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Zweiter Band Vierunddreißigstes Kapitel

Full text: Der Spreekönig / Wald, Carl (Public Domain)

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dem Gewaltigen; des Oranienburger Viertels. Seine ge— 
heime, aber maßlose Wucherei. Er schilderte diesen Har— 
pagon, diesen Vampyr, in den lebhaftesten Farben. „Er 
hätte Ihynen und dem Fürsten, wenn es einer gewesen 
wäre, wahrscheinlich auch nicht die vereinbarte Million 
gelassen. Er hätte Ihnen Alles — auch den letzten 
Vfennig abzugaunern gewußt!“ 
„Aber wie“, fiel Arndt ein, „hängt denn das mit den 
Operationen seiner Tochter und des Rechtsanwalts Alberti 
zusammen?“ 
Das ist ja das Großartigste“, sagte Engelkow, „dieser 
Ganeff, von dem man glaubt, er liebe seine Tochter, sein 
einziges Kind, so uͤbermächtig, hatte auch diese nicht — 
wie uͤberhaupt Niemand eingeweiht.“ 
Nuͤm kam Alberti auf die naheliegende Idee, eine ähn— 
liche Chose zu machen. Dazu brauchte er aber auch Geld. 
Er wendet sich an den alten Gauner. Dieser denkt — ob 
dem, ob dem — ist gleichgültig. Aber er konnte, indem 
er scheinbar auf Albertis Plan einging, dessen Schritte 
lenten und vor Allem überwachen. Daher bekam denn 
der sogenannte Fürst die Wechsel, welche Sie, Frau von 
Tschitschakow, der Martha Staffert unterschrieben hatten, 
angeblich durch Zufall in die Haͤnde. Diese Sache mußte 
dazu dienen, Sie — Vertrauen zu dem Pseudo⸗-Fürsten 
gewinnen zu lassen. Deshalb ließen Staffert und Man— 
gelius auch gern den Theaterskandal zu, den ich insceniren 
mußte.“ 
SEie?“ 
„Ja, leider ich. Ich bitte tausendmal um Eutschuldi— 
gung, aber ich als ehemaͤliger dramatischer Künstler konnte 
das am besten. Und sehen Sie — ich glaubte damals 
wie bis heute Morgen sest, der Russe sei ein Fürst. Der 
Skandal, das Eintreten des Russen fuͤr Sie brachte Sie 
ihm — dem Fürsten — wieder ein Stück näher. Also 
wäre er ein Fürst, hätten Sie es mir mit zu danken, daß 
Sie Fürstin wären.“ 
Eine treffliche Loaik“. 
hemerkte Arndt bitter; „Sie
	        
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