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Full text: Neues aus der Altstadt (Rights reserved) Issue 2.2016 (Rights reserved)

VERLAGSSONDERVERöFFENTLicHUNG NR. 2 | NOVEMBER 2016 Neues aus der Altstadt AKTUELLES GRUSSWORT Gemeinsam für unsere schöne Altstadt Derzeit wird der öffentliche Raum nach verschiedenen Kriterien bewertet. Was sollte Bestand haben, was hat sich bewährt und wo besteht Handlungsbedarf zugunsten der Steigerung der Attraktivität und besseren Nutzung von Plätzen und Straßen? Der Rahmenplan soll Antworten auf diese Fragen geben. Jede einzelne Meinung ist gefragt Mitwirkung erwünscht: Derzeit wird ein Rahmenkonzept vorbereitet Lebendig und schön, statt ungeordnet und holprig – das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ sieht für die Spandauer Altstadt zahlreiche Veränderungen vor. Als Grundlage für die Planung und Durchführung von Baumaßnahmen zur Neugestaltung des öffentlichen Raums wird jetzt ein Rahmenkonzept erstellt, das vorhandene Stärken und Schwächen analysiert. „Ohne eine solide Bestandsaufnahme nützen die schönsten Ideen nichts“, sagt Andreas Wunderlich. Er hat sich der Besuchergruppe, die sich an diesem Oktobertag zu einem Spaziergang durch die Altstadt trifft, angeschlossen. Andreas Wunderlich weiß es ganz genau. Er gehört dem Team des Altstadtmanagements an, das in den kommenden Jahren die Maßnahmen im historischen Stadtkern begleiten wird. Bis zu 50 Millionen Euro Fördermittel stehen für das Gesamtprojekt zur Verfügung. Die Summe klingt viel, jedoch sind davon gewaltige Vorhaben zu stemmen. Jeder Pflasterstein, jede Bank, jede Sitzgelegenheit, der Lieferverkehr, öffentliche Gebäu- de, die optische Anmutung der Geschäfte und Vieles mehr stehen auf dem Prüfstand. Nichts wird sich selbst überlassen. Bevor es richtig losgehen kann, werden städtebauliche, gestalterische und verkehrliche Untersuchungen durchgeführt, aus denen ein Rahmenkonzept abgeleitet wird. Der heutige Termin gehört zu den Punkten, der allen Beteiligten besonders am Herzen liegt: dem Bezirksamt Spandau als Auftraggeber, dem Altstadtmanagement als Partner der Behörde, der „Gruppe Planwerk“, die das Rahmenkonzept entwickelt, der Altstadtvertretung und den Spandauerinnen und Spandauern. „Die Eindrücke vor Ort, die aktive Auseinandersetzung mit der Situation in der Altstadt unter Beteiligung der Öffentlichkeit haben einen großen Einfluss auf die Rahmenkonzeption. Jeder Einzelne ist hier mit seiner Meinung gefragt“, sagt Andreas Wunderlich. Schließlich sollen alle zukünftigen Maßnahmen dem Ziel dienen, die Altstadt als historisches Erbe zu begreifen, nachhaltig den Wirtschafts- und Wohnstandort zu stärken und einen lebendigen Treffpunkt und eine kulturelle Mitte für jeden Bürger zu schaffen. Der erste Schritt ist nun das Rahmen- konzept. Grundlegend wird jetzt eine Bewertung der bestehenden Situation vorgenommen und Konflikte wie beispielsweise der Verkehr und die Aufenthaltsqualität besonders betrachtet. Zudem werden alternative Lösungsvorschläge erarbeitet und unter Mitwirkung der Behörden sowie der Öffentlichkeit ein umsetzungsorientiertes Konzept erstellt. Dafür dienen auch die Spaziergänge durch die Altstadt mit der „Gruppe Planwerk“. „Weitere öffentlichkeitswirksame Termine, haben wir in naher Zukunft bereits geplant“, erklärt der Vertreter des Altstadtmanagements. Auch der Schaffung eines barrierefreien Raumes wird angesichts einer vom demografischen Wandel geprägten Gesellschaft höchste Priorität beigemessen. Der Beauftragte des Bezirks für Senioren und Menschen mit Behinderung wird eng in die Erstellung des Rahmenkonzepts einbezogen. Dazu machte sich eine Gruppe aus dem Forum für Menschen mit Behinderung bereits Ende April auf den Weg durch die Altstadt. Ausgestattet mit Fotokamera, Stift und Karteikarten dokumentierten sie die Barrieren, die sich ihnen auf ihrem Rundgang offenbarten. Zu den Defiziten zählten auch das abgenutzte, unzeitgemäße und nicht aufeinander abgestimmte Stadtmobiliar, erneuerungsbedürftige Straßenund Platzbeläge, mangelhafte Aufenthaltsqualität und ein unzureichendes Sicherheitsempfinden. Auch hier besteht Hand- lungsbedarf, der in der Rahmenkonzeption verankert werden muss. Nicht zuletzt ist es notwendig, dass vor Beginn sämtlicher Maßnahmen verlässliche Daten vorliegen. Hierzu gehören sogenannte Primärdaten – Daten, die sich direkt auf das Untersuchungsgebiet beziehen. Zahlen zu Fußgängern, Radfahrern, Autofahrern, der Patientenbeförderung und dem Lieferverkehr müssen jetzt statistisch erhoben werden. Dafür wird nicht nur der tatsächliche Autoverkehr gezählt. Es reicht bis zu Angaben zum Parken der Fahrräder und Erhebungen zu derzeit genutzten Flächen für die Außengastronomie, der Warenpräsentation und der Außenwerbung. Steht das Rahmenkonzept, dient es als Grundlage für eine sich anschließende Detailplanung der einzelnen Teilbereiche zur Umgestaltung des öffentlichen Raumes. Nur mit einem starken Zentrum, mit dem sich die Menschen als Wohn-, Lebens- und Arbeitsort identifizieren, kann sich unser Bezirk berlinweit als Anziehungspunkt und Touristenmagnet erfolgreich positionieren. Die städtebauliche Aufwertung und Sanierung der Altstadt Spandau mit der zentralen Fußgängerzone ist seit Jahren für Politiker, Gewerbetreibende, Immobilienbesitzer und -nutzer ein großes Thema. Einher geht mit dieser Diskussion die Anpassung an aktuelle und vielfältige Nutzungserfordernisse. Die Aufnahme in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ wird nun das Vorhaben in den nächsten Jahren erfolgreich unterstützen. Ausgangspunkt ist ein breit aufgestelltes Konzept, das strukturell in viele Bereiche eingreift. Die unerträglich gewordene Verkehrssituation bedarf einer kompletten Überarbeitung. Die problematische Entwicklung des Einzelhandels muss gestoppt und dringend ansprechender gestaltet werden. Barrierefreiheit und eine behindertengerechte Nutzung des öffentlichen Raumes sind ebenso Themen wie unattraktive Plätze und Hinterhöfe. Auch wer heute über den Marktplatz läuft, kann derzeit nicht begeistert sein. An vielen Stellen finden sich architektonische Elemente der 70er-Jahre. Handlungsbedarf besteht ebenso für touristische Elemente wie Radwanderwege. Auch sie müssen mehr ins Bewusstsein gerückt werden. Die Altstadtvertretung, als gewähltes Gremium aus engagierten Bürgern, wird sich mit den konkreten Maßnahmen zum Entwicklungsprozess der Altstadt Spandau in regelmäßigen Treffen auseinandersetzen und im direkten Austausch mit der Verwaltung des Bezirksamtes Spandau stehen. Als Vorsitzender der Altstadtvertretung und des Haus & Grund Berlin-Spandau e. V. sehe ich eine dringliche Notwendigkeit die Gesamtattraktivität der Altstadt zu steigern. Unser Quartier lebt von einem dynamischen Miteinander. Hier gilt es über den Tellerrand zu schauen und die unmittelbare Zukunft mitzugestalten. Michael Henkel, Sprecher der Altstadtvertretung VERLAGSSONDERVERöFFENTLicHUNG Neues aus der ERHALTUNGSVERORDNUNG: iNTERViEW MiT MARKUS ANDERS UND MONA SPiZA Städtebauliche Eigenart gut geschützt Stadtteilentwicklung, Revitalisierung, historisches Erbe, Urbanität, bauliche Maßnahmen, neue Konzepte – die Pläne zur Steigerung der Attraktivität der Altstadt Spandau sind eines der zentralen Themen der Abteilung Bauen, Planen, Umweltschutz und Wirtschaftsförderung im Bezirksamt Spandau. Beratung energetische Erneuerung Aufbauend auf einer Bestandsanalyse konzentriert sich das Projekt zunächst auf die Gebäude, bei denen ein Sanierungsbedarf an der Hülle (Fassade, Dach, Keller) zu erkennen ist. Doch damit sind nur ein Teil der Möglichkeiten, Geld für Energiekosten zu sparen, erfasst. Genauso wichtig ist es, die Heizungsanlagen zu modernisieren und/oder den Energieträger zu wechseln. In manchen Fällen können durch Optimierung der bestehenden Anlagen bereits messbare Einsparungen erzielt werden. Interessant sind hierbei auch Netzwerklösungen in der Energieerzeugung und -versorgung insbesondere unter Verwendung regenerativer Energieträger. Zu den Aufgaben von Markus Anders und Mona Spiza gehört es, historische Gebäudestrukturen zu erhalten historischen Stadtgrundrisses aus dem 13. Jahrhundert sowie ihrer aus den unterschiedlichen Epochen hervorgegangenen heterogenen Bebauungsstruktur dazu. Das Bezirksamt Spandau hat am 16. Juni 2016 die rechtliche Grundlage geschaffen, die geschichtliche identität sowie die Struktur und den Bestand der historisch wertvollen Altstadt dauerhaft zu sichern. Müssen Grundstückseigentümer und Geschäftsinhaber große Veränderungen fürchten? Mona Spiza: Nein, bereits bestehende, legal errichtete Anlagen haben einen Bestandsschutz. Grundgedanke der Erhal- tungsverordnung ist die Pflicht zur Einholung einer Genehmigung für alle im Erhaltungsgebiet beabsichtigten baulichen Maßnahmen – egal ob es sich hierbei um kleine oder große, baugenehmigungsfreie oder -pflichtige Maßnahmen handelt. Sind also zukünftig innerhalb des Erhaltungsgebietes die Errichtung, der Rückbau, die Änderung oder die Nutzungsänderung baulicher Anlagen geplant, sind sie ab sofort auch nach der Erhaltungsverodnung genehmigungspflichtig. Die Erhaltungsverordnung bezieht sich insbesondere auf die Veränderung von Fassaden, Werbeanlagen, Sonnen- und Wetterschutzanlagen, Solaranlagen und Parabolantennen. Was müssen Eigentümer oder Ladenmieter vor einer geplanten Umgestaltung beachten? Markus Anders: Zur Klärung der rechtlichen Zulässigkeit eines Vorhabens sowie zur Vermeidung finanzieller Schäden, die sich aus der Durchführung einer baulichen Maßnahme ohne Genehmigung ergeben, empfehlen wir sich frühzeitig vom Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung zur Erhaltungsverordnung beraten zu lassen. Bei Vorhaben die nach der Bauordnung Berlin genehmigungspflichtig sind, ist sich zusätzlich mit dem Bau- und Wohnungsaufsichtsamt Spandau in Verbindung zu setzen. Erst nach Erteilung aller Genehmigungen darf mit der Maßnahme begonnen werden. Mit diesem Projekt sollen folgende Informationen an die Gebäudeeigentümer und Gewerbetreibenden in der Altstadt Spandau konkret bezogen auf ihr Gebäude/ihren Betrieb vermittelt werden: • Energieeinspar- und Effizienzpotentiale im Bereich Gebäudesanierung und Anlagentechnik sowie Technologiekombinationen • Vorschläge für die Umsetzung von geringinvestiven Maßnahmen • Nutzung von erneuerbaren Energien • Möglichkeiten zu gebäudeübergreifenden Maßnahmen und deren Wirtschaftlichkeit An dem Projekt interessierte Eigentümer und Gewerbetreibende können sich bei der KlimaWerkstatt Spandau bei Andreas Henning t 362 814 28, Mobil 0177/483 6504 oder per E-Mail andreas.henning@ henning-umwelt.de melden. „Wildwuchs” muss nicht sein Gestaltungskatalog soll Unterstützung geben Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, doch über die mitunter eigenwillige Gestaltung und Nutzung der Außenanlagen im Fördergebiet sind sich alle Beteiligten einig: Hier muss eine einheitliche Linie rein. NR. 2 | NOVEMBER 2016 Mit kleineren Verkehrseinschränkungen und zugegeben nicht ganz leise präsentierte sich der Umbau der Hertefeldstraße hatte zum Ziel, die Anwohner am Lindenufer vom DurchHertefeldstraße. inzwischen ist Ruhe eingekehrt – geplantermaßen sozusagen. Denn für den Belag gangsverkehr zu entlasten. Der Supermarkt erhielt eine Ladezone für den Lieder Straße hat man sich ganz bewusst auf ein Material geeinigt, das Anwohner und Passanten ferverkehr, zudem wurden ein Behindertenparkplatz und acht Pkw-Stellplätze nicht mit einem hohem Geräuschpegel des Fahrzeugverkehrs belastet. Auch sonst zeigt eingerichtet. ich denke es ist gelungen, die Wasserlage und Parkanlage am Lindenufer sich die verkehrsberuhigte Verbindung der Fußgängerzone mit dem Lindenufer als stärker mit der Altstadt zu verknüpfen“, erklärt Björn Nieter vom Team des Altstadtmanagesinnvolle Maßnahme. Die Neugestaltung der Hertefeldstraße ermöglicht einen ments dazu. Für Nutzer der Stellflächen am Lindenufer führt jetzt der Weg von der Breiten Straße attraktiven und zugleich barrierefreien Zugang zur Altstadt. „Der Umbau der über die neu gebaute Hertefeldstraße bis zu den gewohnten Parkplätzen. VERSTEcKTE ORTE NEUE SERiE: HiSTORiScHE GEBäUDE Der Gewölbekeller Andreas Wunderlich erörtert die Geschichte versteckter Orte. Refugium für Bürgermeister, Adlige und Künstler Gewiss ist es nicht, ob Prinz Heinrich jemals einen Fuß in seinen Gewölbekeller gesetzt hat. Aber die Tatsache, dass ihm seinerzeit das darüberliegende Palais als Heimstatt diente, ist verbürgt. Doch der einstige Gebäudekomplex, der durch die Bomben im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und daher abgerissen wurde, hat historisch weitaus mehr zu bieten. Informativ und aufschlussreich GESTALTUNGSKATALOG 2 BAUVORHABEN HERTEFELDSTRAßE Ziel ist es, Gebäudeeigentümer individuell dabei zu unterstützen, die effektivsten Maßnahmen zur Energieeinsparung in ihren Gebäuden zu erkennen und umzusetzen. Auch Gewerbetreibende können von diesem Beratungsangebot profitieren und sich insbesondere zu Beleuchtungsfragen kostenlos informieren lassen. Als einer der stadtgeschichtlich bedeutendsten Orte Berlins und kultureller sowie touristischer Anziehungspunkt findet die Spandauer Altstadt grenzübergreifend Aufmerksamkeit. Bereits lange vor der Aufnahme in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ diskutierten Bürgerinnen und Bürger, ansässige Geschäftsleute und Anwohner über Zukunftspläne „ihres” historischen Kerns leiden- schaftlich mit. Sie wollen ein Wort mitreden, wenn das Bezirksamt über Notwendigkeiten entscheidet. Markus Anders und Mona Spiza sind im Fachbereich Stadtplanung für die Programmbetreuung des Projekts verantwortlich. In ihren Bereich fällt auch die Erhaltungsverordnung, die die „städtebauliche Eigenart“ der Altstadt bewahren soll. Wir sprachen mit ihnen über das Instrument der Erhaltungsverordnung. Foto: Ralf Salecker; www.spandau-tourist-info.de; www.unterwegs-in-spandau.de Altstadt im Rahmen der Förderkulisse „Städtebaulicher Denkmalschutz“ hat die KlimaWerkstatt Spandau ein Beratungsprogramm für Gebäudeeigentümer und Gewerbetreibende in der Altstadt Spandau gestartet. Die Spandauer Altstadt ist von großem historischem Wert Können Sie kurz umschreiben, um was es sich bei einer Erhaltungsverordnung handelt und was unter „städtebaulicher Eigenart“ zu verstehen ist? Markus Anders: Die Erhaltungsverordnung ist ein formales Instrument des Städtebaurechts. Es verfolgt das Ziel, historisch bedeutende Ensembles in ihrer städtebaulichen Gestalt auf gesetzlicher Ebene zu schützen und zu erhalten. Der Ausdruck „städtebauliche Eigenart” wird im § 172 Baugesetzbuch (BauGB) verwendet. Bebaute Gebiete, aber auch Einzelgebäude weisen gemäß dem BauGB eine städtebauliche Eigenart auf, wenn sie das Ortsbild oder die Stadtgestalt entscheidend prägen. Die Altstadt Spandau gehört als gesamtes städtebauliches Ensemble aufgrund ihres Beratung VERLAGSSONDERVERöFFENTLicHUNG Das muss nicht sein: Ein wildgewachsener Schilderwald in der Spandauer Altstadt. Als praktisch und sinnvoll wird daher ein Gestaltungskatalog erachtet, der Anwohnern, Grundstücksbesitzern und Geschäftsleuten Richtwerte in die Hand gibt, nach denen eigene Ideen entwickelt werden können. Das Handbuch soll klare Regelungen und Hilfestellungen zur Gestaltung unter anderem von Baukörpern, Dächern, Fassaden und Einfriedungen, Außengas- tronomiebereichen und Warenauslagen sowie eine integrierte Werbeanlagenkonzeption enthalten. Zugleich ist die zu entwickelnde Vorlage als Basis für Entscheidungen im Rahmen des Gebietsfonds gedacht. Dieser Fonds bietet finanzielle Unterstützung entsprechender Maßnahmen an. Ziel des Gestaltungskatalogs ist es, mittelfristig eine Reduzierung der Überfrachtung des Straßenraums mit Werbung, Warenauslagen sowie ausufernden Außengastronomiebereichen zu erreichen. Und dafür braucht es jetzt Bürger, Anrainer und Geschäftsleute, die Lust haben, über dieses neue Regelwerk nachzudenken. Bei gemeinsamen Treffen wird der Gestaltungs- katalog erarbeitet und im Sommer 2017 fertiggestellt sein. Die Beteiligung der Grundeigentümer, Einzelhändler und Gastronomen steht hierbei für eine gelingende Umsetzung im Vordergrund. Anfang 2017 soll in mehreren Workshops gemeinsam nach Lösungen gesucht werden, die das typische Erscheinungsbild der Gebäude und Straßenräume sowie das historische Ambiente der Altstadt stärker ins Bewusstsein rücken. Weitere Infos unter www. altstadtmanagement-spandau.de. Interessenten, die sich aktiv beteiligen möchten, melden sich unter: info@ altstadtmanagement-spandau.de. Die ersten Termine finden Sie auf Seite 4. Tag des offenen Denkmals „Durch Sie habe ich versteckte Orte entdeckt, an denen ich bereits oft achtlos vorbei gegangen bin…“ „Ich möchte mich auf diesem Weg für die überaus interessante Führung bedanken. Es war sehr informativ und aufschlussreich.“ „Es wäre schön, wenn auch im nächsten Jahr eine Führung stattfinden würde.“ Andreas Wunderlich freut sich über die positive Resonanz, die seine Ausführungen zum Tag des offenen Denkmals, Mitte September, hervorgerufen haben. Aber er kennt auch die Neugierde der Berliner, wenn es darum geht „versteckte Orte“ zu entdecken. Unter gleichnamigen Motto führte er daher die Besucher nicht nur mit kenntnisreichem Wissen durch die Spandauer Altstadt und machte auf Besonder- Mehr erfahren: www.altstadtmanagement-spandau.de heiten aufmerksam, die selbst eingefleischten Spandauern unbekannt waren, sondern zeigte auch historische Kelleranlagen und sonst nicht zugängliche Innenhöfe. Viele interessierte Bürger kamen zum Tag des offenen Denkmals. Wer sich heute für die Geschichte des ehemaligen Prinz-Heinrich-Palais interessiert und sich ein Bild von den Überresten machen möchte, den führt der Weg an der Westseite des Reformationsplatzes vorbei durch die Toreinfahrt eines modernen Wohnhauses zu einer kleinen Metall-Wendeltreppe. Hier befindet sich der Eingang zum historischen Gewölbekeller. Wenig lässt sich für Unkundige von außen erahnen, dass sich hier noch heute das spätmittelalterliche Gewölbe eines einst faszinierenden Gebäudekomplexes befindet, der sich bis zur Ritterstraße erstreckte. Prinz Heinrich Palais Das Gebäude gehörte immer bedeutenden Spandauer Adelsfamilien und wurde oft verändert. Zunächst als spätgotisches Patrizierhaus errichtet, war das Gebäude vom 15. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts der Wohnort für Spandaus Bürgermeister. 1769 ließ es die königliche Hoheit Prinz Heinrich zu einem Palais umbauen. Historiker gehen davon aus, dass der Hohenzoller homosexuell war und aus diesem Grund in die Spandauer Provinz verbannt wurde. Dem Gebäude brachte das Besitztum des 13. Kindes von König Friedrich Wilhelms I. in Preußen den Namen Prinz-Heinrich-Palais Der historische Keller dient heute Künstlern als Ausstellungsfläche für ihre Werke. Früher bildete das spätmittelalterliche Gewölbe die Grundfeste für einen faszinierenden Gebäudekomplex. ein. Sein Bruder Friedrich der Große besuchte ihn ab und an in der Stadt. Nach einem grundlegenden Umbau in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude 1854 Sitz des Königlichen Kreisgerichtes und von 1879 bis zum Zweiten Weltkrieg als Gerichtsgebäude genutzt. Eine burgenhafte Gestaltung ließ die Abkehr hin zum Klassizismus deutlich erkennen. Lichtspiel-Theater Die Bomben des Zweiten Weltkriegs zerstörten das Gebäude derart, dass man sich 1950 zum Abriss entscheiden musste. Die noch weitgehend erhaltene Bausubstanz des Erdgeschosses wurde durch die wenig behutsame Abtragung vernichtet. 1956 eröffnete das Forum-Lichtspiel-Theater. 1968 erfolgte der Umbau zu einem Aldi-Lebensmittelmarkt und als dieser 1987/88 abgerissen wurde, entdeckte man die Reste des gotischen Kellergewölbes. 1989 bis 1991 entstand an der Stelle des ehemaligen Palais ein Neubau, der sich nun hinsichtlich der Höhe der Nikolaikirche unterzuordnen hatte. Kommunale Galerie Heute wird das mittelalterliche Kellergewölbe als eine kommunale Galerie genutzt, in der regelmäßig Künstler ihre Werke präsentieren. NR. 2 | NOVEMBER 2016 3 VERLAGSSONDERVERöFFENTLicHUNG Neues aus der NEUE SERiE: GEScHäFTE iN DER ALTSTADT Altstadt „Einfach etwas besonderes“ Vom Fass ist bei Kunden beliebt Wenn Silvia Wenk das Geschäft „Vom Fass“ von Silvia und Holger Wolinski in der Breite Straße 47 betritt, dann weiß sie, was sie erwartet: „Freundlichkeit, gute Beratung und mit der Whiskyverkostung auch besondere Events.“ Holger Wolinski fühlt sich als gebürtiger Spandauer mit seinem Geschäft „Vom Fass“ in der Altstadt wohl. Doch es gibt in der Zukunft noch „viel zu tun“. Die Spandauer Stammkundin kommt gern in das geräumige und geschmackvoll eingerichtete Geschäft. Sie kann hier neben Karten für besondere Veranstaltungen des Geschäfts in erster Linie erlesene Essig- und Ölsorten, feine Spirituosen und Feinkostartikel wie Pasta und Gewürze kaufen. Für den besonderen Geschmack, die ausgesuchten Manufakturprodukte und die stets gute Laune der Geschäftsinhaber ist „Vom Fass“ weit über die Altstadt hinaus bekannt. Und doch ist Holger Wolinski nicht ganz zufrieden. Sechs Jahre betreibt er mit seiner Frau das Geschäft am Rande der Fußgängerzone: „Wir lieben die Altstadt, die Spandauer und haben einen tollen Vermieter, aber das Leben tobt doch von der Carl-Schurz-Straße bis zum Markt. Hier müssen Ideen her, wie die Breite Straße besser belebt werden kann. Zudem werden die Kunden oft noch vom nichtzulässigen Autoverkehr durch unseren Bereich gestört.“ Deshalb begrüsst Holger Wolinski auch das Förderprogramm für die Altstadt und setzt sich aktiv für die Revitalisierung in der Altstadt ein. „Erst verkehrsbe- ruhigt, dann belebt“, so stellen sich die Geschäftsinhaber die Zukunft am Standort vor. Ein paar interessante Geschäftszuwächse würden die beiden sich auch wünschen: „Teespezialitäten oder ein Schokoladenfachgeschäft – das würde das Angebot in der Altstadt wirklich bereichern.“ Mit ihrem Sortiment hochwertiger Produkte sind sie in jedem Fall schon jetzt eine echte Bereicherung für Spandaus Mitte. Allein der „Dattel Balsam Star“ – eine Spezialität aus eingedicktem Dattelsaft und Dattelessig – ist vielen Kunden der Weg durch die Altstadt wert. Auf das Olivenöl Madonia aus Sizilien, dass in diesen Tagen eintreffen muss, wartet man schon sehnsüchtig. Dieses goldgrüne Olivenöl – hergestellt in Italien und erste Güteklasse – gibt es nur so lange der Vorrat reicht und erst dann wieder, wenn die nächste Ernte in Flaschen gefüllt wird. Ins Schwärmen gerät, wer die feine Säure des „Apfel Balsam Star“ genießt. Veredelt durch Reifung in Eichenfässern überzeugt diese milde Kreation der hauseigenen Essigmanufaktur mit konzentrierten Fruchtaromen, sämiger Konsistenz und einer angenehmen Säure. Silvia und Holger Wolinski könnten noch viele Geschmacksproben bieten, sowohl aus ihrem Sortiment, als auch aus dem wechselvollen Geschäftsleben in der Breite Straße. Das Beste aber ist, man holt sich seine Kostprobe persönlich ab. Akira: Schmuck und Kunst Erlesene ideen, zauberhafte Geschenke Wie ein erlesenes Kleinod präsentiert sich Akira seit April 2016 in der Altstadt. Die Schmuck- und Kunstgalerie strahlt mit ihrem einzigartigen charme, der Lage direkt neben dem Gotischen Haus und dem individuellen Sortiment eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Für Tony Hung Dao, Künstler und Betreiber des Geschäfts in der Breite Straße 31, war es sozusagen „Liebe auf den ersten Blick“. Nach 15 erfolgreichen Jahren als Geschäftsmann und Künstler an mehreren Standorten auf der Insel Rügen, erweiterte er 2015 seine unternehmerischen Aktivitäten auf den Berliner Raum. Einen ersten Versuch iMPRESSUM Herausgeber: Bezirksamt Spandau von Berlin, Abt. Bauen, Planen, Umweltschutz und Wirtschaftsförderung; Stadtentwicklungsamt Redaktion: Altstadtmanagement Spandau Entwurf und Gestaltung: Spandauer Volksblatt Druck: Axel Springer SE Druckhaus Spandau V.i.S.D.P.: Andreas Wunderlich, BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH Für den Inhalt der Zeitung zeichnet nicht der Herausgeber, sondern die Redaktion verantwortlich. 4 NR. 2 | NOVEMBER 2016 seine künstlerischen Arbeiten den Spandauern näherzubringen, unternahm er seinerzeit auf dem Weihnachtsmarkt. „Die Einzigartigkeit der Altstadt und die positive Resonanz auf seine Bilder haben dazu geführt, hier ein eigenes Geschäft zu eröffnen“, sagt Hoa Hoang, Nichte des Firmengründers und Geschäftsführerin von Akira. Jetzt glitzert und funkelt es in der ehemaligen Confiserie. Denn mit der behutsamen Sanierung des kostbaren Interieurs hat Tony Hung Dao aus dem ehemaligen Schoko-Laden eine bemerkenswerte Schmuck- und Kunstgalerie geschaffen. Hier können die Kunden und Besucher nun Marken wie Coer de Lion, Dansk Smykkekunst, Rolf Cremer oder Seit April ist Akira mit einer Schmuck- und Kunstgalerie in der Altstadt vertreten. S.T.A.M.P.S. finden. Feiner Silberschmuck mit den beliebten See-Opalen, Korallen, Shiva-Augen und Bernsteinen findet man hier ebenso wie handgefertigte Designerstücke und passende Geschenke für das bevorstehende Weihnachtsfest. Wichtig ist Hoa Hoang jedoch, dass die Ware für jeden erschwinglich ist. Daher sind die Preise für jeden Geldbeutel gemacht. Auch die Kunstwerke von Tony Hung Dao, wie Aquarelle, Acrylbilder, 3D-Karten oder die beliebten Berufswappen erfreuen sich großer Beliebtheit. Bleibt genügend Zeit, übernimmt der Absolvent der Kunstakademie Vietnam, deren Werke in Asien und Europa ausgestellt wurden, sogar Auftragswerke. iHRE ANSPREcHPARTNER Altstadtmanagement Spandau Mönchstraße 8, 13597 Berlin Andreas Wunderlich (Projektleitung) Björn Nieter, Kristine Harrmann, Hue Vanessa Dinh, Theo Wunderlich Tel. (030) 351 02 270 E-Mail: info@altstadtmanagementspandau.de Die Mitarbeiter des Altstadtmanagements stehen Ihnen während der Sprechzeiten und nach Vereinbarung zur Verfügung. montags 15-18 Uhr, dienstags 10-12 Uhr, donnerstags 17-19.30 Uhr Für weiterführende Informationen zum „Städtebaulichen Denkmalschutz“ können Sie sich darüber hinaus wenden an: Bezirksamt Spandau, Stadtentwicklungsamt, FB Stadtplanung Carl-Schurz-Straße 2/6, 13597 Berlin. Sprechzeiten dienstags und freitags 9-12 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. Leitung Markus Schulte Tel. (030) 902 79 26 63, Gruppenleitung Nadine Deiwick Tel. (030) 902 79 25 26, Programmbetreuung Markus Anders Tel. (030) 902 79 21 95 Wirtschaftsförderung: Leiter: Patrick Axel Sellerie Tel.: (030) 902 79 22 66 stellvertretender Leiter: Ricky Jahn Tel.: (030) 902 79 22 72 Qualitätsoffensive Mach was draus Mit einem bunten Beratungsangebot sollen Veranstaltungen, Märkte und Geschäfte einen neuen „Anstrich“ erhalten. Zur Unterstützung der Gewerbetreibenden in der Altstadt führt das Altstadtmanagement Spandau im Rahmen einer Qualitätsoffensive in regelmäßigen Abständen besondere Austausch- und Beratungsangebote durch. Wie kann der Einzelhandel zukunftsfähig gemacht werden? Was sind aktuelle Trends und Entwicklungen? Welche (Förder-)Programme gibt es und in welcher Art und Weise nehmen sie Bezug auf den Handel? Zur Auftaktveranstaltung der Qualitätsoffensive – Ende September – gab es nicht nur viele Fragen, sondern auch Antworten. Angesprochen wurden mit dem Vortrag von Dr. Mateusz Hartwich, Branchenkoordinator im Bereich Einzelhandel der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, auch Fragen zum Onlinehandel. Mit diesem ersten Treffen soll ein Veränderungsprozess initiiert werden, der die Angebote, die Präsentation von Produkten und Dienstleistungen sowie die Events in der Altstadt verbessert. Im Oktober organisierte das Altstadtmanagement Spandau das zweite Weiterbildungs- und Beratungsangebot mit dem Thema „Außenwirkung und Schaufenstergestaltung“. Auch in Zukunft sollen gezielt Lösungsansätze zu verschiedenen Fragestellungen gefunden werden. Gerne können durch die ansässigen Händler auch eigene Themenvorschläge eingebracht werden. Das Altstadtmanagement ist gern bereit, bei der Umsetzung entsprechender Ideen und Vorschläge Hilfestellung zu leisten. Nehmen Sie Kontakt auf unter: info@altstadtmanagementspandau.de TERMiNE Informieren Sie sich zum aktuellen Stand des integrierten Stadtentwicklungsprozesses für die Altstadt Spandau, zum Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ und erfahren Sie mehr zu Aktionen und Veranstaltungen. Donnerstag, 19. Januar 2017: Altstadtplenum Montag, 23. Januar 2017: Runder Tisch Gewerbe (mit Vorstellung der bevorstehenden Stadtwerkstätten zum Gestaltungskatalog – lesen Sie dazu S.2) Donnerstag, 16. Februar 2017: 1. Stadtwerkstatt zu den Themen Werbeanlagen und Sondernutzungen Mittwoch, 15. März 2017: Einreichungsfrist Anträge Gebietsfonds 2017 Veranstaltungsorte und Zeiten werden jeweils im Vorfeld der Aktionen unter www.altstadtmanagement-spandau.de bekannt gegeben. Mehr erfahren: www.altstadtmanagement-spandau.de
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