch gewöhnlich des Abends welches im Jahre 1451 der Ritter von 
getanzt, und durch Raths8verordnungen wWaldenfel8 erhalten hatte, war im Jahre 
nur die Ausschreitung, nicht aber dieser 1458 dem Doktor des geistlichen Rechts 
Brauch selbst verboten. Größere Feste Vincentius Swofheim und im Jahre 1463 
wurden in dem einzigen, hinreichenden dem Grafen Ludwig von Helfenstein ver- 
Plaß darbietenden Raum, dem Rathhaus- liehen. ') Das Grundstück Klosterstraße 
saale, gefeiert. Es erklärt sich dadurch auc<, Nr. 76, das spätere Win8'sche und Lüne- 
wie eine Controle über die Zahl der Gäste burg'sche Burglehn, erhielt ein kurfürst- 
und der verabreichten Gerichte möglih licher Trumeter, das Eckgrundstück Nr. 77, 
war. Denn auch hierfür hatte die Vorxr- wo schon der Wundarzt des Kurfürsten » 
sorge der Stadtobrigkeit eine Grenze be- Friedrich I1., Johamn Hase, ein Wohn- 
stellt. haus erbaut hatte, erhielt Henning von 
EEN Crummensee als Burglehn, sowie das 
Grundstück Königstraße Nr. 27 der Tru- 
Nach diesem kurzen Rückblick treten meter Swansnabel. =-- Das dem Hohen- 
wir in die zweite Periode der Geschichte hause gegenüber belegene Burglehn, der 
unserer Stadt ein. alte Hof, welchen der Küchenmeister Ul- 
Obgleich dieselbe bis zum Au8gange rich Zeuschel im Jahre 1451 als Burg- 
des die Mark Brandenburg und mit ihr lehn erhalten hatte, war nach dessen Tode 
die Städte Berlin und Cöln verwüstenden auf seine Erben übergegangen. 0 
dreißigjährigen Krieges und bis zur Zeit Cöln hatte durch die Erbauung der 
der Wiedererhebung durch den großen Kur- ältesten, an der Spree belegenen Theile 
fürsten reicht, so muß doch die Regierung8s- des Schlosses und durch die Fortnahme 
zeit fast jedes einzelnen Regenten als eine der Stadtmauer von der Brüderstraße bis 
solche betrachtet werden, die für unsere zur Spree freilich ein anderes Ansehen % 
Stadt ihre eigenthümliche Bedeutung hat. gewonnen. Auch war Über den später ver- 
Es ist daher zunächst noch dasjenige schütteten Stadtgraben hinter dem Schlosse 
nachzuholen, was während der noch eine Zugbrücke hergestellt worden, welche 
übrigen Regierungszeit des Kurfürsten die Verbindung desselben mit der Freiheit 
Friedrich Il. für Berlin geschah. außerhalb der Stadt herstellte; und in 9 
In der äußeren Gestaltung der Stadt der Nähe des Schlosses, und wahrscheinlich 
9» Berlin traten nur wenig Veränderungen mit demselben verbunden, war ein Ge- 
ein. Die Burgfreiheit, welche der Kur- bäude errichtet, in welchem das oberste 
fürst in der Klosterstraße neben dem Hohen- Hofgericht der Mittelmark seinen Siß ge- 
hause besaß und von welcher die Mark- nommen hatte.*?) 35 
grafen Johann und Otto im Jahre 1271 In Bezug auf die Stadtverwaltung 
einen Theil den Franziskanern oder grauen verblieb es bei der vom Kurfürsten ein- 
Mönchen zur Erbauung eines Klosters ab- geführten Ordnung, wonach für die Mit- 
traten, erstreckte sich von dem Hause in der glieder des neuen, regierenden Raths 
Klosterstraße Nr. 72 bis zur Oderberger die landesherrliche Bestätigung nachge- » 
Heerstraße (der jetzigen Königstraße) und sucht werden mußte. 
von der Klosterstraße bis zur Stadtmauer E38 scheinen Fälle vorgekommen zu sein, 
(Neue Friedrichstraße). Dieser Raum daß Bürger, welche zu Rathmannen ge- 
wurde vom Kurfürsten parcellirt und mit wählt worden, die Annahme der Wahl 
Burglehen beseßt. verweigert hatten. Deshalb verordnete - 
Das Hohehaus,/ die ehemalige Resi- - 
5 | denz des Kurfürsten, Klosterstraße Nr. 75, ESSE LL 0 
Verlinische Chronik. 
She“ L 
5
	        
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