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Christoph Späth. 1696-1746

Full text: Späth-Buch 1720-1920 / Späth, Hellmut L. (Public Domain)

besichtigen und ihren jugendlichen Inhaber durch Zuspruch zu ermuntern. 
(Vgl. historisches. Bild am Anfang. des „Späth-Buches“.) 
Neben der Gemüsezucht betrieb Christoph Späth die Kultur von Tulpen, 
Nelken, Aurikeln, Ranunkeln, Tazetten, Iris, Fritillarien, Krokus und 
Anemonen, für.die er guten Absatz. fand. 
Gab es damals doch schon eine Reihe von sehenswerten Privatgärten 
in Berlin. Berühmt waren die Tulpengärten des Generalleutnants v. Warten- 
berg am Brandenburger Tor und der Garten des Geh. Finanzrats Beyer in 
der Mauerstrasse. Der Kgl. Münzmeister Nelcker am Köpenicker Holz- 
markt besass eine ‚vortreffliche. Sammlung englischer Aurikeln, und die Ra- 
nunkeln, Hyazinthen und Tulpen des Kgl. Opernsängers Concialini „Unter 
den Linden“ wurden viel besichtigt. Im. Garten des Kommerzsekretärs 
Schmiel in der Schützenstrasse befand sich ebenfalls eine.auserlesene Samm- 
lung von, englischen Aurikeln und. Tulpen, deren Vermehrung er an Lieb- 
haber käuflich überliess, und über die er für auswärtige Liebhaber jährlich 
ein gedrucktes, alphabetisches Verzeichnis herausgab.. Ferner wurden. da- 
mals; gern besucht die Gärten. des Herrn Auktionskommi$sarius Manteuffel 
in-der Stralauer Vorstadt, des Destillateurs Bohn in der Lindenstrasse und 
des Steinschneiders. Liebig am Köpenicker-Vorstadt-Kirchhof. Nicolai be- 
richtet uns ausführlich von „Blumenliebhabern, unter denen viele Leute von 
Stand sind, die die Blumen. bloss zu ihrem Vergnügen unterhalten. und den 
Kennern zur Florzeit einen. Eintritt in ihre Gärten erlauben“. Aus der 
grossen Zahl .der ‚sonst noch von ihm namentlich angeführten Blumenlieb- 
haber lässt sich, ersehen, welches Interesse ‚die Blumenzucht schon damals 
in Berlin und. Umgegend erweckt hatte. 
Ausser Christoph Späth gab es unter Friedrich Wilhelm I. noch folgende 
„Kunst- und. Lustgärtner“ in Berlin: Wirtzer in der Lindenstrasse, Krause 
in der Krautgasse in.der Stralauer Vorstadt, Johann Bouch6e, dessen Gärt- 
nerei.neben der von Krause belegen war, Zietemann in der Königsvorstadt 
am Strohmagazin, Peter Bouche an der Schillingsgasse in der Königsvor- 
stadt, Paul und David Bouche in der. Lehmgasse und. Louis Mathieu in der 
Neuen Grünstrasse. All die vielen hier ‚erwähnten, von Berliner Bürgern und 
Refugiefamilien begründeten. Gärtnereien sind ‚— mit „Ausnahme der 
Späthschen — im, Laufe der Zeit von der Bildfläche verschwunden. 
Christoph Späth, der. sich. im Jahre 1720 am 11. September mit Anna 
Margarethe ‚Fritsche, der Witwe. des gewesenen Gärtners Johann Georg 
Wächter, vermählte, hatte ‚drei Söhne. Seinen ältesten, am 15. April 1721 
geborenen Sohn Carl Friedrich Späth liess er — wie schon oben erwähnt — 
in. der Charlottenburger Hofgärtnerei ausbilden und. nahm ihn nach beendeter 
Lehrzeit in seinen Betrieb. Dieser entwickelte sich durch die gemeinsame 
Arbeit von .Vater und Sohn in erfreulichem Masse; und als der inzwischen 
zum. „Kunstgärtner . und vollberechtigten Berliner Bürger“ aufgerückte 
Gründer der Firma am 1. Mai 1746 im Alter von. 50 Jahren „an der tückischen 
Brustkrankheit‘“ verstarb, konnte er seinem damals 25jährigen Sohne ein zwar 
kleines, aber blühendes Unternehmen hinterlassen.
	        
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