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Zweiter Band Dreiundzwanzigtes Kapitel

Full text: Der Spreekönig / Wald, Carl (Public Domain)

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„Kaum schön genug für diesen schönen Arm!“ sagt der 
Fürst. Er nimmt Jennys Handgelenk, schiebt den Schmuck, 
den Max Hurach einst schenken wollte, der aber von ihr 
dezenst worden ist, zurück und streift ihr dieses Armband auf. 
Es ist, als ob Jenny leise erschauere. 
Perlen bedeuten Thränen. Weissagen ihr Steine viel— 
leicht Unheil? 
Denn sie stimmt nicht ein in die Ausbrüche des Ent— 
zückens der Linda Hollfeld. Einfach, fast schüchtern fragt sie: 
„Das soll wirklich für mich?“ 
„Keine Fürstin wäre würdiger, es zu tragen!“ sagen 
Durchlaucht mit Betonung. 
Linda Hollfelds Augen schimmern im Neide nahezu eben— 
so grün wie die Smaragde. 
Jenny sieht den Fürsten an. 
„Ich danke Ihnen, Durchlaucht“, spricht Jennn leise. 
Er küßt ihre Hand. 
Linda Hollfeld und Mar Hurach haben die Sprache 
verloren. 
Lindas Neid kennt keine Grenzen mehr. Er muß sich 
Luft machen. Vielleicht verletzt es den Fürsten doch. 
„Dann wirst Du wohl auch noch Fürstin — Durch— 
laucht — werden!“ 
Durchlaucht lächeln nur. 
„Ich hätte nichts dagegen!“ sagen Durchlaucht einfach, 
sogar mit einem dankbaren Blick auf Linda Hollfeld. 
Linda Hollfeld sieht hilflos Max Hurach an. Dieser 
starrt dumm und wie halb blödsinnig auf den Fürsten. 
Linda Hollfeld spielt nervös mit ihrem Sektglase. Ihre 
krampfhaft vibrirenden Finger zerbrechen es. 
„O! sagt höflich aee der Fürst. Sie hat sich 
keinen Schaden gethan. Er ist zufrieden. 
Jenny ist Alles wie ein Traum. 
„Wenn ich das damals gedacht hätte, als Du von 
Neumanns, wo Du dientest, zu mir heraufkamst!“ sagt sie 
endlich wüthend. 
Jenny erbleicht.
	        
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