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Franz Späth. 1839-1913

Full text: Späth-Buch 1720-1920 / Späth, Hellmut L. (Public Domain)

Aus der Umgebung des Späthschen Betriebes in der Köpenicker Strasse. 
Das grosse Magazin Köpenicker Strasse 16/17. 
zu 300 Zentner Gehölzsamen ausgesät und Millionen von Pflanzen daraus 
gezogen. 
Ferner wurden in der Baumschule viele — nach der neueren französi- 
schen Art regelmässig geformte — Zwergobstbäume gezüchtet. .Es ist ein 
Verdienst Franz Späths, diese Kultur in Deutschland heimisch gemacht zu 
haben, und durch die peinlich exakte Form der von ihm kultivierten Obst- 
bäume wirkte er bahnbrechend. Ferner wurden jährlich gegen 30000 Stück 
Rosen und grosse Mengen von Ziersträuchern zur Bepflanzung von Gärten 
kultiviert. Die Blumenzwiebelfelder umfassten 10. Morgen und bildeten in 
jedem Frühling das. Ziel der Berliner Gartenliebhaber, 
Der Vater, der inzwischen das 80. Lebensjahr erreicht hatte, verfolgte 
anfangs die für die damaligen Verhältnisse riesige Ausdehnung der Baum- 
schule seines Sohnes mit grossem Misstrauen. Ihm war es vor allen Dingen 
unklar, wie man einen derartig grossen Gartenbaubetrieb von Unkraut frei 
halten könne. Er, der als Vierzehnjähriger vor über 70 Jahren in der Gärt- 
nerei seines Vaters Carl Friedrich Späth — wie wir gesehen haben — ins- 
besondere mit der Unkrautvertilgung beschäftigt war, pflegte noch, als hoher 
Achtziger, — von seinen Enkeln begleitet — in seinem Wägelchen durch die 
Anlagen des Sohnes kontrollierend und prüfend zu fahren, und wenn er nur 
irgendwo ein kleines Unkraut oder Ungeziefer erblickte, stieg er aus‘ und 
bückte sich tief herab, um es zu vernichten. Als er aber schliesslich sah, dass 
es dem Sohne doch glückte,'trotz der dauernden Vergrösserung‘ des Betriebes 
gleichzeitig die Kulturen in mustergültiger Ordnung zu halten, fasste er sein 
Urteil in die Worte zusammen : „Solange mein Sohn seine Baumschule von 
Unkraut frei halten kann, mag er sie noch vergrössern.“ In diesem einfachen 
Satz liegt zweifellos eine grosse Wahrheit, von der der Laie sich kaum eine 
Vorstellung machen kann. Der Kampf mit dem Unkraut ist in jeder Baum- 
schule ein ungeheurer und in jedem Jahre wiederkehrender. Werden doch Heute 
in den Späthschen Baumschulen Hunderte von Frauen mit nichts anderem 
beschäftigt als mit dem Vertilgen von Unkraut und Ungeziefer (s. S. LXXXI11). 
)
	        
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