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Einiges über Anpflanzung und Pflege der Rosen

Full text: Späth-Buch 1720-1920 / Späth, Hellmut L. (Public Domain)

Im Frühjahr ist bei Eintritt wärmerer Tage die Laubdecke zu entfernen, auch ein Teil des Erdhügels, 
Der Schnitt kann dabei bald ausgeführt werden, Im allgemeinen werden alle stärkeren Jahrestriebe 
bis auf 6—8 cm zurückgeschnitten, = Alles schwache Holz wird ganz entfernt. Zwei bis ‘drei gute 
Augen an jedem stehengebliebenen Trieb genügen. MNur Noisette- und Teerosen, die lange, rankende 
Triebe haben, werden anders geschnitten, Die stärkeren Triebe werden ‚auf %/,—'!/2 eingekürzt, das 
schwache Holz scharf zurückgenommen, - Rankrosen erfordern wieder .eine andere Behandlung. Ihnen 
lässt man alle Jahrestriebe und schneidet nur alles alte und schwache Holz heraus. Die Büsche müssen 
sich ständig aus dem .Wurzelstock verjüngen. Da selbstverständlich die Rosen ihren Nährboden .im 
Laufe der Zeit erschöpfen, ist tür erneute Zufuhr von Nährstoffen zu sorgen, und zwar schon lange 
bevor die Erschöpfung eintritt. Auch hier ist guter alter Kompost das beste Material. Man bringt den- 
selben im Frühjahr auf die Beete und vermischt ihn beim Freilegen der Rosen von der Winterdecke 
mit dem Erdboden. 
RofenFkranutkbeiten und ibre Bebandlung 
Von schädigenden Krankheiten tritt bisweilen der Meltau und auch der Rost auf. Das Auftreten dieser 
Krankheit äussert sich in der Bildung von weisslichem Schimmelrasen, Gegen den Meltau hilft nur 
das Schwefeln. Sofern die ersten Anzeichen dieser Erscheinung bemerkt werden, sind die Rosen sorglich 
mit fein gemahlenem Schwefel vermittels geeigneter Zerstäuber zu bearbeiten. Ein öfteres Wiederholen 
dieses Schwefelns ist vonnöten: etwa nach 2—3 Wochen. Das Schwefeln soll bei recht sonnigem, wind- 
stillem Wetter geschehen, auch‘ muss das Laub völlig trocken sein, 
Der Rosenrost macht sich bemerkbar durch kleine rostfarbene Pusteln auf dem Laube, die Sich bald 
stark verbreitern. Gewöhnlich fällt solches Laub sehr früh ab, Ein gutes Bekämpfungs-, besser noch 
Vorbeugungsmittel ist das Spritzen mit Kupferkalkbrühe. Aber auch hier sofort spritzen, sobald die ersten 
Anzeichen bemerkbar sind, auch die Spritzung in Zeiträumen von 2-—3 Wochen wiederholen, oder noch 
besser, die angegebenen Mittel zur Vorbeugung var der Erkrankung anwenden, 
Etwas reichhaltiger treten die tierischen Schädlinge auf, doch meistens auch vereinzelt, so dass man 
ihrer leicht Herr wird. Raupen finden sich allerlei auf den Rosen vor, sie müssen abgesucht werden, wie 
überhaupt immer ein wachsames Auge hierauf zu richten ist, . Der Rosenwickler spinnt die jungen Trieb- 
spitzen zusammen und vernichtet durch Frass die sich eben bildenden Knospen. Absuchen und Töten 
der Raupen sind das einzige Mittel. Auftretende, Rosentriebbohrer und Rosenblattwespen-Larven, die im 
Mark der jungen Triebe ihr Unwesen treiben, bemerkt man gewöhnlich erst dann, wenn die Triebspitze 
zu welken anfängt. Dieselben müssen dann unterhalb der welken Stelle bis ins gesunde Mark abgeschnitten 
und verbrannt werden. Damit. wird -auch das innen wohnende Insekt getötet, Maikäfer können bisweilen 
durch Frass sehr schaden, sie müssen auch abgesucht werden, Bei näherer Beobachtung ist noch mancher 
Schädling anzutreffen und zu vernichten, doch, wie erwähnt, sind solche nur einzeln, Nur Blattläuse treten 
bisweilen stark auf. Die befallenen Triebspitzen werden in eine Abkochung von Quassia oder Tabak getaucht, 
wodurch die Läuse abgetötet werden, oder mit den unter „Pflanzenschutzmittel“ angegebenen Mitteln bekämpft, 
Bei der Pflanzung von Rosen wird oft eine‘ Frage vorangehen: Sollen Büsche oder Kronenbäumchen 
gepflanzt werden? Hierbei’ ist folgendes zu beachten, Nicht jede Rosensorte bietet sich als Hochstamm 
gleich gut dar, vor allen Dingen nicht diejenigen mit straffem, aufrechtem Wuchs, Hohe Stämme eignen 
sich vor allen Dingen für Sorten mit breit gehendem oder hängendem Wuchs. Darum nimmt man ja 
auch für Rankrosen, als Trauerrosen bezeichnet, die längsten Wildlingsstämme, die zur Verfügung stehen, 
Sorten mit aufrechtem Wuchs eignen sich daher, sollen sie als Kronenbäumchen gepflanzt werden, auf 
niedrigere, wenig über halbhohe Stämme. Anders wird es, wenn diese Kronenbäumchen vor eine höhere 
Terrasse, vor eine offene Veranda zu stehen kommen, von wo aus sie von oben geschaut werden, Hier 
müssen natürlich auch aufrecht wachsende Sorten auf hohen Stämmen genommen werden, damit sie 
die Blüten auch dem Beschauer nahe genug bringen. Auch: Polyantharosen sind als Kronenbäumchen 
reizvoll, doch muss man ihre Blüte von oben beschauen können, 
Bei Ankunft der in der Baumschule gekauften Rosen kann es vorkommen, dass die Sendung angetrocknet 
ankommt. Die Büsche sind dann etwa einen halben Tag ins Wasser zu legen, damit sie wieder frisch 
werden. Darauf schlägt man sie sorglich in frischem Erdboden ein, woselbst sie bis zum Pflanzen liegenbleiben. 
Die Triebe sind in diesem Einschlag zu mindestens zweidrittel ihrer Länge gleichfalls mit Erde zu bedecken, 
Wo viel” Schnittrosen gebraucht sind, ist das Aufpflanzen geeigneter Rosen auf Beete zu empfehlen. 
Da Schnittrosen stets langstielig geschnitten werden, leiden‘die im Blütengarten stehenden Rosenbeete zu 
sehr und blühen infolgedessen nicht so reichlich weiter, als wenn nur die verblühten Blumen abgeschnitten 
werden. Dass den Schnittrosen alle Pflege zuteil werden muss, ist selbstverständlich. Die Sortenwahl 
wird stets von persönlichen Wünschen abhängen, meistens werden solche wie Testout, Kaiserin, General 
Mac Arthur, Lieutenant Chaure, Ulrich Brunner, Mrs, John Laing und ähnliche in Frage kommen. 
2 Späth, Baumf{chule; gegründet. 172. 
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