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Ludwig Späth. 1793-1883

Full text: Späth-Buch 1720-1920 / Späth, Hellmut L. (Public Domain)

eine grosse öffentliche Parkanlage, der „Friedrichshain‘, dem Publikum 
übergeben worden; die schönen Parkanlagen des Tiergartens hatte die 
preussische Krone aus dem gleichen Anlass der Bevölkerung freigegeben. 
Im Jahre 1843 war in Berlin die „Gesellschaft der Gartenfreunde“ gegründet 
worden, der: Ludwig Späth sofort als Mitglied beitrat, und wir finden ihn 
und seinen 21 jährigen Sohn auch im Jahre 1860 auf der Liste der Gründer 
des „Deutschen Pomologen-Vereins“, 
Vier Vertreter der Familie Späth. sind bis jetzt.an.unserem geistigen 
Auge vorübergegangen, und so verschieden sie uns auch nach Begabung 
und Charakteranlagen entgegengetreten sind, in einem Punkte waren sie alle 
gleich: sie sahen in der Arbeit keine Plage, sondern einen Segen; sie hatten 
sämtlich erkannt, dass nur angespannte Tätigkeit und völlige Hingabe an 
einen Beruf- wahre Befriedigung und inneres Glück. begründen können. 
Immer hatte der Vater. danach getrachtet, dass der Sohn es leichter haben 
solle als er; jede Generation hatte für die kommende ‚gespart; jede hatte 
das Geschäft auf eine Höhe gebracht, wie sie der wachsenden Bedeutung 
Berlins entsprach, und jeder Vater hatte dem Sohn zur Pflicht gemacht, den 
Betrieb nach Möglichkeit auszubauen, um einer immer. grösseren Anzahl von 
Menschen Gelegenheit zu nützlicher Beschäftigung zu geben und immer 
neue Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen: Aber wohl keiner von den bisher 
geschilderten Geschäftsinhabern hat mit grösserer Entsagung und regerem 
Fleiss für den weiteren Aufstieg des Unternehmens und der Familie gewirkt 
als Ludwig Späth.‘ Sorgsam legte er. einen. Taler zum anderen, in der 
Hoffnung, dass sein Sohn Franz einst das Richtige damit anzufangen wissen 
werde, Aber was war Ende der sechziger Jahre und Anfang der siebziger 
Jahre des vergangenen Jahrhunderts für eine Gärtnerei vom Zuschnitte der 
Späthschen das Richtige? Und wenn schon Ludwig Späth erkannt hatte, 
dass infolge des wirtschaftlichen Aufschwunges wohl. eine Möglichkeit vor- 
handen war, den Betrieb wesentlich zu vergrössern, und wenn er auch dank 
seiner Sparsamkeit und einiger‘ geglückter Grundstücksverkäufe finanziell 
sehr. wohl dazu in der. Lage gewesen wäre, so schreckte er doch vor einer 
wesentlichen Vergrösserung seines Betriebes zurück. Sein Sohn dagegen 
trug Sich schon, als er im Jahre 1864 — erst 25 Jahre alt — das väterliche 
Geschäft übernahm, mit grossen Plänen, 
Aus der Umgebung der Köpenicker Strasse zur Zeit Ludwig Späths: Blick 
von der Oberbaum- Brücke nach der Stadt. Zeichnung vom ‚Jahre 1860.
	        
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