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Erster Band Vierzehntes Kapitel

Full text: Der Spreekönig / Wald, Carl (Public Domain)

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„Verrecknen“'“ FJast laut und kreischend kommt es über 
die Lippen de e shaarie ottber „Verrechnen? 
Ich glaube, nd toll 
„Ich weiß, éic sind reich, aber Sie sind auch geizig“, 
entgegnet Alberti kühn; er kann nicht mehr zurück Rer 
muß jetzt Farbe bekennen; aber mag es kommen, wie es 
will!“ Für den schlimmsten Fall hatte er den Revolver. 
„Ich werde das Ceeld übrigens auftreiben!“ setzte er hinzu. 
„Sie —.7 Wo denn? Bei wem denn?“ fragte ihn der 
Justizrath. „Ale ob mir Ihre ganzen Verhältnisse nicht 
bekannt wären! Sie haben keine anderen Verwandten als 
Ihre Mutter, und die ist eine alte Hausirerin. In den 
stneipen läuft sie, so alt Die sind, herum, mit einem 
Kasten um den Zals gehängt, und verkauft Manschetten— 
knöpfe, Cigarrinszitzen, Cravatten, Hosenträger und — 
was weiß ich senst noch. Die soll Ihnen sechstausend 
Mark geben? Ich weiß, was Sie sagen wollten“, fährt 
der Justizrath fort, als Leo Alberti ihn unterbrechen will, 
„Sie wollen mir erzählen, daß ihre Mutter neben Ihrem 
Hausirhandel auch kleine Geldgeschäftchen vermittelt und 
vermittelt hat. DTas weiß ich Alles, ebenso wie ich auch 
weiß, daß sie herumgelaufen ist, und von den Wucherern, 
deren Schlepperin sie ist, das Geld zammiengeschnorrt 
hat, damit Sie studiren konnten. Aber Ihre Mutter hat 
es längst mit ihren ehemaligen Freunden, den Herren Kra— 
vattenfabrikanten, verdorben. Der Herr Sohn hat schon 
auf der Universität zu viel gebraucht — da hat sie, um 
Geld aufzutreiben, gedroht. Die Herren Wucherer haben 
wohl auch herausgerückt, aber sie haben sich auch von der 
Alten zurückgezogen. Sie kann nichts mehr! Nichts 
sage ich Ihnen, denn — ich habe sie schon deswegen ge— 
sprochen. 
„Ah!“ 
Ein stechender haßerfüllter Blick trifft den Justizrath. 
„Ich habe Freunde“, sagte Leo Alberti dann; „lor 
Moritz wird mir helfen.“ 
„IDr. Moritz?“ Der Justizrath lacht höhnisch auf. „Dr.
	        
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