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5. Kapitel

Full text : Alma's Ende / Wiener-Braunsberg, Josef (Public Domain)

m. 78: wum
Und zum ersten Male trat dic Versuchung an
ihn heran. Befanden sich nicht Tausende in seiner
Obhut, die unangetastet in dem Geldschrank ruhten?
Wie, wenn ex einmal mit fremdem Eigenthum sein
Glück versuchte ? Die Gefahr war keine so große,
es gab ja verschiedene Papiere, die sichern Erfolg
verhießen und wenn ihm das Glück nur. einigermaßen
 günstig war, konnte er den entnommenen Betrag
 in kürzester Zeit wieder ersezen. Er schraf bei
diesem Gedanken zusammen, ex fühlte, wie sich sein
Gewissen gegen ein solches Unternehmen sträubte,
auch wußte er, daß er die ihm anvertrauten Papiere
direkt nicht angreifen durfte. Aber das war auch
andrerseit3 nicht nöthig. Wenn er Werthpapiere als
Sicherheit bei einer Bank deponixrte, war diese bereit,
seine Aufträge auf beliebige Papiere zu notiren,
soweit die Höhe des Risikos den des deponirten Betrages
 nicht überstieg. Stiegen die Papiere, so zahlte
ihm die Bank am Ersten des nächsten Monats sein
Guthaben in der Höhe der Differenz heraus. „Per
Ultimo handeln“ nannte man diesen allgemein bekannten
Brauch. Die Papiere felbst wurden also nicht im
mindesten angegriffen, sondern standen nach Abschluß
des Geschäftes völlig zu seiner Verfügung. Wie aber
wenn die Papiere fielen? Dann freilich, das wußte
er, war das Depot verloren , oder wenigstens soviel
davon, als das Minus der Differenz ausmachte.
Nein, das ging nicht, auch dicsen Gedanken wies er
von sich. E3 mußte zudem auch auffallen, wenn er,
            
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