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Aepfel

Full text: Späth-Buch 1720-1920 / Späth, Hellmut L. (Public Domain)

Der Apfel ist unsere beliebteste, wertvollste und am meisten gepflanzte Obstart.. Verschiedene Gründe sprechen 
dafür, Einmal ist der Baum bei richtiger Sortenwahl an Boden und Lage wenig anspruchsvoll, und sofern wir nicht 
mit sehr ungünstigem Wetter zu rechnen haben, ist seine Tragbarkeit auch recht gut. Dann aber sind die Früchte 
in vielerlei Formen zu verwenden, besitzen zudem eine gute Haltbarkeit. Gibt es doch eine Anzahl Sorten, deren 
Früchte sich bei sachgemässer Lagerung bis zu den nächstjährigen Frühäpfeln halten. Keine frische Frucht kann 
30 lange mit Erfolg aufbewahrt werden wie der Apfel. 
Da es für fast alle Bodenarten und -lagen geeignete Sorten gibt, so kann bei richtiger Sortenwahl und entsprechender 
Bodenverbesserung bis auf ganz armen und zu trockenem Boden eigentlich überall der Apfel angepflanzt werden, Man 
überlasse jedoch in jedem Obstgarten die weniger geeigneten Striche den Kirschen. 
Für kleinere Gärten verwendet man nun hauptsächlich die kleineren Baumformen, den Buschbaum oder die Pyramide, 
ferner alle Spalierformen, besonders den senkrechten Schnurbaum, schon seiner einfachen leichten Behandlung wegen. 
en ea auch die dankbarsten und Zuverlässigsten Sorten, für Spaliere besonders‘ die edelsten und wärme- 
edürftigsten. 
Für Zwergobst hat man zwei Unterlagen. Will man auf Johannisapfel (Paradies) veredelte Formen an PfADE 
so muss man einen geeigneten, nicht zu trockenen, sehr nahrhaften Kulturboden haben, Bei der Wahl dieser Unterlage 
ist grosse Vorsicht am _Platze. Der Splittapfel (Doucin) zeigt kräftigeres Wachstum und ist für grössere Formen des 
Zwergobstes auf alle Fälle vorzuziehen, auch für weniger guten Boden und schwachwüchsige Sorten nehme man nur 
diesen oder Wildlingsunterlage, 
Bei Anpflanzung grösserer Obstanlagen kommen der Hoch- und Mittelstamm, als Zwischenpflanzung der Busch‘ 
baum in Frage. Siehe die Pläne für Obstgärten. Hochstämme lassen eine bequemere Unterkultur zu als Mittel- 
stämme und, weit genug gepflanzt, kann man solche viele Jahre mit Erfolg betreiben. 
Für Strassenbepflanzungen ist der Hochstamm die gegebene Form. Nicht zu breitkronige Sorten sind hierfür zu wählen. 
274. Adams’ Parmäne. 1197. Apfel aus Halder. 
Dezember—März. Eine ziemlich grosse, schön Januar—Mai. Ziemlich gross, grünlichgelb; 
gelbrot gefärbte, fein gewürzte Tafelfrucht, die mürbfleischig, saftig, mildweinig,- schwach ge- 
allgemeinere Verbreitung verdient. Der Baum würzt; gute Wirtschafts- und Tafelfrucht. Baum 
trägt bald und reich. sehr fruchtbar, nicht empfindlich. 
; 1218. Apfel aus Croncels. 
1170, Adersleber Kalvill. Pa September. Gross, hellgelb, sonnenwärts mit 
Dezember—März. Ziemlich gross, grünlich- unter leicht gerötet, mildweinig, mit feinem, 
gelb mit braunroter Backe, edelweinig mit her- melonenartigem Gewürz; gute Tafel- und Wirt- 
vortretender, Süsse,, fein gewürzt; vorzügliche schaftsfrucht. Baum sehr fruchtbar und nicht 
Tafelfrucht. Baum bald und reich tragend, auf empfindlich 
die Lage weniger anspruchsvoll als der Weisse . 
Winterkalvill, von dem er ein Sämling. ist. - 1249. Apfel aus Lunow. (Lunower Apfel.) 
. . Januar—Sommer. Gross, hellgelb, sonnenwärts 
76. Alantapfel. (Grosser, edler Prinzessin- leicht streifig gerötet, kräftig und erfrischend 
apfel) weinsäuerlich; gute Wirtschafts-, auch späte 
ovember—März. Mittelgross, hellgelb, rotge- Tafelfrucht. Baum früh und sehr reich tragend, 
streift, weinig, alantartig gewürzt; gute Tafel-, auch für rauhe Lagen. 
Wirtschafts- und Marktfrucht. Baum früh und Aport (Aporta Nalivia) siehe Kaiser Alexander; 
reich tragend. auch für rauhe Lagen. 
1274. Allington Pippin. . (Alling- 
toner Pepping.) 
November—Februar. Mittelgross, 
gelb, weit herum lebhaft rot mar- 
moriert und gestreift, Bastard von 
Cox’ Orangenrenette; eine vorzüg- 
liche Tafelfrucht von sehr edlem 
Geschmack und grosser Frucht- 
barkeit. 
i1. Ananasrenette, 
November—März,. Mittelgross, zitro- 
nengelb, süssweinig und sehr fein 
gewürzt; ausgezeichnete Tafel- und 
Wirtschaftsfrucht, auch zur Wein- 
bereitung vorzüglich. Der Baum 
trägt früh und regelmässig, verlangt 
aber warme Lage. 
‚446. Antonowka, 
Ende‘ September— Anfang Novem- 
ber. Ein grosser, lebhaft gelber, dem 
Weissen Winterkalvill im Aussehen 
ähnelnder Apfel, mit lockerem, 
saftigem, angenehm weinigwürzigem 
Fleisch. Bei Lagerung in. einem 
sonnigen Raum sollen sich Gewürz 
und: Duft besonders gut ausbilden. 
Baum gesund, sehr widerstandsfähig 
gegen Kälte und Krankheiten, bald 
und regelmässig tragend. Apfel aus Croncels. 
Als Baumfchule bepflanzt über 1000 preuß! Morgen — 250 Hektar
	        
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