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Full text: Rahmenlehrplan Russisch (Rights reserved)

Rahmenlehrplan für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe Gymnasien Integrierte Sekundarschulen mit gymnasialer Oberstufe Berufliche Gymnasien Kollegs Abendgymnasien Russisch 1 IMPRESSUM Erarbeitung Dieser Rahmenlehrplan wurde von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie auf der Grundlage des Rahmenlehrplans für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe Französisch des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) erarbeitet. Er basiert auf den Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA) Russisch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i.d.F. vom 06.06.2013). Herausgeber Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin Gültigkeit des Rahmenlehrplans Gültig ab 1. August 2017 Der Rahmenlehrplan gilt für alle Schülerinnen und Schüler, die ab dem Schuljahr 2018/19 in die Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe eintreten oder diese aus anderen Gründen beginnen. Er ist bereits ab dem Schuljahr 2017/18 Grundlage für die Erarbeitung des schulinternen Curriculums. 1. Auflage 2017 Inhaltsverzeichnis Einführungsphase .......................................................................................................................... 5 1 Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe ................. 9 1.1 Grundsätze .......................................................................................................................... 9 1.2 Lernen und Unterricht........................................................................................................ 10 1.3 Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung ................................................................ 11 2 Beitrag des Faches Russisch zum Kompetenzerwerb ..................................................... 13 2.1 Fachprofil ........................................................................................................................... 13 2.2 Fachbezogene Kompetenzen ........................................................................................... 13 3 Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards ........................................ 19 3.1 Eingangsvoraussetzungen ................................................................................................ 19 3.2 Abschlussorientierte Standards ........................................................................................ 20 3.2.1 Funktionale kommunikative Kompetenz ........................................................................... 21 3.2.2 Interkulturelle kommunikative Kompetenz ........................................................................ 26 3.2.3 Text- und Medienkompetenz ............................................................................................. 27 3.2.4 Sprachbewusstheit ............................................................................................................ 28 3.2.5 Sprachlernkompetenz ....................................................................................................... 29 4 Kompetenzentwicklung und Inhalte in den Kurshalbjahren .............................................. 31 5 Sonstige Regelungen ....................................................................................................... 37 5.1 Jahrgangsübergreifender Unterricht ............................................................................. 37 5.2 Zusatzkurse...................................................................................................................... 37 5.3 Fremdsprachiger Sachfachunterricht ........................................................................... 37 6 Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung im Fach Russisch .................................. 39 Einführungsphase Russisch Einführungsphase Einführungsphase Zielsetzung Im Unterricht der Einführungsphase vertiefen und erweitern die Schülerinnen und Schüler die in der Sekundarstufe I erworbenen Kompetenzen und bereiten sich auf die Arbeit in der Qualifikationsphase vor. Spätestens am Ende der Einführungsphase erreichen sie die für ein erfolgreiches Lernen in der Qualifikationsphase notwendigen Eingangsvoraussetzungen (siehe Kap. 3.1). Die für die Qualifikationsphase beschriebenen Grundsätze für Unterricht und Erziehung sowie die Ausführungen zum Beitrag des Faches zum Kompetenzerwerb gelten für die Einführungsphase entsprechend. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, Defizite auszugleichen und Stärken weiterzuentwickeln. Sie vertiefen bzw. erwerben fachbezogen und fachübergreifend Grundlagen für wissenschaftspropädeutisches Arbeiten und bewältigen zunehmend komplexe Aufgabenstellungen. Dabei wenden sie fachliche und methodische Kenntnisse und Fertigkeiten mit wachsender Sicherheit selbstständig an. Notwendig ist darüber hinaus die Hinführung zur Bearbeitung umfangreicherer Aufgaben im Hinblick auf die Anforderungen der Qualifikationsphase. Dafür eignen sich insbesondere lehrbuchunabhängige authentische Materialien und Aufgabenformen. Hauptaufgabe des Unterrichts der Einführungsphase ist es, das im Rahmenlehrplan für die Sekundarstufe I formulierte Niveau zu erreichen, das zum Übergang in die Qualifikationsphase berechtigt. Je nach individuellen Neigungen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler werden fachspezifische Methoden und Strategien im Hinblick auf die Anforderungen des Kurses vertieft, indem z. B. individualisiert gearbeitet und dabei die Herausbildung größerer Lernerautonomie gefördert wird. Die Weiterentwicklung von Sprachlernkompetenz und Sprachbewusstheit ist ein zentrales Ziel im Übergang zur Qualifikationsphase. Besonders das individualisierte Arbeiten im Unterricht ermöglicht es, Schülerinnen und Schüler, die eine in der Sekundarstufe I später einsetzende Fremdsprache begonnen haben, an die Eingangsvoraussetzungen der Qualifikationsphase heranzuführen. Kompetenzen und Inhalte Der Unterricht der Einführungsphase bereitet auf die Anforderungen der Qualifikationsphase vor. Voraussetzung ist das Verfügen über die verschiedenen funktionalen kommunikativen Kompetenzen. Dazu müssen die in der Sekundarstufe I erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten konsolidiert und je nach individuellem Kompetenzniveau systematisch ausgebaut werden. Im rezeptiven Bereich zählt hierzu das Verfügen über unterschiedliche Lese- und Hörstile (global, selektiv, detailliert und inferierend1) und ihre sichere Anwendung. Im produktiven Bereich sollten die Schülerinnen und Schüler insbesondere darin unterstützt werden, umfangreichere, komplexere Texte in einer sprachlich angemessenen Form zu formulieren und dabei auch ihre persönliche Meinung darzustellen und zu begründen. Hierfür hilft es ihnen, ein breites Repertoire an kommunikativen Strategien einzuüben. Der sichere Umgang mit authentischen, lebensweltorientierten Textsorten, im Sinne des erweiterten Textbegriffs, ist zentrales Ziel des Fremdsprachenunterrichts in der gymnasialen Oberstufe. Die Einführungsphase bereitet darauf vor, indem sie zum einen vielfältige Texte anbietet und die für die Rezeption von Texten notwendigen Lernstrategien und Arbeitstechniken weiter entwickelt. Hierzu können auch die neuen Medien genutzt werden (z. B. Blogs, Chats, Foren, Podcasts). Zum anderen 1 aufbauend auf logische Schlussfolgerungen 5 Russisch Einführungsphase werden zunehmend anspruchsvolle, lebensweltlich relevante Aufgaben zum Kompetenzerwerb und zur Überprüfung der Kompetenzen eingesetzt. Die im Umgang mit Texten und Medien in der Einführungsphase erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten führen zu einem vertieften Verstehen und unterstützen eine vertiefte, auch kritische Auseinandersetzung mit der fremden und der eigenen kulturellen Prägung. Ziel ist es, die Fähigkeit anzubahnen, zwischen den Kulturen zu vermitteln bzw. in der Begegnung mit anderen Kulturen so zu agieren, dass auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung gemeinsames konstruktives Handeln ermöglicht wird. Während sich der Unterricht in der Sekundarstufe I vorwiegend am (Jugend-)Alltag der Zielsprachenländer und der eigenen Lebenswelt orientierte, stehen in der gymnasialen Oberstufe soziale, politische, wirtschaftliche, kulturelle, ästhetische Zusammenhänge, Gegebenheiten und Entwicklungen im Mittelpunkt. Für das Erreichen der Eingangsvoraussetzungen bieten sich folgende Arbeitsschwerpunkte für den Unterricht in der Einführungsphase an. Funktionale kommunikative Kompetenz Kompetenzen Arbeitsschwerpunkte Hör-/ Hörsehverstehen – unterschiedliche Hör-/Hörsehstrategien beim Einsatz von Filmen, Filmausschnitten, Videoclips, Nachrichten, Reportagen, Radiobeiträgen anwenden – bestimmte Informationen nach Vorgaben gezielt herausfiltern, Sinnvermutungen formulieren und überprüfen Leseverstehen – unterschiedliche Lesestrategien beim Einsatz von authentischen fiktionalen und nicht fiktionalen, auch diskontinuierlichen Texten anwenden – bestimmte Informationen nach Vorgaben gezielt herausfiltern, Sinnvermutungen formulieren und überprüfen Sprechen – monologisch und dialogisch frei sprechen – Rollenspiele durchführen, Debatten, Diskussionen führen – Einzel- oder Gruppenergebnisse mediengestützt präsentieren – Kommunikations- und Kompensationsstrategien anwenden Schreiben – grundlegende Textsorten (z. B. Zusammenfassung, Beschreibung, Stellungnahme) verfassen – kreativ schreiben unter Berücksichtigung des Adressatenbezugs und textsortenspezifischer Merkmale (z. B. Leserbrief, Zeitungsartikel, Blogeintrag, Werbebroschüre, offizielle und private Schreiben, literarische Textvorlagen fortschreiben und umschreiben) – Strategien zum Verfassen und Überarbeiten von Texten anwenden Sprachmittlung – mündliche oder schriftliche Informationen von der/ in die Zielsprache situations- und adressatengerecht übertragen – Strategien zur Sprachmittlung anwenden Interkulturelle kommunikative Kompetenz – die eigene kulturelle Prägung, kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede reflektieren – Strategien zum respektvollen Umgang mit kulturellen Unterschieden und zur Bewältigung von Missverständnissen entwickeln 6 Russisch Einführungsphase Kompetenzen Arbeitsschwerpunkte Text- und Medienkompetenz – grundlegende Textsorten und ihre Merkmale erkennen – Textstruktur und Erzählperspektive erfassen – grundlegende Gestaltungsmittel von Texten/ audiovisuellen Materialien in ihrer Wirkung erkennen – charakteristische Merkmale von Figuren herausarbeiten – produktive Verfahren der Texterschließung (z. B. Rollenkarten, Briefe, Standbilder, Dialoge, Skripte für Videos und Radiosendungen) anwenden – gewonnene Einsichten in die Machart von Texten für das Verfassen eigener Texte berücksichtigen – Medien (für die Rezeption, Recherche, Produktion und Präsentation) gezielt und kritisch nutzen Sprachlernkompetenz – Methoden der Fremd- und Selbstevaluation nutzen – Strategien zum selbständigen Sprachenlernen auch mit dem Ziel des Transfers auf den Erwerb weiterer Fremdsprachen anwenden – Nachschlagewerke und Internet gezielt nutzen Sprachbewusstheit – den Sprachlernprozess durch Einsicht in die Elemente und Regelmäßigkeiten der Zielsprache unterstützen – Wissen aus anderen Sprachen für den Sprachlernprozess nutzen Mögliche Inhalte – Russland erleben Узнать и понять Россию – Jung sein – erwachsen werden Быть молодым и взрослеть – Produktiver und kreativer Umgang mit Kunst (Literatur, Malerei, Film) Творческое общение с искусством (литература, живопись, кино) – Massenmedien Средства массовой информации 7 Russisch Einführungsphase Kompetenzerwerb im Themenfeld Ausgehend von ihrer eigenen Lebenswelt beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Realität junger Menschen in Russland. Durch den Blick auf dieses Land schärfen sie ihr Verständnis für Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie deren Zusammenhang mit den jeweiligen soziokulturellen Bedingungen. Grundlage für die Arbeit sind Sach- und Gebrauchstexte, literarische Texte und audiovisuelle Medien, die in einer sinnvollen situativen Einbettung für die gemeinsame Bearbeitung lebensrelevanter Aufgaben und die Erstellung von handlungsorientierten Lernprodukten genutzt werden. Die in diesem Zusammenhang zu erwerbende interkulturelle Kompetenz befähigt die Schülerinnen und Schüler zunehmend, auch in kulturell sensiblen Situationen angemessen zu agieren. Für die neu einsetzende Fremdsprache wird eine grundlegende kommunikative Kompetenz in Alltagssituationen angestrebt sowie die Fähigkeit, einfache (auch literarische und audiovisuelle) Texte zu verstehen und mit diesen in einfacher Form produktiv-kreativ umzugehen. Die genannten möglichen Inhalte gelten gleichermaßen. Insgesamt können hier im rezeptiven Bereich höhere Anforderungen gestellt werden als im produktiven Bereich. Es wird zudem erwartet, dass die Schülerinnen und Schüler die Lern- und Arbeitstechniken, die sie bereits in anderen Fremdsprachen erworben haben, in der neu einsetzenden Fremdsprache selbstständig anwenden, sodass auf diese Weise der Lernprozess beschleunigt wird. 8 Russisch Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe 1 Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe 1.1 Grundsätze In der Qualifikationsphase erweitern und vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre bis dahin erworbenen Kompetenzen mit dem Ziel, sich auf die Anforderungen eines Hochschulstudiums oder einer beruflichen Ausbildung vorzubereiten. Sie handeln zunehmend selbstständig und übernehmen Verantwortung in gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen. Die Grundlagen für das Zusammenleben und -arbeiten in einer demokratischen Gesellschaft und für das friedliche Zusammenleben der Völker sind ihnen vertraut. Die Lernenden erweitern ihre interkulturelle Kompetenz und bringen sich im Dialog und in der Kooperation mit Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung aktiv und gestaltend ein. Eigene und gesellschaftliche Perspektiven werden von ihnen zunehmend sachgerecht eingeschätzt. Die Lernenden übernehmen Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen, für die Gleichberechtigung der Menschen ungeachtet des Geschlechts, der Abstammung, der Sprache, der Herkunft, einer Behinderung, der religiösen und politischen Anschauungen, der sexuellen Identität und der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung. Im Dialog zwischen den Generationen nehmen sie eine aktive Rolle ein. Sie setzen sich mit wissenschaftlichen, technischen, rechtlichen, politischen, sozialen und ökonomischen Entwicklungen auseinander, nutzen deren Möglichkeiten und schätzen Handlungsspielräume, Perspektiven und Folgen zunehmend sachgerecht ein. Sie gestalten Meinungsbildungsprozesse und Entscheidungen mit und eröffnen sich somit vielfältige Handlungsalternativen. Der beschleunigte Wandel einer von Globalisierung geprägten Welt erfordert ein dy- Kompetenznamisches Modell des Kompetenzerwerbs, das auf lebenslanges Lernen und die erwerb Bewältigung vielfältiger Herausforderungen im Alltags- und Berufsleben ausgerichtet ist. Um sich darauf vorzubereiten, durchdringen die Schülerinnen und Schüler zentrale Zusammenhänge grundlegender Wissensbereiche, erkennen die Funktion und Bedeutung vielseitiger Erfahrungen und lernen, vorhandene sowie neu erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten miteinander zu verknüpfen. Die Lernenden entwickeln ihre Fähigkeiten im Umgang mit Sprache und Wissen weiter und setzen sie zunehmend situationsangemessen, zielorientiert und adressatengerecht ein. Die Eingangsvoraussetzungen verdeutlichen den Stand der Kompetenzentwicklung, Standardden die Lernenden beim Eintritt in die Qualifikationsphase erreicht haben sollten. Mit orientierung entsprechender Eigeninitiative und gezielter Förderung können auch Schülerinnen und Schüler die Qualifikationsphase erfolgreich absolvieren, die die Eingangsvoraussetzungen zu Beginn der Qualifikationsphase noch nicht im vollen Umfang erfüllt haben. Mit den abschlussorientierten Standards wird verdeutlicht, über welche fachlichen und überfachlichen Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler im Abitur verfügen müssen. Die Standards bieten damit Lernenden und Lehrenden Orientierung für erfolgreiches Handeln und bilden einen wesentlichen Bezugspunkt für die Unterrichtsgestaltung, für das Entwickeln von Konzepten zur individuellen Förderung sowie für ergebnisorientierte Beratungsgespräche. Für die Kompetenzentwicklung sind zentrale Themenfelder und Inhalte von Rele- Themenfelder vanz, die sich auf die Kernbereiche der jeweiligen Fächer konzentrieren und sowohl und Inhalte fachspezifische als auch überfachliche Zielsetzungen deutlich werden lassen. So erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit zum exemplarischen Lernen und zum Erwerb einer vertieften und erweiterten allgemeinen sowie wissenschaftspropädeutischen Bildung. Dabei wird stets der Bezug zur Erfahrungswelt der 9 Russisch Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe Lernenden und zu den Herausforderungen an die heutige sowie perspektivisch an die zukünftige Gesellschaft hergestellt. Die Schülerinnen und Schüler entfalten anschlussfähiges und vernetztes Denken und Handeln als Grundlage für lebenslanges Lernen, wenn sie die in einem Lernprozess erworbenen Kompetenzen auf neue Lernbereiche übertragen und für eigene Ziele und Anforderungen in Schule, Studium, Beruf und Alltag nutzbar machen können. Diesen Erfordernissen trägt der Rahmenlehrplan durch die Auswahl der Themenfelder und Inhalte Rechnung, bei der nicht nur die Systematik des Faches, sondern vor allem der Beitrag zum Kompetenzerwerb berücksichtigt wird. Schulinternes Der Rahmenlehrplan ist die verbindliche Basis für die Gestaltung des schulinternen Curriculum Curriculums, in dem der Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schule standortspezi- fisch konkretisiert wird. Dazu werden fachbezogene, fachübergreifende und fächerverbindende Entwicklungsschwerpunkte sowie profilbildende Maßnahmen festgelegt. Die Kooperation innerhalb der einzelnen Fachbereiche ist dabei von ebenso großer Bedeutung wie fachübergreifende Absprachen und Vereinbarungen. Beim Erstellen des schulinternen Curriculums werden regionale und schulspezifische Besonderheiten sowie die Neigungen und Interessenlagen der Lernenden einbezogen. Dabei arbeiten alle an der Schule Beteiligten zusammen und nutzen auch die Anregungen und Kooperationsangebote externer Partner. Zusammen mit dem Rahmenlehrplan nutzt die Schule das schulinterne Curriculum als ein prozessorientiertes Steuerungsinstrument im Rahmen von Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung. Im schulinternen Curriculum werden überprüfbare Ziele formuliert, die die Grundlage für eine effektive Evaluation des Lernens und des Unterrichts in der Qualifikationsphase bilden. 1.2 Lernen und Unterricht Mitverantwortung und Mitgestaltung von Unterricht Das Lernen und Lehren in der Qualifikationsphase muss dem besonderen Entwicklungsabschnitt gerecht werden, in dem die Jugendlichen zu jungen Erwachsenen werden. Dies geschieht vor allem dadurch, dass die Lernenden Verantwortung für den Lernprozess und den Lernerfolg übernehmen und sowohl den Unterricht als auch das eigene Lernen aktiv selbst gestalten. Inklusives Die Einhaltung der Grundsätze inklusiven Lernens ermöglicht allen Lernenden eine Lernen Teilhabe am Lernprozess – ungeachtet eventueller individueller Beeinträchtigungen. Lernen als Beim Lernen konstruiert jede Einzelne/jeder Einzelne ein für sich selbst bedeutindividueller sames Abbild der Wirklichkeit auf der Grundlage ihres/seines individuellen Wissens Prozess und Könnens sowie ihrer/seiner Erfahrungen und Einstellungen. Dieser Tatsache wird durch eine Lernkultur Rechnung getragen, in der sich die Schülerinnen und Schüler ihrer eigenen Lernwege bewusst werden, diese weiterentwickeln, unterschiedliche Lösungen reflektieren und selbstständig Entscheidungen treffen. So wird lebenslanges Lernen angebahnt und die Grundlage für motiviertes, durch Neugier und Interesse geprägtes Handeln ermöglicht. Fehler und Umwege werden dabei als bedeutsame Bestandteile von Erfahrungs- und Lernprozessen angesehen. Phasen des Neben der Auseinandersetzung mit dem Neuen sind Phasen des Anwendens, des Anwendens Übens, des Systematisierens sowie des Vertiefens und Festigens für erfolgreiches Lernen von großer Bedeutung. Solche Lernphasen ermöglichen auch die gemeinsame Suche nach Anwendungen für neu erworbenes Wissen und verlangen eine variantenreiche Gestaltung im Hinblick auf Übungssituationen, in denen vielfältige Methoden und Medien zum Einsatz gelangen. 10 Russisch Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe Lernumgebungen werden so gestaltet, dass sie das selbst gesteuerte Lernen von Lernumgebung Schülerinnen und Schülern fördern. Sie unterstützen durch den Einsatz von Medien und zeitgemäßer Kommunikations- und Informationstechnik sowohl die Differenzierung individueller Lernprozesse als auch das kooperative Lernen. Dies trifft auf die Nutzung von multimedialen und netzbasierten Lernarrangements und auch auf den produktiven Umgang mit Medien zu. Moderne Lernumgebungen ermöglichen es den Lernenden, eigene Lern- und Arbeitsziele zu formulieren und zu verwirklichen sowie eigene Arbeitsergebnisse auszuwerten und zu nutzen. Die Integration geschlechtsspezifischer Perspektiven in den Unterricht fördert die GleichberechWahrnehmung und Stärkung der Lernenden mit ihrer Unterschiedlichkeit und Indivi- tigung von dualität. Sie unterstützt die Verwirklichung von gleichberechtigten Lebensperspek- Mann und Frau tiven. Die Schülerinnen und Schüler werden bestärkt, unabhängig von tradierten Rollenfestlegungen Entscheidungen über ihre berufliche und persönliche Lebensplanung zu treffen. Durch fachübergreifendes Lernen werden Inhalte und Themenfelder in größerem Kontext erfasst, außerfachliche Bezüge hergestellt und gesellschaftlich relevante Aufgaben verdeutlicht. Die Vorbereitung und die Durchführung von fächerverbindenden Unterrichtsvorhaben und Projekten fördern die Zusammenarbeit von Lehrkräften und ermöglichen allen Beteiligten eine multiperspektivische Wahrnehmung. Fachübergreifendes und fächerverbindendes Lernen Im Rahmen von Projekten, an deren Planung und Organisation sich die Schülerin- Projektarbeit nen und Schüler aktiv beteiligen, werden über Fächergrenzen hinaus Lernprozesse vollzogen und Lernprodukte erstellt. Dabei nutzen Lernende überfachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten auch zum Dokumentieren und Präsentieren. Auf diese Weise bereiten sie sich auf das Studium und ihre spätere Berufstätigkeit vor. Außerhalb der Schule gesammelte Erfahrungen, Kenntnisse und erworbene Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler werden in die Unterrichtsarbeit einbezogen. Zur Vermittlung solcher Erfahrungen werden weiterhin die Angebote außerschulischer Lernorte, kultureller oder wissenschaftlicher Einrichtungen sowie staatlicher und privater Institutionen genutzt. Die Teilnahme an Projekten und Wettbewerben, an Auslandsaufenthalten und internationalen Begegnungen hat ebenfalls eine wichtige Funktion; sie erweitert den Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler und trägt zur Stärkung ihrer interkulturellen Handlungsfähigkeit bei. Einbeziehung außerschulischer Erfahrungen 1.3 Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung Wichtig für die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler ist eine individuelle Beratung, die die Stärken der Lernenden aufgreift und Lernergebnisse nutzt, um Lernfortschritte auf der Grundlage nachvollziehbarer Anforderungs- und Bewertungskriterien zu beschreiben und zu fördern. So lernen die Schülerinnen und Schüler, ihre eigenen Stärken und Schwächen sowie die Qualität ihrer Leistungen realistisch einzuschätzen und kritische Rückmeldungen und Beratung als Chance für die persönliche Weiterentwicklung zu verstehen. Sie lernen außerdem, anderen Menschen faire und sachliche Rückmeldungen zu geben, die für eine produktive Zusammenarbeit und ein erfolgreiches Handeln unerlässlich sind. Die Anforderungen in Aufgabenstellungen orientieren sich im Verlauf der Qualifika- Aufgabentionsphase zunehmend an der Vertiefung von Kompetenzen und den abschluss- stellungen orientierten Standards sowie an den Aufgabenformaten und der Dauer der Abiturprüfung. Die Aufgabenstellungen sind so offen, dass sie den Lernenden eine eigene Gestaltungsleistung abverlangen. 11 Russisch Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe Die von den Schülerinnen und Schülern geforderten Leistungen orientieren sich an lebens- und arbeitsweltbezogenen Textsorten und Aufgabenstellungen, die einen Beitrag zur Vorbereitung der Lernenden auf ihr Studium und ihre spätere berufliche Tätigkeit liefern. Schriftliche Neben den Klausuren fördern umfangreichere schriftliche Arbeiten in besonderer Leistungen Weise bewusstes methodisches Vorgehen und motivieren zu eigenständigem Ler- nen und Forschen. Mündliche Den mündlichen Leistungen kommt eine große Bedeutung zu. In Gruppen und einLeistungen zeln erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, ihre Fähigkeit zum reflek- tierten und sachlichen Diskurs und Vortrag und zum mediengestützten Präsentieren von Ergebnissen unter Beweis zu stellen. Praktische Praktische Leistungen können in allen Fächern eigenständig oder im ZusammenLeistungen hang mit mündlichen oder schriftlichen Leistungen erbracht werden. Die Schülerin- nen und Schüler erhalten so die Gelegenheit, Lernprodukte selbstständig allein und in Gruppen zu erstellen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. 12 Russisch Beitrag des Faches Russisch zum Kompetenzerwerb 2 Beitrag des Faches Russisch zum Kompetenzerwerb Der Prozess der europäischen Einigung sowie zunehmende internationale Kooperation, globaler Wettbewerb und die Zuwanderung von Menschen aus anderen Sprach- und Kulturkreisen bringen neue Herausforderungen auf sozialem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet mit sich. Die Entwicklung interkultureller Handlungsfähigkeit ist daher eine übergreifende Aufgabe von Schule. Die Kommunikationsfähigkeit in verschiedenen Fremdsprachen ist eine entscheidende Voraussetzung für weltweites Verstehen und Verständigung sowie für berufliche Handlungsfähigkeit. 2.1 Fachprofil Im Russischunterricht der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe erweitern und vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre kommunikativen, interkulturellen und methodischen Kompetenzen. Es gelingt ihnen zunehmend, in Situationen, die Mehrsprachigkeit erfordern, kommunikativ angemessen und erfolgreich zu handeln. Sie nutzen hierfür ihr Wissen über die kulturellen und sprachlichen Besonderheiten Russlands und deren spezielle Ausprägung in den Medien und in Literatur, Film, Theater und Kunst. Einblicke in die soziale, historische und kulturelle Realität Russlands bieten den Lernenden Anlässe, individuelle, gesellschaftliche und globale Herausforderungen aus gegenwärtigen und historischen Perspektiven zu beleuchten und auf Entwicklungsmöglichkeiten hin zu betrachten. Darüber hinaus bereitet der Russischunterricht in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe auf direkte Kontakte, seien sie privater oder später beruflicher Natur, vor. Russisch ist als Sprache des größten Volkes in Europa eine der offiziellen Arbeitssprachen der UNO und des Europarates, eine wichtige Verkehrssprache im osteuropäischen Raum und unverzichtbarer Bestandteil europäischer Sprachenvielfalt. Im Hinblick auf die berufliche Orientierung nach der Schulzeit ist die interkulturelle Kommunikationsfähigkeit in Bezug auf die russische Sprache daher ein erstrebenswertes Ziel. 2.2 Fachbezogene Kompetenzen Sprachenlernen geschieht vor allem durch sinnvolles, absichtsgesteuertes Sprachhandeln, das sich auf verschiedene Dimensionen erstreckt. In seiner affektiven, kognitiven und sozial-interaktiven Dimension trägt es in der Qualifikationsphase wesentlich zum Erwerb und zur Sicherung einer fremdsprachigen Handlungsfähigkeit bei, ist persönlichkeitsbildend und leistet damit einen überfachlichen Beitrag zu Bildung und Erziehung. Fremdsprachliche Handlungsfähigkeit Interkulturelle fremdsprachige Handlungsfähigkeit ist in der Qualifikationsphase Leitziel des Unterrichts in den modernen Fremdsprachen. Sie basiert auf einem Komplex von Kompetenzen, die in ihrem Zusammenwirken adressaten-, situationsund intentionsgerechtes Handeln in den verschiedensten kommunikativen Situationen ermöglichen. Das schließt die Sensibilisierung für fremde Wahrnehmungen und Perspektiven, die Bereitschaft und Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zum Umgang mit kulturell sensiblen Themen und Situationen, Vorurteilen und Stereotypen ein. Dazu gehört ebenso die kritische Wahrnehmung der eigenen, auch kulturell geprägten Identität und ggf. die Relativierung des eigenen Standpunktes, wodurch die Lernenden einen 13 Russisch Beitrag des Faches Russisch zum Kompetenzerwerb Zuwachs an Erfahrungen gewinnen, der wesentlich zur Entwicklung ihrer privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Handlungsfähigkeit beiträgt. Der Fremdsprachenunterricht trägt durch die Vermittlung exemplarischen Orientierungswissens über fremde Kulturen zur Entwicklung einer interkulturell sensiblen, von Offenheit und Respekt geprägten Kommunikationsfähigkeit bei. Fremdsprachige Handlungsfähigkeit entwickelt sich im Zusammenspiel von funktional kommunikativer Kompetenz, interkultureller kommunikativer Kompetenz und Textund Medienkompetenz. Auch der Sprachlernkompetenz und der Sprachbewusstheit kommt hierbei eine zentrale Rolle zu. Der Fremdsprachenunterricht liefert einen Beitrag zur individuellen Mehrsprachigkeit, die auch außerhalb des schulischen Kontextes weiterentwickelt wird. Dabei soll immer auch gezielt an Erfahrungen mit der Erstsprache und mit anderen Fremdsprachen angeknüpft und der eigene Spracherwerbsprozess reflektiert werden. 14 Russisch Beitrag des Faches Russisch zum Kompetenzerwerb Abbildung: Kompetenzmodell der Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (Englisch/ 2 Französisch) für die Allgemeine Hochschulreife In der Qualifikationsphase entwickeln die Lernenden ihre Kompetenzen weiter, indem sie sich mit angemessenen kommunikationsrelevanten Inhalten, Texten und Medien auseinandersetzen, die sich auf Verwendungssituationen im Alltag, in berufs- und wissenschaftsorientierter sowie in literarisch-ästhetisch orientierter Kommunikation erstrecken. Funktionale kommunikative Kompetenz umfasst die Beherrschung kommunikativer Funktionale Aktivitäten und Strategien in den Bereichen: kommunikative – – – – – 2 Hör-/Hörsehverstehen Leseverstehen Schreiben Sprechen Sprachmittlung Kompetenz Das Kompetenzmodell der Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (Englisch/Französisch) für die Allgemeine Hochschulreife stellt eine Weiterentwicklung des bisherigen Kompetenzmodells dar und wird daher für alle anderen modernen Fremdsprachen übernommen. 15 Russisch Beitrag des Faches Russisch zum Kompetenzerwerb Im Rahmen der Weiterentwicklung der Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft kommen der mündlichen Sprachproduktion und der Rezeption von Hör-/Hörsehtexten im Fremdsprachenunterricht in der Qualifikationsphase besondere Bedeutung zu. Voraussetzung für die Realisierung der einzelnen Kompetenzen ist das Verfügen über angemessene sprachliche Mittel und kommunikative Strategien, denen somit dienende Funktion zukommt. Interkulturelle kommunikative Kompetenz Interkulturelle kommunikative Kompetenz entwickelt sich im Zusammenwirken mit allen anderen Kompetenzen und ist gleichzeitig Voraussetzung für die zentrale Zielsetzung des Fremdsprachenunterrichts, die Befähigung zum mündlichen und schriftlichen Diskurs. Interkulturelle kommunikative Kompetenz manifestiert sich in fremdsprachlichem Verstehen und Handeln. Dieses beruht auf dem Zusammenspiel von Wissen, Einstellungen und Bewusstheit. Zum Bereich des Wissens gehören fremdkulturelles Wissen, insbesondere in der Form soziokulturellen Orientierungswissens, und Einsichten in die kulturellen Prägungen von Sprache und Sprachverwendung sowie Wissen über kommunikative Strategien. Zum Bereich der Einstellungen zählt insbesondere die Bereitschaft und Fähigkeit, anderen respektvoll zu begegnen, sich kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen und beim eigenen Sprachhandeln auch sprachliche und inhaltliche Risiken einzugehen. Zum Bereich der Bewusstheit gehören die Fähigkeit und Bereitschaft, persönliches Verstehen und Handeln zu hinterfragen, mit den eigenen Standpunkten Unvereinbares zu reflektieren sowie nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Text- und Medienkompetenz Sprachbewusstheit und Sprachlernkompetenz Text- und Medienkompetenz zielt auf die Teilhabe der Schülerinnen und Schüler an der Gesellschaft und den Kulturen der Zielsprachenländer. Sie ermöglicht das Verstehen und Deuten von Texten aller Art, von kontinuierlichen und diskontinuierlichen, von schriftlichen, audio- und audiovisuellen Texten in ihren Kontexten. Dies umfasst das Erkennen konventionalisierter, kulturspezifisch geprägter Charakteristika von Texten und Medien, die Verwendung dieser Charakteristika bei der Produktion eigener Texte sowie die Reflexion des individuellen Rezeptions- und Produktionsprozesses. Aufgrund dieser umfassenden Zielsetzung geht diese komplexe, integrative Kompetenz über die für ihre Realisierung notwendigen Kompetenzbereiche Leseverstehen, Hörverstehen bzw. Hör/Sehverstehen, Sprechen und Schreiben hinaus. Sprachbewusstheit und Sprachlernkompetenz waren schon immer im Fremdsprachenunterricht verankert und werden nun explizit ausgewiesen. Sprachbewusstheit umfasst die Sensibilität für unterschiedliche Arten der Sprachverwendung und deren sozio-kulturelle Geprägtheit sowie die Reflexion über Sprache. Sprachlernkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, das eigene Sprachenlernen selbstständig zu reflektieren und gezielt zu optimieren. Diese Kompetenzen unterstützen das Lernen in den anderen Kompetenzbereichen und bereiten lebenslanges selbstständiges Lernen auch weiterer Fremdsprachen vor. Inhalte Die Weiterentwicklung und Förderung der verschiedenen Kompetenzen geschieht durch authentisches, auf die Persönlichkeit der Lernenden bezogenes und komplexes Sprachhandeln. 16 Russisch Beitrag des Faches Russisch zum Kompetenzerwerb Authentisches Sprachhandeln ist auf entsprechende Inhalte und Aufgabenformate angewiesen. Von besonderer Bedeutung sind: – – – – – die Relevanz der Themen, Inhalte und Handlungsanlässe für die Lernenden der lernförderliche Charakter der benötigten Methoden und Strategien die Authentizität der eingesetzten und zu erstellenden Medien und Texte sowie der Handlungsanlässe die für den jeweiligen Zielsprachenraum relevanten kulturellen Bezüge bzw. die globale Dimension der ausgewählten Themen und Inhalte das in inhaltlicher und methodischer Hinsicht zunehmende Anspruchsniveau Im Fremdsprachenunterricht der Qualifikationsphase erwerben die Lernenden auf exemplarische Art und Weise auf Grundlage ihrer fachspezifisch strukturierten Kenntnisse und Fertigkeiten wissenschaftspropädeutische Arbeitsweisen für das anschließende Studium bzw. die Berufstätigkeit. Das betrifft vor allem den Umgang mit fremdsprachigen Texten und die Verwendung der Fremdsprache in zukünftiger berufs- und wissenschaftsorientierter Kommunikation sowie das mehrsprachige Handeln in interkulturellen Kontexten. Im Hinblick auf die Studier- und Berufsfähigkeit kommt dabei der Entwicklung von Präsentationskompetenz in der Fremdsprache besondere Bedeutung zu. Damit leistet der Fremdsprachenunterricht einen Beitrag zur bewussten Lebensgestaltung und zur gesellschaftlichen Teilhabe junger Erwachsener sowie zu ihrer Handlungsfähigkeit im internationalen Kontext. 17 Russisch 18 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards 3 Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards 3.1 Eingangsvoraussetzungen Für einen erfolgreichen Kompetenzerwerb sollten Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Qualifikationsphase bestimmte fachliche Anforderungen bewältigen. Diese sind in den Eingangsvoraussetzungen dargestellt. Den Schülerinnen und Schülern ermöglichen sie, sich ihres Leistungsstandes zu vergewissern. Lehrkräfte nutzen sie als Grundlage für die Planung differenzierter Lernarrangements sowie zur individuellen Lernberatung. Funktionale kommunikative Kompetenz Die Schülerinnen und Schüler Hör-/Hörsehverstehen verstehen Hauptaussagen und entnehmen gezielt Einzelinformationen aus authentischen Hör- bzw. Hör-Sehtexten und Gesprächen zu alltags-, gesellschaftsbezogenen wie auch persönlichen Themen, wenn in Standardsprache gesprochen wird. Leseverstehen verstehen authentische Texte unterschiedlicher Textsorten zu weitgehend vertrauten Themen in ihren Hauptaussagen, erkennen wesentliche Schlussfolgerungen in argumentativen Texten und entnehmen gezielt Einzelinformationen. Sprechen beteiligen sich an persönlichen und formellen Gesprächen, tauschen dabei Informationen aus und nehmen persönlich Stellung. Sie sprechen sach-, situations- und adressatengerecht und halten auch bei sprachlichen Schwierigkeiten Gespräche aufrecht, wenn ihnen die Gesprächsthemen weitgehend vertraut sind. Schreiben verfassen in einem Spektrum von vorbereiteten Themen und Textsorten adressatengerecht zusammenhängende Texte. Sprachmittlung übertragen sinngemäß mündlich bzw. schriftlich zusammenhängende Äußerungen zu ihnen bekannten Themenbereichen von der Fremdsprache ins Deutsche und umgekehrt. Interkulturelle kommunikative Kompetenz Die Schülerinnen und Schüler verfügen über zusammenhängendes Wissen zu Gegebenheiten der Zielsprachenländer und reflektieren diese vor dem Hintergrund der eigenen Lebensumstände. Sie sind fähig und bereit, fremdkulturelle Perspektiven wahrzunehmen und setzen sich damit auseinander. Text- und Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beherrschen verschiedene Strategien zur Texterschließung und verschiedene Präsentationsformen. Sie wenden ihre Kenntnisse über zentrale textsortenspezifische Merkmale bei der eigenen Textproduktion an. Sie nutzen traditionelle und moderne Medien kritisch. 19 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Sprachbewusstheit Die Schülerinnen und Schüler bemerken Abweichungen von der Standardsprache. Sie nutzen grundlegende Einsichten in die Struktur und den Gebrauch der Zielsprache und anderer Sprachen für das Textverständnis und die eigene Textproduktion. Sprachlernkompetenz Die Schülerinnen und Schüler verfügen über grundlegende Strategien und Techniken für das Sprachenlernen und wenden diese z.T. selbstständig an. Sie beherrschen verschiedene Formen individuellen und kooperativen Lernens und Arbeitens. 3.2 Abschlussorientierte Standards Die folgenden Standards sind in Anlehnung an die Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (Englisch/Französisch) für die Allgemeine Hochschulreife unter Berücksichtigung der Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) Russisch formuliert. In der neu einsetzenden Fremdsprache können diese nicht in allen Anwendungsbereichen erfüllt werden. Im rezeptiven Bereich können die Anforderungen höher angesetzt werden als im produktiven Bereich. Die abschlussorientierten Standards sind Grundlage für die Entwicklung geeigneter Aufgaben im Rahmen der verbindlichen Themenfelder und gleichzeitig Anhaltspunkt für die Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung. Es wird zwischen Grundkursund Leistungskursfach unterschieden. Diese Niveauunterscheidung bezieht sich auf Text- und Aufgabenmerkmale: a) Textmerkmale (Rezeption / Produktion) – – – Komplexität Abstraktheit Anspruchsniveau in Bezug auf Aufgabenstellungen b) Aufgabenmerkmale – – Breite und Tiefe der erwarteten Themenbearbeitung Eigenständigkeit und Differenziertheit der Aufgabenbearbeitung Eine Ausnahme bildet die interkulturelle kommunikative Kompetenz, für die eine Niveaudifferenzierung nach aktuellem Forschungsstand nicht sinnvoll erscheint. Niveauunterscheidungen implizieren überdies Unterschiede bei der Vertrautheit der Schülerinnen und Schüler mit Textsorten und Themen sowie im Hinblick auf ihre Bewusstheit bezüglich der Anforderungen von Aufgaben. Im Folgenden werden die einzelnen Kompetenzbereiche näher beschrieben und in Form von Standards operationalisiert. Jeder Kompetenzbereich wird zunächst allgemein in einem Vortext eingeführt. Durch Fettdruck hervorgehobene Passagen leiten von den Beschreibungen der Kompetenzbereiche zu den Einzelstandards über. Sie können als Zusammenfassung der darunter aufgeführten Standards verstanden werden, die deren zentrale Aspekte aufgreift. 20 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards In der gesamten Standardbeschreibung schließt die Verwendung des Begriffs „Texte“ an einen erweiterten Textbegriff an. Dieser umfasst schriftliche und mündliche, kontinuierliche und diskontinuierliche und insbesondere auch medial vermittelte Texte in ihren jeweiligen kommunikativen Zusammenhängen. 3.2.1 Funktionale kommunikative Kompetenz Am Ende der gymnasialen Oberstufe wird von Schülerinnen und Schülern im Bereich der funktionalen kommunikativen Kompetenz das Niveau B2 des GeR erwartet. Sprachlicher Orientierungspunkt sind Standardsprache(n) sowie Register, Varietäten und Akzente, deren Färbung ein Verstehen nicht generell behindert. Für die neu einsetzende Fremdsprache gilt eine Bandbreite zwischen den Niveaustufen B1/B2. In den Bildungsstandards und den Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) Russisch werden die Teilkompetenzen der funktionalen kommunikativen Kompetenz nach dem Muster des GeR jeweils getrennt aufgeführt. In der Sprachverwendung kommen die einzelnen Kompetenzen hingegen vorwiegend integrativ zum Tragen. Die Schülerinnen und Schüler bringen situationsangemessen thematisches Wissen und interkulturelle Kompetenz ein. Zu differenziertem kommunikativem Sprachhandeln gehört der angemessene Gebrauch sprachlicher Mittel – Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Prosodie3 und Orthografie – und kommunikativer Strategien. Sprachliche Mittel und kommunikative Strategien haben in allen Kompetenzbereichen dienende Funktion. Die kommunikativen Strategien sind jeweils bei den sprachlichen Teilkompetenzen mitberücksichtigt, die sprachlichen Mittel im Anschluss an die funktionalen kommunikativen Teilkompetenzen dargestellt. Hör-/Hörsehverstehen Die Schülerinnen und Schüler können authentische Hör- und Hörsehtexte verstehen, sofern überwiegend in Standardsprache gesprochen wird. Sie können dabei Hauptaussagen und Einzelinformationen entnehmen und diese Informationen in thematische Zusammenhänge einordnen. Grundkursfach und Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können – einem Hör- bzw. Hörsehtext die Hauptaussagen oder Einzelinformationen entsprechend der Hör- bzw. Hörseh-Absicht entnehmen – textinterne Informationen und textexternes Wissen kombinieren – in Abhängigkeit von der jeweiligen Hör-/Hörseh-Absicht Rezeptionsstrategien anwenden – angemessene Strategien zur Lösung von Verständnisproblemen einsetzen – Stimmungen und Einstellungen der Sprechenden erfassen – gehörte und gesehene Informationen aufeinander beziehen und in ihrem kulturellen Zusammenhang verstehen – implizite Einstellungen oder Beziehungen zwischen Sprechenden erfassen – Hör- und Hörsehtexte im Wesentlichen verstehen, auch wenn schnell gesprochen oder nicht immer Standardsprache verwendet wird 3 Länge und Tonhöhe der Silben 21 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Zusätzlich: Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können darüber hinaus – Hör- und Hörsehtexte auch zu wenig vertrauten Themen erschließen – implizite Informationen erkennen und einordnen und deren Wirkung interpretieren Leseverstehen Die Schülerinnen und Schüler können authentische Texte auch zu abstrakteren Themen verstehen. Sie können ein umfassendes Textverständnis aufbauen, indem sie Hauptaussagen und Einzelinformationen entnehmen, diese Informationen in thematische Zusammenhänge einordnen, gezielt textinterne Informationen und externes Wissen heranziehen und auch wichtige implizite Aussagen erschließen. Grundkursfach und Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können – Texte unterschiedlicher Textsorten und Entstehungszeiten erschließen – explizite und implizite Aussagen von Texten sowie deren Wirkungspotenzial erkennen und einschätzen – Texte und Textteile mit Bezug auf ein spezifisches Leseziel auswählen – der Leseabsicht entsprechende Rezeptionsstrategien selbstständig anwenden – die Hauptaussagen und deren unterstützende sprachliche und /oder inhaltliche Einzelinformationen erfassen – die inhaltliche Struktur eines Textes nachvollziehen und Gestaltungsmerkmale in ihrer Wirkung erfassen – die Absicht und Wirkung von Texten in deren zielkulturellen Zusammenhängen erkennen – mehrfach kodierte Texte und Textteile, z. B. in Werbeanzeigen, Plakaten, Flugblättern, aufeinander beziehen und in ihrer Einzel- und Gesamtaussage erkennen, analysieren und bewerten Zusätzlich: Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können darüber hinaus – selbstständig Texte unterschiedlicher Textsorten und Entstehungszeiten auch zu wenig vertrauten Themen erschließen – die inhaltliche Struktur von komplexen Texten erkennen und dabei Gestaltungsmerkmale in ihrer Funktion und Wirkung analysieren – die Wirkung von Texten in deren zielkulturellen Zusammenhängen analysieren 22 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Sprechen An Gesprächen teilnehmen Die Schülerinnen und Schüler können sich weitgehend flüssig, sprachlich korrekt und adressatengerecht sowie situationsangemessen an Gesprächen beteiligen. Sie sind bereit und in der Lage, in einer gegebenen Sprechsituation zu interagieren, auch wenn abstrakte und in einzelnen Fällen weniger vertraute Themen behandelt werden. Grundkursfach und Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können – ein adressatengerechtes und situationsangemessenes Gespräch in der Fremdsprache führen – verbale und nicht-verbale Gesprächskonventionen situationsangemessen anwenden, um z. B. ein Gespräch oder eine Diskussion zu eröffnen, auf Aussagen anderer Sprecher einzugehen, sich auf Gesprächspartner einzustellen und ein Gespräch zu beenden – angemessene kommunikative Strategien bewusst einsetzen, um mit Nichtverstehen und Missverständnissen umzugehen – sich zu vertrauten Themen aktiv an Diskussionen beteiligen sowie eigene Positionen vertreten – in informellen und formellen Situationen persönliche Meinungen unter Beachtung kultureller Gesprächskonventionen ausdrücken und begründen – zu aktuell bedeutsamen Sachverhalten in Gesprächen oder Diskussionen Stellung nehmen Zusätzlich: Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können darüber hinaus – sich an Diskussionen zu weniger vertrauten Themen aktiv beteiligen, auf differenzierte Äußerungen anderer angemessen reagieren sowie eigene Positionen vertreten – ein adressatengerechtes und situationsangemessenes Gespräch in der Fremdsprache führen und sich dabei spontan und weitgehend flüssig äußern – zu aktuellen wie generell bedeutsamen Sachverhalten Stellung nehmen und in Diskussionen ggf. verschiedene Positionen sprachlich differenziert formulieren Zusammenhängendes monologisches Sprechen Die Schülerinnen und Schüler können klare und detaillierte Darstellungen geben, ihren Standpunkt vertreten und erläutern sowie Vor- und Nachteile verschiedener Optionen angeben. Grundkursfach und Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können – Sachverhalte bezogen auf ein breites Spektrum von Vorgängen des Alltags sowie Themen fachlichen und persönlichen Interesses strukturiert darstellen und ggf. kommentieren – für Meinungen, Pläne oder Handlungen klare Begründungen bzw. Erläuterungen geben – nicht-literarische und literarische, auch mediale Textvorlagen sprachlich angemessen und kohärent vorstellen 23 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards – im Kontext komplexer Aufgabenstellungen eigene mündliche Textproduktionen, z. B. Vorträge, Reden, Teile von Reportagen und Kommentare, planen, adressatengerecht vortragen und dabei geeignete Vortrags- und Präsentationsstrategien nutzen Zusätzlich: Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können darüber hinaus – Sachverhalte bezogen auf ein breites Spektrum von anspruchsvollen Themen fachlichen, persönlichen und kulturellen Interesses strukturiert darstellen und kommentieren – komplexe nicht-literarische und literarische und auch mediale Textvorlagen sprachlich angemessen und kohärent vorstellen und dabei wesentliche Punkte und relevante unterstützende Details hervorheben – eine Präsentation klar strukturiert und flüssig vortragen, ggf. spontan vom vorbereiteten Text abweichen und auf Nachfragen zum Thema eingehen Schreiben Die Schülerinnen und Schüler können Texte zu einem breiten Spektrum von Themen des fachlichen und persönlichen Interesses adressatengerecht und textsortenspezifisch verfassen. Sie verfügen über Techniken und Strategien des formellen, informellen und kreativen Schreibens. Grundkursfach und Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können – Schreibprozesse selbstständig planen, umsetzen und reflektieren – Texte in formeller oder persönlich-informeller Sprache verfassen und dabei wesentliche Konventionen der jeweiligen Textsorten beachten – Informationen strukturiert und kohärent vermitteln – sich argumentativ mit unterschiedlichen Positionen auseinandersetzen – Texte zu literarischen und nicht-literarischen Textvorlagen verfassen – eigene kreative Texte verfassen, ggf. in Anbindung an eine Textvorlage – Textsorten zielorientiert in eigenen Textproduktionen situationsangemessen verwenden – diskontinuierliche Vorlagen in kontinuierliche Texte umschreiben Zusätzlich: Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können darüber hinaus – aus einem breiten Spektrum eine Textsorte auswählen, in eigenen Textproduktionen situationsangemessen und adressatengerecht umsetzen und dabei die Konventionen der jeweiligen Textsorte beachten – bei der Textgestaltung funktionale Gesichtspunkte, z. B. Leserlenkung und Fokussierung, beachten – literarische und nicht-literarische Textvorlagen transformieren, z. B. einen historischen Text in einen modernen Text umwandeln, einen Text mit fachsprachlichen Elementen für eine andere Zielgruppe adaptieren 24 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Sprachmittlung Die Schülerinnen und Schüler können – auch unter Verwendung von Hilfsmitteln und Strategien – wesentliche Inhalte authentischer mündlicher oder schriftlicher Texte, auch zu weniger vertrauten Themen, in der jeweils anderen Sprache sowohl schriftlich als auch mündlich adressatengerecht und situationsangemessen für einen bestimmten Zweck wiedergeben. Grundkursfach und Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können mündlich und schriftlich – Informationen adressatengerecht und situationsangemessen in der jeweils anderen Sprache zusammenfassend wiedergeben – interkulturelle Kompetenz und entsprechende kommunikative Strategien einsetzen, um adressatenrelevante Inhalte und Absichten in der jeweils anderen Sprache zu vermitteln – bei der Vermittlung von Informationen ggf. auf Nachfragen eingehen – Inhalte unter Nutzung von Hilfsmitteln, wie z. B. Wörterbüchern, durch Kompensationsstrategien, wie z. B. Paraphrasieren, und ggf. durch Nutzung von Gestik und Mimik adressatengerecht und situationsangemessen sinngemäß übertragen Zusätzlich: Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können darüber hinaus – für das Verstehen erforderliche Erläuterungen hinzufügen – zur Bewältigung der Sprachmittlung kreativ mit den beteiligten Sprachen umgehen Verfügen über sprachliche Mittel Die sprachlichen Mittel – Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Prosodie und Orthografie – sind Kompetenz bildende, funktionale Bestandteile des sprachlichen Systems und der Kommunikation. Die sprachlichen Mittel haben grundsätzlich dienende Funktion, wobei die gelingende Kommunikation im Vordergrund steht. Die Schülerinnen und Schüler greifen bei der Sprachrezeption und -produktion auf ein breites Repertoire lexikalischer, grammatischer, textueller und diskursiver Strukturen zurück, um die Fremdsprache auch als Arbeitssprache in der Auseinandersetzung mit komplexen Sachverhalten zu verwenden. Die Schülerinnen und Schüler können – einen erweiterten allgemeinen und thematischen Wortschatz sowie einen Funktionsund Interpretationswortschatz nutzen – ihre lexikalischen Bestände kontextorientiert und vernetzt verwenden und dabei auch Wörter und Wendungen aus dem Bereich informeller mündlicher Sprachverwendung einsetzen – ein gefestigtes Repertoire der grundlegenden grammatischen Strukturen für die Realisierung ihrer Sprech- und Schreibabsichten nutzen – ein gefestigtes Repertoire typischer Aussprache- und Intonationsmuster verwenden und dabei eine meist klar verständliche Aussprache und angemessene Intonation zeigen – ihre erweiterten Kenntnisse zu den Regelmäßigkeiten der Orthografie nutzen und ihren aktiven Wortschatz weitgehend regelkonform verwenden – emotional markierte Sprache identifizieren und einschätzen und auf emotionale Äußerungen angemessen reagieren 25 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards 3.2.2 Interkulturelle kommunikative Kompetenz Interkulturelle kommunikative Kompetenz ist gerichtet auf Verstehen und Handeln in Kontexten, in denen die Fremdsprache verwendet wird. Schülerinnen und Schüler erschließen die in fremdsprachigen und fremdkulturellen Texten enthaltenen Informationen, Sinnangebote und Handlungsaufforderungen und reflektieren diese vor dem Hintergrund ihres eigenen kulturellen und gesellschaftlichen Kontextes. Dies geschieht im Zusammenwirken mit der funktionalen kommunikativen Kompetenz, der Sprachbewusstheit sowie der Text- und Medienkompetenz. Dazu gehört, dass Schülerinnen und Schüler Texte in ihren unterschiedlichen Dimensionen möglichst differenziert erfassen und deuten, ohne diese vorschnell zu bewerten. Auf diese Weise erwerben sie die Voraussetzungen, zu kulturellen Geprägtheiten Empathie wie auch kritische Distanz zu entwickeln, ein begründetes persönliches Urteil zu fällen und ihr eigenes kommunikatives Handeln situationsangemessen und adressatengerecht zu gestalten. Der Prozess interkulturellen Verstehens und Handelns beruht auf dem Zusammenspiel von Wissen, Einstellungen und Bewusstheit. Schülerinnen und Schüler nutzen verschiedene Wissenskomponenten als Hilfe für das Verstehen und Handeln. Dazu zählen ihr fremdkulturelles Wissen, insbesondere in der Form soziokulturellen Orientierungswissens, und ihre Einsichten in die kulturellen Prägungen von Sprache und Sprachverwendung, auch bezogen auf den Gebrauch der Fremdsprache als lingua franca. Strategisches Wissen als weitere Wissenskomponente umfasst vor allem Strategien, die die Kommunikation unter den besonderen Bedingungen des Gebrauchs der Fremdsprache sichern. Es ermöglicht Schülerinnen und Schülern, mit eigenem und fremdem sprachlichem und kulturellem Nichtverstehen und mit der Begrenztheit ihrer fremdsprachlichen Kompetenzen in Kommunikationssituationen umzugehen. Zudem hilft es ihnen, nicht explizit Formuliertes in mündlicher wie schriftlicher Kommunikation zu erkennen und zu verstehen. Gelingende interkulturelle Kommunikation setzt bei Schülerinnen und Schülern neben Wissen und dem Verfügen über Strategien angemessene Einstellungen voraus. Dazu zählen insbesondere die Bereitschaft und Fähigkeit, anderen respektvoll zu begegnen, sich kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen und beim eigenen Sprachhandeln sprachliche und inhaltliche Risiken einzugehen. Im Prozess interkulturellen Verstehens und Handelns spielt außerdem Bewusstheit eine wichtige Rolle. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln die Fähigkeit und Bereitschaft, ihr persönliches Verstehen und Handeln zu hinterfragen und mit den eigenen Standpunkten Unvereinbares auszuhalten und in der interkulturellen Auseinandersetzung zu reflektieren. Niveaudifferenzierung Die Standards zu diesem Kompetenzbereich sind für den Fremdsprachenunterricht der gymnasialen Oberstufe allgemein gültig. Für alle Schülerinnen und Schüler gelten die gleichen Ziele. Aus diesem Grunde entfällt die Differenzierung nach Grundkurs- und Leistungskursfach. Die Schülerinnen und Schüler können in direkten und in medial vermittelten interkulturellen Situationen kommunikativ handeln. Dies bezieht sich auf personale Begegnungen sowie das Verstehen, Deuten und Produzieren fremdsprachiger Texte. Die Schülerinnen und Schüler greifen dazu auf ihr interkulturelles kommunikatives Wissen zurück und beachten kulturell geprägte Konventionen. Dabei sind sie in der Lage, eigene Vorstellungen und Erwartungen im Wechselspiel mit den an sie herangetragenen zu reflektieren und die eigene Position zum Ausdruck zu bringen. 26 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Die Schülerinnen und Schüler können – ihr Orientierungswissen über die Zielkulturen in vielfältigen Situationen anwenden: Aspekte der Alltagskultur und Berufswelt, Themen und Probleme junger Erwachsener, gegenwärtige politische und soziale Bedingungen, historische und kulturelle Entwicklungen einschließlich literarischer Aspekte sowie Themen von globaler Bedeutung – ihr Wissen über Kommunikation anwenden und fremdsprachige Konventionen beachten, u.a. zur Signalisierung von Distanz und Nähe – ihre Wahrnehmungen und (Vor-)Urteile erkennen, hinterfragen, relativieren und ggf. revidieren – einen Perspektivenwechsel vollziehen sowie verschiedene Perspektiven vergleichen und abwägen – Werte, Haltungen und Einstellungen ihrer zielsprachigen Kommunikationspartner erkennen und unter Berücksichtigung des fremdkulturellen Hintergrundes einordnen – fremdsprachige Texte und Diskurse in ihrer fremdkulturellen Dimension erfassen, deuten und bewerten – fremde und eigene Werte, Haltungen und Einstellungen im Hinblick auf international gültige Konventionen (z. B. die Menschenrechte) einordnen – ihr strategisches Wissen nutzen, um Missverständnisse und sprachlich-kulturell bedingte Konfliktsituationen zu erkennen und zu klären – sich trotz des Wissens um die eigenen begrenzten kommunikativen Mittel auf interkulturelle Kommunikationssituationen einlassen und ihr eigenes sprachliches Verhalten in seiner Wirkung reflektieren und bewerten – auch in für sie interkulturell herausfordernden Situationen reflektiert agieren, indem sie sprachlich und kulturell Fremdes auf den jeweiligen Hintergrund beziehen und sich konstruktiv-kritisch damit auseinandersetzen 3.2.3 Text- und Medienkompetenz Text- und Medienkompetenz umfasst die Fähigkeit, Texte selbstständig, zielbezogen sowie in ihren historischen und sozialen Kontexten zu verstehen, zu deuten und eine Interpretation zu begründen. Text- und Medienkompetenz schließt überdies die Fähigkeit mit ein, die gewonnenen Erkenntnisse über die Bedingungen und Techniken der Erstellung von Texten zur Produktion eigener Texte unterschiedlicher Textsorten zu nutzen. Alle mündlich, schriftlich und medial vermittelten Produkte, die Schülerinnen und Schüler rezipieren, produzieren oder austauschen, werden als „Text“ verstanden. Der Medienbegriff umfasst alle Mittel und Verfahren der Informationsverarbeitung und -verbreitung. Als komplexe, integrative Kompetenz geht die Text- und Medienkompetenz über die in den zugrunde liegenden funktionalen kommunikativen Kompetenzen definierten Anforderungen hinaus (insbesondere im Vergleich zum Lese- und Hör-/Hörsehverstehen). Dies entspricht dem zentralen Stellenwert von Texten und Medien für alle Zielsetzungen des gymnasialen Oberstufenunterrichts. Die Schülerinnen und Schüler greifen im Sinne des vernetzenden Lernens auf Wissen zurück, das sie in schulischen Lernangeboten und außerhalb der Schule erworben haben, und entwickeln es weiter. 27 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Text- und Medienkompetenz ermöglicht das Verstehen und Deuten von kontinuierlichen und diskontinuierlichen – auch audio- und audiovisuellen – Texten in ihren Bezügen und Voraussetzungen. Sie umfasst das Erkennen konventionalisierter, kulturspezifisch geprägter Charakteristika von Texten und Medien, die Verwendung dieser Charakteristika bei der Produktion eigener Texte sowie die Reflexion des individuellen Rezeptions- und Produktionsprozesses. Grundkursfach und Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können – sprachlich und inhaltlich komplexe, literarische und nicht-literarische Texte verstehen und strukturiert zusammenfassen – mithilfe sprachlichen, inhaltlichen sowie textsortenspezifischen und ggf. stilistischrhetorischen Wissens literarische und nicht-literarische Texte aufgabenbezogen analysieren, deuten und die gewonnenen Aussagen am Text belegen – die Wirkung spezifischer Gestaltungsmittel medial vermittelter Texte erkennen und deuten – sich mit den Perspektiven und Handlungsmustern von Akteuren, Charakteren und Figuren auseinandersetzen und ggf. einen Perspektivenwechsel vollziehen – bei der Deutung eine eigene Perspektive herausarbeiten und plausibel darstellen – Textvorlagen durch das Verfassen eigener – auch kreativer – Texte erschließen, interpretieren und ggf. weiterführen – ihr Erstverstehen kritisch reflektieren, relativieren und ggf. revidieren – Hilfsmittel zum vertieften sprachlichen, inhaltlichen und textuellen Verstehen und Produzieren von Texten selbstständig verwenden Zusätzlich: Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können darüber hinaus – Gestaltungsmittel in ihrer Wirkung erkennen, deuten und bewerten – die von ihnen vollzogenen Deutungs- und Produktionsprozesse reflektieren und darlegen – Textvorlagen unter Berücksichtigung von Hintergrundwissen in ihrem historischen und sozialen Kontext interpretieren 3.2.4 Sprachbewusstheit Sprachbewusstheit bedeutet Sensibilität für und Nachdenken über Sprache und sprachlich vermittelte Kommunikation. Sie ermöglicht Schülerinnen und Schülern, die Ausdrucksmittel und Varianten einer Sprache bewusst zu nutzen; dies schließt eine Sensibilität für Stil und Register sowie für kulturell bestimmte Formen des Sprachgebrauchs, z. B. Formen der Höflichkeit, ein. Die Reflexion über Sprache richtet sich auch auf die Rolle und Verwendung von Sprachen in der Welt, z. B. im Kontext kultureller und politischer Einflüsse. Da Sprache stets soziokulturell geprägt ist, führt Sprachbewusstheit darüber hinaus zu einer sensiblen Gestaltung der sprachlich-diskursiven Beziehungen mit anderen Menschen. Damit leistet die Entwicklung von Sprachbewusstheit einen wichtigen Beitrag zum Aufbau fremdsprachiger Kompetenz und über diese hinaus zum interkulturellen Lernen sowie zur Persönlichkeitsbildung. 28 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Die Schülerinnen und Schüler können ihre Einsichten in Struktur und Gebrauch der Zielsprache und anderer Sprachen nutzen, um mündliche und schriftliche Kommunikationsprozesse sicher zu bewältigen. Grundkursfach und Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können – grundlegende Ausprägungen des fremdsprachigen Systems an Beispielen erkennen und benennen, Hypothesen im Bereich sprachlicher Regelmäßigkeiten formulieren und Ausdrucksvarianten einschätzen – regionale, soziale und kulturell geprägte Varietäten des Sprachgebrauchs erkennen – sprachliche Kommunikationsprobleme erkennen und Möglichkeiten ihrer Lösung, u.a. durch den Einsatz von Kompensationsstrategien abwägen – wichtige Beziehungen zwischen Sprach- und Kulturphänomenen an Beispielen belegen und reflektieren – Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Beziehungen zwischen Sprachen erkennen und reflektieren – über Sprache gesteuerte Beeinflussungsstrategien erkennen, beschreiben und bewerten – auf Grund ihrer Einsichten in die Elemente, Regelmäßigkeiten und Ausdrucksvarianten der Fremdsprache den eigenen Sprachgebrauch steuern Zusätzlich: Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können darüber hinaus – Varietäten des Sprachgebrauchs sprachvergleichend einordnen – die Erfordernisse einer kommunikativen Situation (u.a. bezogen auf Medium, Adressatenbezug, Absicht, Stil, Register) reflektieren und in ihrem Sprachhandeln berücksichtigen 3.2.5 Sprachlernkompetenz Sprachlernkompetenz beinhaltet die Fähigkeit und Bereitschaft, das eigene Sprachenlernen selbstständig zu analysieren und bewusst zu gestalten, wobei die Schülerinnen und Schüler auf ihr mehrsprachiges Wissen und auf individuelle Sprachlernerfahrungen zurückgreifen. Sprachlernkompetenz zeigt sich erstens im Verfügen über sprachbezogene Lernmethoden und in der Beherrschung daraus abgeleiteter, konkreter Strategien. Sie zeigt sich zweitens in der Beobachtung und Evaluation der eigenen Sprachlernmotivation, prozesse und -ergebnisse sowie drittens in der Bereitschaft und Fähigkeit, begründete Konsequenzen daraus zu ziehen. Sprachbewusstheit und Sprachlernkompetenz haben überdies einen eigenen Bildungswert, sowohl im Hinblick auf die Persönlichkeitsbildung der jungen Erwachsenen als auch auf Berufs- und Wissenschaftspropädeutik. Die Schülerinnen und Schüler können ihre sprachlichen Kompetenzen und ihre vorhandene Mehrsprachigkeit (Erstsprache, ggf. Zweitsprache, Fremdsprachen) selbstständig und reflektiert erweitern. Dabei nutzen sie zielgerichtet ein breites Repertoire an Strategien und Techniken des reflexiven Sprachenlernens. 29 Russisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Grundkursfach und Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können – ihr Sprachlernverhalten und ihre Sprachlernprozesse reflektieren und optimieren – ihre rezeptiven und produktiven Kompetenzen prüfen und gezielt erweitern, z. B. durch die Nutzung geeigneter Strategien und Hilfsmittel (u.a. Nachschlagewerke, gezielte Nutzung des Internets) – das Niveau ihrer Sprachbeherrschung einschätzen, durch Selbstevaluation in Grundzügen dokumentieren und die Ergebnisse für die Planung des weiteren Fremdsprachenlernens nutzen – Begegnungen mit der Fremdsprache für das eigene Sprachenlernen nutzen (z. B. persönliche Begegnungen, Internetforen, Radio, TV, Filme, Theateraufführungen, Bücher, Zeitschriften) – durch Erproben sprachlicher Mittel die eigene sprachliche Kompetenz festigen und erweitern und in diesem Zusammenhang die beim Erlernen anderer Sprachen bereits erworbenen Kompetenzen nutzen Zusätzlich: Leistungskursfach Die Schülerinnen und Schüler können darüber hinaus – das Niveau ihrer eigenen Sprachbeherrschung einschätzen und selbstkritisch bewerten, durch Selbstevaluation angemessen dokumentieren und die Ergebnisse für die Planung des weiteren Sprachenlernens verwenden – durch planvolles Erproben sprachlicher Mittel und kommunikativer sowie interkultureller Strategien die eigene Sprach- und Sprachhandlungskompetenz festigen und erweitern und in diesem Zusammenhang die beim Erlernen anderer Sprachen bereits erworbenen Kompetenzen nutzen 30 Russisch Kompetenzentwicklung und Inhalte in den Kurshalbjahren 4 Kompetenzentwicklung und Inhalte in den Kurshalbjahren Die Themenfelder der vier Kurshalbjahre orientieren sich an den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft. Sie bieten Schülerinnen und Schülern eine Grundlage, ihre Kenntnisse über die gegenwärtige soziale, politische und kulturelle Realität Russlands und deren geschichtliche Hintergründe zu vertiefen und diese im Kontext europäischer und globaler Prozesse zu begreifen. Die so erweiterte Perspektive bereichert den Blick auf die eigene Erfahrungswelt und ermöglicht es, unterschiedliche kulturspezifische Sichtweisen zu verstehen sowie die in den anderen Aufgabenfeldern erworbenen Wissens- und Erfahrungsbestände zu nutzen. Die Themenfelder bieten Anknüpfungspunkte für authentische und kommunikative Aufgaben, die motivierend und lebensweltorientiert sind. Ihre Bearbeitung der erlaubt die Ausrichtung hin zur Wissenschaftspropädeutik. Die Themenfelder sind verbindlich. Eine Vernetzung der verschiedenen Inhalte aus den unterschiedlichen Themenfeldern ist prinzipiell möglich. Bei der Behandlung der jeweiligen Inhalte ist die sich bietende Medien- und Textsortenvielfalt zu nutzen. Die konkrete Unterrichtsplanung erfolgt innerhalb des schulinternen Fachplans als Teil des schulinternen Curriculums. Die Hinweise zum Kompetenzerwerb im Themenfeld haben empfehlenden Charakter. Sie verdeutlichen, worauf der Fokus der Kompetenzentwicklung im jeweiligen Themenfeld liegen kann. Es ist Aufgabe der Lehrkraft, Schwerpunkte unter Berücksichtigung der Voraussetzungen und Interessen der Lerngruppe so zu wählen, dass die Entwicklung der Kompetenzen mit dem Ziel der in Kapitel 3 beschriebenen abschlussorientierten Standards möglich wird. In der Qualifikationsphase werden pro Kurshalbjahr im Grundkurs mindestens ein Unterthema und im Leistungskurs mindestens zwei Unterthemen behandelt. Jedes Kurshalbjahr ist auf den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler und auf die Bewältigung der Anforderungen in den abschlussorientierten Standards auszurichten. Dabei sind die jährlichen Hinweise für die zentralen schriftlichen Abiturprüfungen (u. a. Prüfungsschwerpunkte) der für die Schule zuständigen Senatsverwaltung zu beachten. 31 Russisch Kompetenzentwicklung und Inhalte in den Kurshalbjahren 1. Kurshalbjahr: Individuum und Gesellschaft Mögliche Inhalte – Молодёжь сегодня Junge Menschen heute – Взаимоотношения между людьми (молодёжь, любовь, дружба, отношения между поколениями) Zwischenmenschliche Beziehungen (Jugend, Liebe, Partnerschaft, Miteinander der Generationen) – Образ жизни Lebensentwürfe/Lebensräume – Идеология, мировоззрение, религия Ideologie, Weltanschauung, Religion Kompetenzerwerb im Themenfeld Die Schülerinnen und Schüler – entwickeln eine Aufgeschlossenheit anderen Einstellungen, Werten und Lebensstilen gegenüber, – lernen, eigene Werte zu reflektieren und Standpunkte zu begründen, – analysieren und problematisieren Lebensentwürfe und untersuchen dabei individuelle Grenzerfahrungen, ethische Herausforderungen, aber auch den Einfluss der Beziehungen der Geschlechter, zwischen den Generationen, zwischen der Gesellschaft und dem Einzelnen, zwischen beruflichen Anforderungen und individuellen Träumen oder zwischen Wirklichkeit und Fantasie, – kennen Studien- und Arbeitsmöglichkeiten im russischsprachigen Ausland, – finden gemeinsam Lösungsansätze für Rollenkonflikte und formulieren Alternativen. 32 Russisch Kompetenzentwicklung und Inhalte in den Kurshalbjahren 2. Kurshalbjahr: Nationale und kulturelle Identität Mögliche Inhalte – Искусство и культура в России (музыка, фильм, литература, изобразительное искусство, театр, фольклор, спорт) Kunst und Kultur in Russland (Musik, Film, Literatur, Bildende Kunst, Theater, Folklore, Sport) – Выдающиеся личности в культуре, истории, политике, науке Bedeutende Persönlichkeiten aus Kultur, Geschichte, Politik oder Wissenschaft – Особенности быта (нравы и обычаи, традиции и тенденции) Besonderheiten des Alltagslebens (Sitten und Bräuche, Traditionen und Trends) – Специфика языка и социальных норм поведения (общение, этикет, язык) Landesspezifische Sprach- und Verhaltenskonventionen (Kommunikationsverhalten, Etikette, Sprachverhalten) – Немецко-русские отношения в прошлом и в настоящем Deutsch-russische Beziehungen in Vergangenheit und Gegenwart Kompetenzerwerb im Themenfeld Schülerinnen und Schüler – lernen ausgewählte Bereiche und Persönlichkeiten russischer Kunst und Kultur kennen, – erkennen, wie politische und gesellschaftliche Umwälzungen persönliche Lebenswege bestimmen, analysieren und beurteilen den Prozess der Vergangenheitsbewältigung, – analysieren und interpretieren verschiedene künstlerische Artefakte aus Russland, die wichtige Umbrüche in der russischen Geschichte reflektieren und setzen sich mit ihnen analytisch und kreativ auseinander, – erkennen die Vielfalt der russischen Kultur durch den Einfluss des Zusammenlebens verschiedener Völker in Russland/GUS, – setzen sich mit dem Alltagsleben in Russland früher und heute auseinander, – kennen verschiedene Beispiele aus Literatur, Musik, Film, Theater und Bildender Kunst, – nehmen familiäre, kulturelle und auch religiöse Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und Russland wahr und erkennen die Probleme bei der Herausbildung einer nationalen Identität, – nehmen Perspektivwechsel vor, um Verhaltensmuster der fremden Kultur zu verstehen, gegebenenfalls eigene kulturelle Konzepte zu relativieren und zwischen der eigenen und der anderen Kultur vermitteln zu können, – erlernen bestimmte Kommunikations- und Interaktionsregeln, um die Fähigkeit zu erreichen, sich in die Befindlichkeiten und Denkweisen eines fremdkulturellen Partners hineinzuversetzen, – reflektieren eigene Wertvorstellungen und Wahrnehmungen durch die Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Beziehungen zwischen Deutschland und Russland, zwischen Deutschen und Russen über Jahrhunderte. 33 Russisch Kompetenzentwicklung und Inhalte in den Kurshalbjahren 3. Kurshalbjahr: Eine Welt – globale Fragen Mögliche Inhalte – Сохранение мира, глобализация Friedenssicherung, Globalisierung – Природа и экология в России и СНГ Natur und Umwelt in Russland/GUS – Жизнь в мультинациональном обществе (шансы и проблемы) Leben in der multikulturellen Gesellschaft (Chancen und Probleme) – Этническое многообразие в русскоговорящем пространстве Ethnische Vielfalt im russischsprachigen Raum Kompetenzerwerb im Themenfeld Die Schülerinnen und Schüler – erkennen in der Auseinandersetzung mit Themen wie Friedenssicherung, Globalisierung, Natur und Umwelt ihre eigene Verantwortung und nehmen sie wahr, – vertiefen und vernetzen ihr Wissen über Hintergründe und Zusammenhänge, gegenwärtige Strömungen und zukünftige Entwicklungen globaler Fragen, – entwickeln die Fähigkeit, zu den o. g. Inhalten Stellung zu beziehen und in angemessener Form Kritik zu üben, – erkennen, dass die multikulturelle Gesellschaft historisch entstanden ist und hinterfragen ihre eigene Position und ihre Handlungsmuster im Umgang mit kulturellen Minderheiten. 34 Russisch Kompetenzentwicklung und Inhalte in den Kurshalbjahren 4. Kurshalbjahr: Herausforderungen der Gegenwart Mögliche Inhalte – Из истории России Ausgewählte Aspekte der Geschichte Russlands – Россия и Европа Russland und Europa – Сегодняшняя Россия (экономика, наука, политика, экология, искусство, образование) Aktuelle Entwicklungen in Russland/GUS (z. B. Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Ökologie, Kunst, Bildungswesen) – Россия в средствах массовой информации Russland in den Medien Kompetenzerwerb im Themenfeld Die Schülerinnen und Schüler – setzen sich mit ausgewählten Aspekten der russischen Geschichte, besonders mit ihren Wendepunkten im 20.Jahrhundert auseinander (Revolutionsjahr 1917, Stalinismus, 2. Weltkrieg, Perestroika und Zerfall der Sowjetunion), – beurteilen die Bedeutung dieser historischen Entwicklungen für die aktuelle Situation in Russland und erkennen den gesellschaftlichen Umbruch 1991 als eine Chance für alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und die Menschen in diesem Land, – recherchieren aktuelle Fragen der Gegenwart des politischen und sozialen Lebens in russischsprachigen Ländern, – begreifen die besondere Rolle Russlands innerhalb Europas und der Welt, – arbeiten mit unterschiedlichen Informationsquellen, insbesondere dem Internet in Russland, gewinnen Einsicht in die Welt der russischen/deutschen Medien und werten diese kritisch, – informieren sich zu aktuellen Entwicklungstendenzen in Russland und präsentieren ihre Ergebnisse adäquat, – analysieren in ausgewählten Gebieten Russlands die ökologische Situation. 35 Russisch 36 Russisch Sonstige Regelungen 5 Sonstige Regelungen 5.1 Jahrgangsübergreifender Unterricht Werden ausnahmsweise Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichem Sprachenbeginn in jahrgangsübergreifenden Kursen zusammengefasst, muss der Unterricht durch Binnendifferenzierung sicherstellen, dass die Lernenden des ersten bzw. zweiten Kurshalbjahres in allen Kompetenzbereichen in angemessener Weise sukzessive an das in den abschlussorientierter Standards geforderte Niveau herangeführt werden. Dies kann z. B. durch unterschiedliche Textauswahl (Länge und/oder Komplexität der Texte), gesonderte Hilfen oder unterschiedlich formulierte Arbeitsaufträge geschehen. In Klausuren können Unterschiede dadurch ausgeglichen werden, dass bei gleicher Textgrundlage im Aufgabenapparat zusätzliche Hilfen geboten werden. Im Einzelnen bleibt dabei die Abstufung der Anforderungen im mündlichen und schriftlichen Bereich dem Kursleiter überlassen. Jahrgangsübergreifender Unterricht kann in besonderer Weise zur Förderung von Teamfähigkeit genutzt werden. 5.2 Zusatzkurse Neben den hier dargestellten Grund- und Leistungskursen können weitere Grundkurse angeboten werden, deren Inhalte durch die Schulen entwickelt und durch die für das Schulwesen zuständige Senatsverwaltung genehmigt werden. Folgende zusätzliche Grundkurse sind möglich: – Zusatzkurse, in denen die Schülerinnen und Schüler ihre in den jeweiligen Grund- oder Leistungskursen erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten vertiefen und erweitern – Seminarkurse, in denen sich die Schülerinnen und Schüler fachübergreifend und/oder fächerverbindend auf eine Prüfung im Rahmen der ”Besonderen Lernleistung” vorbereiten. 5.3 Fremdsprachiger Sachfachunterricht Die zunehmende internationale Kooperation und der globale Wettbewerb verändern die Erwartungen an Lernende. Die Fähigkeit, Vorträge, Texte und Materialien zu einer Vielfalt von Themen in einer Fremdsprache verstehen und präsentieren zu können, wird an Hochschulen von den Studierenden ebenso erwartet wie in international agierenden Firmen und Wissenschaftsbetrieben von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Darüber hinaus ist im Kontext internationalen Zusammenwirkens die Bereitschaft zum interkulturell sensiblen Umgang miteinander von großer Bedeutung. Neben der Ausrichtung des Fremdsprachenunterrichts auf interkulturelle Handlungsfähigkeit, ermöglichen längere und kürzere Sachfach-Unterrichtssequenzen in der Fremdsprache den Schülerinnen und Schülern, sich auf die neuen Herausforderungen in einer globalisierten Welt vorzubereiten. Vertiefend können sie dies an Schulen tun, in denen neben dem Fremdsprachenunterricht mindestens ein weiteres Fach in einer Fremdsprache unterrichtet wird. Der Sachfachunterricht in der Fremdsprache erfolgt auf der Grundlage der Rahmenlehrpläne für die jeweiligen Unterrichtsfächer. Themen und Inhalte werden durch Festlegungen in schulinternen Curricula präzisiert und erweitert. 37 Russisch Sonstige Regelungen Bilinguale Züge und Schulen arbeiten in der gymnasialen Oberstufe auf der Grundlage besonderer Regelungen, die u.a. Festlegungen bezüglich der fremdsprachig erteilten Unterrichtsfächer treffen. Auch für diese Fächer gilt der Rahmenlehrplan der Berliner Schule mit den jeweiligen schulspezifischen Ergänzungen in Form von Unterrichtsplänen, die Elemente der jeweiligen Referenzkulturen einbeziehen. Der Sachfachunterricht in der Fremdsprache bereichert und ergänzt den lebensnahen und effizienten Fremdsprachenunterricht. Er trägt zu einer erhöhten Fremdsprachenkompetenz bei, indem er die sprachlichen Lernprozesse des Fremdsprachenunterrichts fachspezifisch in den Bereichen Fachterminologie, Redemittel und Kommunikationsformen vertieft. Im fremdsprachigen Sachfachunterricht arbeiten die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage von authentischen Texten (im Sinne des erweiterten Textbegriffs), die sie unter Anleitung oder selbstständig bearbeiten und auswerten. Sie lernen, ihre Arbeitsergebnisse in der Fremdsprache zu präsentieren, und üben sich im Kommunizieren über Inhalte der Sachfächer als Vorbereitung auf das Studium und die berufliche Tätigkeit in internationalen Kontexten. In Gruppenarbeitsphasen und in der Kommunikation mit Externen verhandeln sie erfolgreich in der Fremdsprache. Die korrekte Sprachverwendung wird insbesondere unter dem Aspekt der erfolgreichen Kommunikation gefördert. Der Sachfachunterricht in der Fremdsprache bietet in besonderer Weise die Möglichkeit zum fachübergreifenden und fächerverbindenden Lernen. Der Sachfachunterricht bezieht verstärkt Themenbeispiele, Sichtweisen und methodisch-didaktische Ansätze aus den jeweiligen Referenzkulturen ein. Auf diese Weise fördert er die multiperspektivische Auseinandersetzung mit fachspezifischen Zusammenhängen und damit die Reflexion sowie Neubewertung der eigenen Lebenswirklichkeit und der eigenen Wertvorstellungen. Die Vermittlung fachspezifischer Arbeitsweisen und Darstellungskonzeptionen der jeweiligen Referenzkultur ermöglicht eine aktive Teilnahme der Schülerinnen und Schüler am internationalen Wissenschaftsdiskurs. Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung erfolgen auf der Grundlage der für das jeweilige Sachfach festgelegten Bewertungskriterien. 38 Russisch Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung im Fach Russisch 6 Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung im Fach Russisch Die Grundlagen für Leistungsanforderungen und Leistungsbeurteilung liefern auf europäischer Ebene der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen lernen, lehren, beurteilen (GER, Europarat, Straßburg 2001), auf Bundesebene die durch die Kultusministerkonferenz formulierten Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA) Russisch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i.d.F. vom 06.06.2013) sowie auf Berliner Ebene die im Rahmenlehrplan Russisch für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe formulierten Anforderungen in Bezug auf die rezeptiven und produktiven Fähigkeiten und Fertigkeiten. Hier geben insbesondere die abschlussorientierten Standards die Kompetenzen und das jeweils angestrebte Niveau an. Auf benotete Leistungsüberprüfungen bereiten sich Schülerinnen und Schüler einzeln, mit Partnern und in Gruppen vor. Sie stellen die Ergebnisse ihrer Arbeit in schriftlicher und mündlicher Form vor. Schülerinnen und Schüler werden mit vielfältigen Aufgabenstellungen konfrontiert. Dabei dienen die Aufgabenformate der Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) Russisch als Grundlage. Die Vorbereitung auf die fünfte Prüfungskomponente in beiden Formen (Präsentationsprüfung/Besondere Lernleistung) ist Bestandteil des Unterrichts. Dabei wird dem fachübergreifenden Charakter der fünften Prüfungskomponente Rechnung getragen, indem auch fachübergreifende Inhalte in der Fremdsprache formuliert und präsentiert werden. In die Konventionen wissenschaftlichen Arbeitens in Russland sowie in die Planung und Durchführung einer schriftlichen Ausarbeitung in der Fremdsprache wird im Rahmen kürzerer Projekte eingeführt. Die Schülerinnen und Schüler schätzen ihre eigenen Leistungen und die ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler ein und erzielen damit selbstständig Lernfortschritte. Dies setzt das Verständnis der Anforderungskriterien und das Erkennen der Relevanz von fachlichen Inhalten voraus. Ziel ist es, die Lernenden mehr und mehr in die Lage zu versetzen, ihre Lernprozesse selbstständig zu steuern, wobei ihnen Lehrerinnen und Lehrer beratend zu Seite stehen. Entscheidend für die Bewertung im allgemeinen Teil sind die Qualität, die Intensität und die Selbstständigkeit der Unterrichtsbeiträge. Letztere können in vielfältigen Formen erbracht werden, wie z. B.: – Beiträge zu Unterrichtsgesprächen (z. B. Debatten, Diskussionen, Meinungsumfragen, Interviews) – Hausaufgaben bzw. deren Auswertung – Kurzvorträge und Präsentationen (Referate, Vorstellung eines Thesenpapiers, Erläuterung eines Schaubildes, Interpretation eines Schlüsselzitats, Darstellung von Arbeitsergebnissen) – punktuelle schriftliche Übungen und Tests zur Sicherung inhaltlich-thematischer und sprachlicher Kenntnisse sowie zur Überprüfung von Lern- und Arbeitstechniken – vielgestaltige Formen der Dokumentation des Unterrichtsprozesses (Protokolle, Arbeitsmappen, Materialdossiers, Lern-, Arbeits- und Lesetagebücher) – szenische Darstellungen (z. B. Rollenspiele, Simulationen) – Erarbeiten von Drehbüchern oder Videos für die Umsetzung von (literarischen) Vorlagen – Mitarbeit an fachspezifischen und fachübergreifenden Projekten 39 Russisch Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung im Fach Russisch Zur Förderung einer ganzheitlich ausgerichteten Handlungskompetenz werden bei der Bewertung von Schülerleistungen neben den fachlichen und methodischen Fähigkeiten und Fertigkeiten auch Kooperationsbereitschaft und Selbstreflexion berücksichtigt, sofern dies in der Aufgabenstellung angelegt ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn Lernprodukte im Team erstellt werden oder Projektarbeit stattfindet. Als Ausgangstexte für die Klausuren dienen ausschließlich authentische russischsprachige, im Bereich Sprachmittlung auch deutschsprachige Texte, die nicht bereits Gegenstand des Unterrichts waren. Beim Umfang der vorgelegten Materialien ist deren Schwierigkeitsgrad zu berücksichtigen (Grad der Verschlüsselung, Abstraktionsgrad, Informationsdichte, Umfang der vorausgesetzten Sachkenntnis, u.a.). Die Aufgabenstellungen der Klausuren führen sukzessive zu den Anforderungen der Abiturprüfung hin und tragen den unterschiedlichen Niveaus in Grund- und Leistungskursfach Rechnung. 40 Russisch 41 Russisch
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