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Erster Band Zwölftes Kapitel

Full text: Der Spreekönig / Wald, Carl (Public Domain)

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„Ich kann mir denken, was Du noch sagen willst, 
Muller“, erwiderte er, „was kann es anderes sein, als 
das, was Du immer wiederholst.“ 
„Kurt!“ 
„Du wirst Dich vergeblich bemühen; denn Du weißt 
ja, welche Antwort ich Dir immer wieder geben muß.“ 
And kann ein Sohn der Frau, welche ihn mit Schmerzen 
geboren, nicht verzeihen, wenn sie ihn wirklich auch einmal 
Zef verletzt haben sollte? Vielleicht änderst Du Deinen 
Entschluß doch noch. Von dem Resultat unserer Besprechung 
hängt nicht allein meine Zukunft, sondern auch die Zukunft 
der Firma Emanuel Röder & Comp. ab, und vielleicht 
auch die Deine.“ Sie richtete sich dabei plötzlich energisch 
in ihrem Sessel empor. 
So sprich!“ 
Er kreuzte die Arme über der Brust, lehnte sich halb 
sitzend auf das Fensterbrett und blickte seine Mutter an. 
Die Frau Kommerzienrath seufzte tief und dann be⸗ 
gann sie mit zitternder Stimme: 
„Ehe Du den gewaltsamen Schritt thust, den Tu Dir 
vorgenommen, will ich noch einmal versuchen, Dich umzu— 
stimmen.“ 
Er zuckte die Achseln. 
„Mein Entschluß steht fest.“ 
Sie schüttelte den Kopf. 
„Du weißt noch nicht Alles, höre mich erst, ehe Du 
Dich so bestimmt erklärst.“ 
8ch höre ja“, warf er ungeduldig ein. 
„„chy hätte nichts gegen das Möädchen, ich meine Angela“, 
fuhr sie fort, „ich glaube, daß sie alle Eigenschaften besitzt, 
welche eine Frau, wie Du sie brauchst, haben muß. Ich 
gestehe auch, daß es unklug war, mich so hinreißen zu 
lassen, ich mußte Dir anstatt dessen das sagen, was ich 
Dir jetzt nun ja doch mittheilen muß.“ 
Er blieb gleichmüthig. 
Du hast'eine andere Partie für mich?“ warf er ein. 
„Ich hatte sie, Kurt, ich mußte, verstehe wobl, ich 
mußte sie haben.“
	        
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