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Zweiter Band Vierundzwanzigstes Kapitel

Full text: Der Spreekönig / Wald, Carl (Public Domain)

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Weile hier, er muß mit Angela gesprochen haben, die im 
Kontor sitzt, durch das er kommt. 
Martha erbleicht für einen Moment. Da steht der 
einzige Mann, der einzige Mensch, vor dem und für den 
sie zittert. Sie, die Gefühllose, unbarmherzig Grausame, 
vor Kurt würde sie sich beugen, für Kurt würde sie Alles 
dulden und tragen, für ein einziges Wort der Liebe. 
Mit kurzem Gruß bittet Kurt Röder formell um 
Verzeihung, wenn er störe. Aber noch sei er nicht aus— 
getreten. Noch habe er ein Recht, in diefes Privatkontor 
einzutreten. Ob die Herrschaften fertig seien? Ah, der 
Herr Rechtsanwalt! Wohl wegen des Dissociations 
vertrages hier? 
Allerdings, ja! Kleine geschäftliche Rücksprache gehabt, 
aber gerade erledigt. Er habe die Ehre. „Also es bleibt 
dabei, Fräulein Staffert!“ 
„Gewiß, Herr Doktor! Auf Wiedersehen!“ 
„Adieu“, brummte der Alte; „selbst ein Krokodil“, 
setzt er leise hinzu. 
„Ich hatte gehört, daß Fräulein Herbeck von Ihnen 
engagirt sei“, beginnt Kurt Röder, als er kaum seinen Hut 
hingehängt hat. „Ich sehe, sie ist hier. Sie sind auch 
hier.“ Er ruft ins Kontor! „Fraͤulein Herbeck, darf ich 
Sie einen Augenblick bitten!“ 
Sie kommt. Martha steht bleich. Was soll das werden? 
fragt sie sich. 
Kurt Röder macht hinter Angela die Thür zu, ver— 
riegelt sie sogar. 
„So, meine Herrschaften, jetzt sind wir unter uns. 
Run ersuche ich Sie, Herr Staffert, nochmals, mir das 
Geheimniß mitzutheilen, durch das Sie der Sozius meines 
Vaters wurden, Meine Mutler bleibt dabei, nichts davon 
zu wissen und meinem verstorbenen Vater außerdem 
Schweigen geschworen zu haben. Hier ist Fräulein Herbeck, 
die ursprüngliche Veranlassung ebenso wie Fräulein Martha, 
welche mich liebt, daß ich von der Eristenz einer solchen 
Geschichte überhauͤpt erfuhr.“
	        
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