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Zweiter Band Achtundzwanzigstes Kapitel

Full text: Der Spreekönig / Wald, Carl (Public Domain)

1463 
Zeit eine Binde tragen und dann erst allmählich an das 
Licht gewöhnt werden und sehen lernen“, setzte er hinzu. 
Jennys Souper 5 1te seine Wirkung nicht verfehlt. 
Sie war wieder cuf zetreten, und zwar mit einem ganz 
eklatanten Erfolge. Die Zeitungen hatten die liebens 
würdigsten Notizen und Rezensionen gebracht. — Jener 
Skandal war als eine Infamie, als eine Intrigue hin— 
gestellt worden, und der theatralische Nuf Jennys war 
gerettet. 
Unter dem Vorwandte, nur noch als „Gast“ auftreten 
zu wollen, damit ihr nicht wieder Unannehmlichkeiten durch 
Klatschereien passirten, hatte Jenny ihren Vertrag mit dem 
jetzt sehr geschmeidigen Herrn Direktor gelöst, einen neuen 
jedoch nicht geschlossen. 
Die zweimal zu durchfurchende Wasserbahn hat die 
übliche Form des Dreiecks, dessen Spitzen durch das 
Müggelschlößchen, durch das Flaggenboot Herthat am 
Fuße der Müggelberge und durch das Boot Schlei‘ bei 
Theerofen markirt sind. 
Es soll in fünf Klassen gesegelt werden — Schwert— 
boote und Kielboote. — Die startenden Boote liegen schon 
seit neun Uhr an den durch Bojen bezeichneten Stellen 
klassenweise vor Anker. 
11 Uhr 4 Minuten 37 Sekunden giebt das Aufhissen 
des großen Klubständers auf dem Richterpavillon das 
Zeichen zum Beginn der Regatta. 
Kanonenschläge ertönen. 
Mit gespanntester Aufmerksamkeit richtet das Publikum 
bewaffneten und unbewaffneten Auges die Blicke 
auf den See und die Boote. Die Musikkapelle beginnt zu 
spielen. 
In je fünf Minuten sollen sämtliche fünf Klaisen 
mit zusammen achtundzwanzig Booten starten. 
Das rasche Flottmachen der Takelage, das kurze Lawi— 
ren — denn in wenig Wendungen werden die Renner 
vor den Wind gebracht — hietet ein aufregendes Schauspiel.
	        
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