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Full text: Rahmenlehrplan Chinesisch (Rights reserved)

Rahmenlehrplan für die gymnasiale Oberstufe Gymnasien Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe Berufliche Gymnasien Kollegs Abendgymnasien Chinesisch Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Impressum Erarbeitung Das Kerncurriculum dieses Rahmenlehrplans wurde teilweise in einem länderübergreifenden Projekt vom Berliner Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM), vom Landesinstitut für Schule und Medien Brandenburg (LISUM Bbg) und vom Landesinstitut für Schule und Ausbildung MecklenburgVorpommern (L.I.S.A.) unter Berücksichtigung der jeweiligen landesspezifischen schulrechtlichen Bestimmungen erarbeitet. Die Kapitel Einführungsphase, Kurshalbjahre, Sonstige Regelungen sowie Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung wurden vom Berliner Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) erarbeitet. Das Kapitel Einführungsphase wurde 2010 vom Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) überarbeitet. Herausgeber Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin Inkraftsetzung Dieser Rahmenlehrplan wurde von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin zum Schuljahr 2006/2007 in Kraft gesetzt. Printed in Germany 1. Auflage 2006 Druck: Oktoberdruck AG Berlin Dieses Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Die Herausgeber behalten sich alle Rechte einschließlich Übersetzung, Nachdruck und Vervielfältigung des Werkes vor. Kein Teil des Werkes darf ohne ausdrückliche Genehmigung der Herausgeber in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Dieses Verbot gilt nicht für die Verwendung dieses Werkes für die Zwecke der Schulen und ihrer Gremien. Inhaltsverzeichnis Einführungsphase...............................................................................................V Kerncurriculum für die Qualifikationsphase 1 Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe ................................................................................................... 5 1.1 Grundsätze ................................................................................................ 5 1.2 Lernen und Unterricht ................................................................................ 6 1.3 Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung.......................................... 7 2 Beitrag des Faches Chinesisch zum Kompetenzerwerb ............................ 9 2.1 Fachprofil ................................................................................................... 9 2.2 Fachbezogene Kompetenzen .................................................................... 9 3 Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards .............. 13 3.1 Eingangsvoraussetzungen ....................................................................... 13 3.2 Abschlussorientierte Standards................................................................ 17 4 Kompetenzen und Inhalte ........................................................................ 22 4.1 Individuum und Gesellschaft .................................................................... 22 4.2 Nationale und kulturelle Identität .............................................................. 23 4.3 Eine Welt – globale Fragen ...................................................................... 23 4.4 Herausforderungen der Gegenwart.......................................................... 24 Ergänzungen 5 Kurshalbjahre ........................................................................................... 25 6 Sonstige Regelungen............................................................................... 26 6.1 Jahrgangsübergreifender Unterricht......................................................... 26 6.2 Zusatzkurse.............................................................................................. 26 6.3 Fremdsprachiger Sachfachunterricht ....................................................... 26 7 Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung im Fach Chinesisch........ 27 Einführungsphase Einführungsphase Zielsetzung Im Unterricht der Einführungsphase vertiefen und erweitern die Schülerinnen und Schüler die in der Sekundarstufe I erworbenen Kompetenzen und bereiten sich auf die Arbeit in der Qualifikationsphase vor. Spätestens am Ende der Einführungsphase erreichen sie die für den Eintritt in die Qualifikationsphase gesetzten Eingangsvoraussetzungen. Die für die Qualifikationsphase beschriebenen Grundsätze für Unterricht und Erziehung sowie die Ausführungen zum Beitrag des Faches zum Kompetenzerwerb gelten für die Einführungsphase entsprechend. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, Defizite auszugleichen und Stärken weiterzuentwickeln. Sie vertiefen bzw. erwerben Grundlagen für wissenschaftspropädeutisches Arbeiten und bewältigen zunehmend komplexe Aufgabenstellungen selbstständig. Hierzu gehören auch die angemessene Verwendung der Sprache und die Nutzung von funktionalen Lesestrategien. Dabei wenden sie fachliche und methodische Kenntnisse und Fertigkeiten mit wachsender Sicherheit selbstständig an. Um ihre Kurswahl wohlüberlegt treffen zu können, machen sie sich mit den Anforderungen für das Grundkursfach Chinesisch vertraut. Zur Vorbereitung auf die Arbeit im Grundkurs erhalten sie individuelle Lernspielräume und werden von ihren Lehrkräften unterstützt und beraten. Im Zweiten Bildungsweg werden die Eingangsvoraussetzungen aufgrund des Wiedereinstiegs in den Lernprozess nach längerer Pause nur von einem Teil der Hörerinnen und Hörer des Abendgymnasiums bzw. der Kollegiatinnen und Kollegiaten der Kollegs erfüllt. Die Abschlussstandards werden durch binnendifferenziertes Arbeiten sowie Nutzung der größeren Selbstkompetenz erwachsener Lernender erreicht. Kompetenzen und Inhalte In der Einführungsphase kommen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Kenntnissen und Fähigkeiten zusammen. Der Unterricht der Einführungsphase dient der Festigung und Vertiefung der in der Sekundarstufe I erworbenen Kompetenzen und führt in die Arbeitsweisen und Inhalte der gymnasialen Oberstufe ein. Dies gilt auch für Chinesisch als zweite Fremdsprache. Der bislang vorwiegend am fremdsprachigen (Jugend-)Alltag und der eigenen Lebenswelt orientierte Unterricht berücksichtigt nunmehr komplexere soziale, politische, wirtschaftliche, kulturelle und ästhetische Zusammenhänge, Gegebenheiten und Entwicklungen. Lernstrategien und Arbeitstechniken werden weiter vermittelt und gefestigt. Aufgabe des Chinesischunterrichts der Einführungsphase ist das Erreichen der Eingangsvoraussetzungen des Kerncurriculums in allen Kompetenzbereichen mithilfe der beiden aufgeführten Themenfelder. V Chinesisch Einführungsphase Gesellschaftliche Veränderungen Mögliche Inhalte • Auswirkungen der Ein-Kind-Familie auf die Gesellschaft • Jugendkultur in der Transformation • Einfluss der Informationstechnologien auf die Gesellschaft • Schule und was danach? Kompetenzerwerb im Themenfeld • Verschiedene Ursachen gesellschaftlicher Veränderungen nennen, diese in den historischen Kontext einordnen und die Auswirkungen der Veränderungen einschätzen Zwischenmenschliche Beziehungen Mögliche Inhalte • Verhaltensweisen und Sitten • Interkulturelle Herausforderungen heute: Ausländer in China / Chinesen im Ausland • Beispiele des kulturellen Austausches zwischen Deutschland und China Kompetenzerwerb im Themenfeld Ausgehend von ihrer eigenen Lebenswelt beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Realität junger Chinesinnen und Chinesen innerhalb und außerhalb Chinas. Dadurch schärfen sie ihr Verständnis für Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie deren Zusammenhang mit den jeweiligen soziokulturellen Bedingungen. Grundlage für die Arbeit sind Sach- und Gebrauchstexte, literarische Texte und audiovisuelle Medien, die für die gemeinsame Entwicklung von lebensrelevanten Lösungsstrategien und die Erstellung von handlungsorientierten Lernprodukten genutzt werden. Die so erworbene interkulturelle Kompetenz befähigt die Schülerinnen und Schüler zunehmend, auch in kulturell sensiblen Situationen angemessen zu agieren. VI Chinesisch Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe 1 Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe 1.1 Grundsätze In der Qualifikationsphase erweitern und vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre bis dahin erworbenen Kompetenzen mit dem Ziel, sich auf die Anforderungen eines Hochschulstudiums oder einer beruflichen Ausbildung vorzubereiten. Sie handeln zunehmend selbstständig und übernehmen Verantwortung in gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen. Die Grundlagen für das Zusammenleben und -arbeiten in einer demokratischen Gesellschaft und für das friedliche Zusammenleben der Völker sind ihnen vertraut. Die Lernenden erweitern ihre interkulturelle Kompetenz und bringen sich im Dialog und in der Kooperation mit Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung aktiv und gestaltend ein. Eigene und gesellschaftliche Perspektiven werden von ihnen zunehmend sachgerecht eingeschätzt. Die Lernenden übernehmen Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen, für die Gleichberechtigung der Menschen ungeachtet des Geschlechts, der Abstammung, der Sprache, der Herkunft, einer Behinderung, der religiösen und politischen Anschauungen, der sexuellen Identität und der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung. Im Dialog zwischen den Generationen nehmen sie eine aktive Rolle ein. Sie setzen sich mit wissenschaftlichen, technischen, rechtlichen, politischen, sozialen und ökonomischen Entwicklungen auseinander, nutzen deren Möglichkeiten und schätzen Handlungsspielräume, Perspektiven und Folgen zunehmend sachgerecht ein. Sie gestalten Meinungsbildungsprozesse und Entscheidungen mit und eröffnen sich somit vielfältige Handlungsalternativen. Der beschleunigte Wandel einer von Globalisierung geprägten Welt erfordert ein dy- Kompetenznamisches Modell des Kompetenzerwerbs, das auf lebenslanges Lernen und die erwerb Bewältigung vielfältiger Herausforderungen im Alltags- und Berufsleben ausgerichtet ist. Hierzu durchdringen die Schülerinnen und Schüler zentrale Zusammenhänge grundlegender Wissensbereiche, erkennen die Funktion und Bedeutung vielseitiger Erfahrungen und lernen, vorhandene sowie neu erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten miteinander zu verknüpfen. Die Lernenden entwickeln ihre Fähigkeiten im Umgang mit Sprache und Wissen weiter und setzen sie zunehmend situationsangemessen, zielorientiert und adressatengerecht ein. Die Eingangsvoraussetzungen verdeutlichen den Stand der Kompetenzentwicklung, Standardden die Lernenden beim Eintritt in die Qualifikationsphase erreicht haben sollten. Mit orientierung entsprechender Eigeninitiative und gezielter Förderung können auch Schülerinnen und Schüler die Qualifikationsphase erfolgreich absolvieren, die die Eingangsvoraussetzungen zu Beginn der Qualifikationsphase noch nicht im vollen Umfang erreicht haben. Mit den abschlussorientierten Standards wird verdeutlicht, über welche fachlichen und überfachlichen Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler im Abitur verfügen müssen. Die Standards bieten damit Lernenden und Lehrenden Orientierung für erfolgreiches Handeln und bilden einen wesentlichen Bezugspunkt für die Unterrichtsgestaltung, für das Entwickeln von Konzepten zur individuellen Förderung sowie für ergebnisorientierte Beratungsgespräche. Für die Kompetenzentwicklung sind zentrale Themenfelder und Inhalte von Rele- Themenfelder vanz, die sich auf die Kernbereiche der jeweiligen Fächer konzentrieren und sowohl und Inhalte fachspezifische als auch überfachliche Zielsetzungen deutlich werden lassen. So erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit zum exemplarischen Lernen und zum Erwerb einer vertieften und erweiterten allgemeinen sowie wissenschaftspropädeutischen Bildung. Dabei wird stets der Bezug zur Erfahrungswelt der Lernenden und zu den Herausforderungen an die heutige sowie perspektivisch an die zukünftige Gesellschaft hergestellt. Chinesisch 5 Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe Die Schülerinnen und Schüler entfalten anschlussfähiges und vernetztes Denken und Handeln als Grundlage für lebenslanges Lernen, wenn sie die in einem Lernprozess erworbenen Kompetenzen auf neue Lernbereiche übertragen und für eigene Ziele und Anforderungen in Schule, Studium, Beruf und Alltag nutzbar machen können. Diesen Erfordernissen trägt das Kerncurriculum durch die Auswahl der Themenfelder und Inhalte Rechnung, bei der nicht nur die Systematik des Faches, sondern vor allem der Beitrag zum Kompetenzerwerb berücksichtigt werden. Schulinternes Curriculum Das Kerncurriculum ist die verbindliche Basis für die Gestaltung des schulinternen Curriculums, in dem der Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schule standortspezifisch konkretisiert wird. Dazu werden fachbezogene, fachübergreifende und fächerverbindende Entwicklungsschwerpunkte sowie profilbildende Maßnahmen festgelegt. Die Kooperation innerhalb der einzelnen Fachbereiche ist dabei von ebenso großer Bedeutung wie fachübergreifende Absprachen und Vereinbarungen. Beim Erstellen des schulinternen Curriculums werden regionale und schulspezifische Besonderheiten sowie die Neigungen und Interessenlagen der Lernenden einbezogen. Dabei arbeiten alle an der Schule Beteiligten zusammen und nutzen auch die Anregungen und Kooperationsangebote externer Partner. Zusammen mit dem Kerncurriculum nutzt die Schule das schulinterne Curriculum als ein prozessorientiertes Steuerungsinstrument im Rahmen von Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung. Im schulinternen Curriculum werden überprüfbare Ziele formuliert, die die Grundlage für eine effektive Evaluation des Lernens und des Unterrichts in der Qualifikationsphase bilden. 1.2 Lernen und Unterricht Mitverantwortung und Mitgestaltung von Unterricht Lernen und Lehren in der Qualifikationsphase müssen dem besonderen Entwicklungsabschnitt Rechnung tragen, in dem die Jugendlichen zu jungen Erwachsenen werden. Dies geschieht vor allem dadurch, dass die Lernenden Verantwortung für den Lernprozess und den Lernerfolg übernehmen und sowohl den Unterricht als auch das eigene Lernen aktiv selbst gestalten. Lernen als individueller Prozess Beim Lernen konstruiert jede Einzelne/jeder Einzelne ein für sich selbst bedeutsames Abbild der Wirklichkeit auf der Grundlage ihres/seines individuellen Wissens und Könnens sowie ihrer/seiner Erfahrungen und Einstellungen. Dieser Tatsache wird durch eine Lernkultur Rechnung getragen, in der sich die Schülerinnen und Schüler ihrer eigenen Lernwege bewusst werden, diese weiterentwickeln sowie unterschiedliche Lösungen reflektieren und selbstständig Entscheidungen treffen. So wird lebenslanges Lernen angebahnt und die Grundlage für motiviertes, durch Neugier und Interesse geprägtes Handeln ermöglicht. Fehler und Umwege werden dabei als bedeutsame Bestandteile von Erfahrungs- und Lernprozessen angesehen. Phasen des Anwendens Neben der Auseinandersetzung mit dem Neuen sind Phasen des Anwendens, des Übens, des Systematisierens sowie des Vertiefens und Festigens für erfolgreiches Lernen von großer Bedeutung. Solche Lernphasen ermöglichen auch die gemeinsame Suche nach Anwendungen für neu erworbenes Wissen und verlangen eine variantenreiche Gestaltung im Hinblick auf Übungssituationen, in denen vielfältige Methoden und Medien zum Einsatz gelangen. Lernumgebung Lernumgebungen werden so gestaltet, dass sie das selbst gesteuerte Lernen von Schülerinnen und Schülern fördern. Sie unterstützen durch den Einsatz von Medien sowie zeitgemäßer Kommunikations- und Informationstechnik sowohl die Differenzierung individueller Lernprozesse als auch das kooperative Lernen. Dies trifft sowohl auf die Nutzung von multimedialen und netzbasierten Lernarrangements als 6 Chinesisch Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe auch auf den produktiven Umgang mit Medien zu. Moderne Lernumgebungen ermöglichen es den Lernenden, eigene Lern- und Arbeitsziele zu formulieren und zu verwirklichen sowie eigene Arbeitsergebnisse auszuwerten und zu nutzen. Die Integration geschlechtsspezifischer Perspektiven in den Unterricht fördert die GleichberechWahrnehmung und Stärkung der Lernenden mit ihrer Unterschiedlichkeit und Indivi- tigung von dualität. Sie unterstützt die Verwirklichung von gleichberechtigten Lebens- Mann und Frau perspektiven. Die Schülerinnen und Schüler werden bestärkt, unabhängig von tradierten Rollenfestlegungen Entscheidungen über ihre berufliche und persönliche Lebensplanung zu treffen. Durch fachübergreifendes Lernen werden Inhalte und Themenfelder in größerem Kontext erfasst, außerfachliche Bezüge hergestellt und gesellschaftlich relevante Aufgaben verdeutlicht. Die Vorbereitung und Durchführung von fächerverbindenden Unterrichtsvorhaben und Projekten fördern die Zusammenarbeit der Lehrkräfte und ermöglichen allen Beteiligten eine multiperspektivische Wahrnehmung. Fachübergreifendes und fächerverbindendes Lernen Im Rahmen von Projekten, an deren Planung und Organisation sich die Schülerin- Projektarbeit nen und Schüler aktiv beteiligen, werden über Fächergrenzen hinaus Lernprozesse vollzogen und Lernprodukte erstellt. Dabei nutzen Lernende überfachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten auch zum Dokumentieren und Präsentieren. Auf diese Weise bereiten sie sich auf das Studium und ihre spätere Berufstätigkeit vor. Außerhalb der Schule gesammelte Erfahrungen, Kenntnisse und erworbene Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler werden in die Unterrichtsarbeit einbezogen. Zur Vermittlung solcher Erfahrungen werden ebenso die Angebote außerschulischer Lernorte, kultureller oder wissenschaftlicher Einrichtungen sowie staatlicher und privater Institutionen genutzt. Die Teilnahme an Projekten und Wettbewerben, an Auslandsaufenthalten und internationalen Begegnungen hat ebenfalls eine wichtige Funktion; sie erweitert den Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler und trägt zur Stärkung ihrer interkulturellen Handlungsfähigkeit bei. Einbeziehung außerschulischer Erfahrungen 1.3 Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung Wichtig für die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler ist eine individuelle Beratung, die die Stärken der Lernenden aufgreift und Lernergebnisse nutzt, um Lernfortschritte auf der Grundlage nachvollziehbarer Anforderungs- und Bewertungskriterien zu beschreiben und zu fördern. So lernen die Schülerinnen und Schüler, ihre eigenen Stärken und Schwächen sowie die Qualität ihrer Leistungen realistisch einzuschätzen und kritische Rückmeldungen und Beratung als Chance für die persönliche Weiterentwicklung zu verstehen. Sie lernen außerdem, anderen Menschen faire und sachliche Rückmeldungen zu geben, die für eine produktive Zusammenarbeit und erfolgreiches Handeln unerlässlich sind. Die Anforderungen in Aufgabenstellungen orientieren sich im Verlauf der Qualifika- Aufgabentionsphase zunehmend an der Vertiefung von Kompetenzen und den im Kern- stellungen curriculum beschriebenen abschlussorientierten Standards sowie an den Aufgabenformen und der Dauer der Abiturprüfung. Die Aufgabenstellungen sind so offen, dass sie von den Lernenden eine eigene Gestaltungsleistung abverlangen. Die von den Schülerinnen und Schülern geforderten Leistungen orientieren sich an lebensund arbeitsweltbezogenen Textformaten und Aufgabenstellungen, die einen Beitrag zur Vorbereitung der Lernenden auf ihr Studium und ihre spätere berufliche Tätigkeit liefern. Neben den Klausuren fördern umfangreichere schriftliche Arbeiten in besonderer Schriftliche Weise bewusstes methodisches Vorgehen und motivieren zu eigenständigem Ler- Leistungen nen und Forschen. Chinesisch 7 Bildung und Erziehung in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe Mündliche Leistungen Auch den mündlichen Leistungen kommt eine große Bedeutung zu. In Gruppen und einzeln erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, ihre Fähigkeit zum reflektierten und sachlichen Diskurs und Vortrag und zum mediengestützten Präsentieren von Ergebnissen unter Beweis zu stellen. Praktische Leistungen Praktische Leistungen können in allen Fächern eigenständig oder im Zusammenhang mit mündlichen oder schriftlichen Leistungen erbracht werden. Die Schülerinnen und Schüler erhalten so die Gelegenheit, Lernprodukte selbstständig allein und in Gruppen herzustellen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. 8 Chinesisch Beitrag des Faches Chinesisch zum Kompetenzerwerb 2 Beitrag des Faches Chinesisch zum Kompetenzerwerb 2.1 Fachprofil Der Prozess der europäischen Einigung im Kontext von internationaler Kooperation und globalem Wettbewerb sowie die Zuwanderung von Menschen aus anderen Sprach- und Kulturkreisen bringen neue Herausforderungen auf sozialem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet mit sich. Die Entwicklung interkultureller Handlungsfähigkeit ist daher eine übergreifende Aufgabe von Schule. Die Beherrschung von Fremdsprachen ist eine entscheidende Voraussetzung für das Verstehen und die Verständigung unter den Bürgern Europas und für die berufliche Mobilität. Chinesisch als Fremdsprache bietet die Möglichkeit, eine nicht europäische Sprache zu erlernen und dadurch Erfahrungen mit asiatischen Kulturen zu sammeln. Diese durch die Schule angeregte Aufgeschlossenheit gegenüber der chinesischen Sprache und Kultur kann später Schlüssel zu beruflichen Tätigkeiten im Rahmen der kulturellen, wirtschaftlichen und auch politischen Beziehungen zu China sein (gemeint ist immer: Volksrepublik China und Taiwan). Aufgrund seines Bevölkerungsreichtums, seiner wachsenden Volkswirtschaft und seiner zunehmenden politischen Rolle gewinnt China eine immer stärkere Bedeutung in der Weltöffentlichkeit. Chinesisch ist die weltweit meistgesprochene Muttersprache sowie eine der sechs Amtssprachen der UNO. Die chinesischen Schriftzeichen werden außerdem in anderen Sprachen des ostasiatischen Raumes (wie z.B. Japanisch und Koreanisch) verwandt. Chinesisch ist eine Jahrtausende alte Kultursprache und das Medium für eine der reichsten Literaturen der Welt mit der längsten ungebrochenen Tradition. Die Begegnung mit dem anders gearteten System von Sprache und Schrift und dem chinesischen Wertesystem fordert von den Schülerinnen und Schülern eine verstärkte Sensibilisierung in der Wahrnehmung der gewohnten Wertvorstellungen und Normen. Der Erwerb einer interkulturellen Handlungsfähigkeit führt somit zur Bereitschaft, Kenntnisse und Fertigkeiten, die die Schülerinnen und Schüler in anderen Fächern (z.B. Geschichte) erworben haben, zu ergänzen sowie das bei uns vorherrschende eurozentrierte Weltbild zu relativieren. 2.2 Fachbezogene Kompetenzen Das Sprachenlernen geschieht vor allem durch sinnvolles, intentionsgesteuertes Sprachhandeln und ist multidimensional. In seiner affektiven, kognitiven und sozialinteraktiven Dimension trägt es in der Qualifikationsphase wesentlich zum Erwerb und zur Sicherung einer interkulturellen Handlungsfähigkeit bei, ist persönlichkeitsbildend und leistet damit einen überfachlichen Beitrag zur Bildung und Erziehung. Interkulturelle Handlungsfähigkeit ist in der Qualifikationsphase Leitziel des Unter- Interkulturelle richts in den modernen Fremdsprachen. Sie basiert auf einem Komplex von Kompe- Handlungsfätenzen, die in ihrem Zusammenwirken adressaten- und intentionsgerechtes Handeln higkeit und Vermitteln in kulturheterogenen Zusammenhängen ermöglichen. Das schließt die Sensibilisierung für fremde Wahrnehmungen und Perspektiven, die Bereitschaft und Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zum Umgang mit kulturell sensiblen Themen und Situationen, Vorurteilen und Stereotypen ebenso wie die kritische Wahrnehmung der eigenen, kulturell geprägten Identität und gegebenenfalls die Relativierung des eigenen Standpunktes ein. Damit gewinnen die Schülerinnen und Schüler einen Zuwachs an Erfahrungen, der wesentlich zur Stärkung ihrer Persönlichkeit beiträgt. Chinesisch 9 Beitrag des Faches Chinesisch zum Kompetenzerwerb Der Fremdsprachenunterricht trägt zu dieser Multiperspektivität vor allem durch Orientierungswissen über fremde Kulturen zu exemplarischen Themen und Inhalten sowie durch die Entwicklung einer interkulturell sensiblen, von Offenheit, Toleranz und Akzeptanz geprägten Kommunikationsfähigkeit bei. Interkulturelle Handlungsfähigkeit entwickelt sich im Zusammenspiel von kommunikativer, methodischer und interkultureller Kompetenz. Die chinesische Sprache unterscheidet sich in ihrer Struktur stark von den indoeuropäischen Sprachen; sie besteht aus zwei voneinander relativ unabhängigen Systemen von gesprochener und geschriebener Sprache. Aufgrund dieser Besonderheit ist im Chinesischen die linguistische Kompetenz mit ihren Teilelementen von stärkerer Relevanz für den Erwerb der kommunikativen Kompetenz als bei den europäischen Sprachen. Linguistische Kompetenz Kommunikative Kompetenz Interkulturelle Handlungsfähigkeit Methodische Kompetenz Interkulturelle Kompetenz In der Qualifikationsphase erwerben die Schülerinnen und Schüler in Erweiterung der bereits erworbenen Kompetenzen und in der Auseinandersetzung mit angemessenen, kommunikationsrelevanten Inhalten differenzierte kommunikative Kompetenz, die alle fremdsprachigen Fähigkeiten und Fertigkeiten lebensweltlich bedeutsamer Ausdrucksformen umfasst. Sie erstreckt sich auf Verwendungssituationen im Alltag. Eine differenzierte kommunikative Kompetenz erfordert im Chinesischen die Beherrschung von ca. 3000 Schriftzeichen (z.B. für die Zeitungslektüre). Da der diesbezügliche abschlussorientierte Standard am Ende der Qualifikationsphase nur ca. 1000 Schriftzeichen umfasst, ist die kommunikative Kompetenz beim Erwerb der chinesischen Sprache im Vergleich zu europäischen Sprachen anders zu bewerten. 10 Chinesisch Beitrag des Faches Chinesisch zum Kompetenzerwerb Linguistische Kompetenz, die aufgrund der Besonderheit der chinesischen Sprache Linguistische gesondert aufgeführt wird, beinhaltet Kompetenzen in den Teilbereichen der Kompetenz • • • • • Phonologie, Schriftzeichen, Lexik, Grammatik, Sprachbetrachtung. Kommunikative Kompetenz umfasst die Beherrschung kommunikativer Aktivitäten Kommunikative Kompetenz und Strategien in dem • • Sprachsystem (Hören, Hören und Sehen, Sprechen), Schriftsystem (Lesen, Schreiben). Im Rahmen der Weiterentwicklung der Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft kommen der mündlichen Sprachproduktion und der mündlichen Rezeption im Fremdsprachenunterricht in der Qualifikationsphase eine besondere Bedeutung zu. Aus einem vertieften Verständnis von Sprachreflexion erwächst Sprachbewusstheit, die für die besonderen Strukturen und Ausdrucksmöglichkeiten der Ziel- und Muttersprache sensibilisiert und ein individuelles Repertoire für den effektiven Spracherwerb aufbauen hilft. Methodische Kompetenz erweitern die Schülerinnen und Schüler in der Qualifikati- Methodische onsphase vor allem im Hinblick auf Kompetenz • • Lern- und Arbeitstechniken unter besonderer Berücksichtigung verschiedener Präsentationstechniken, den Umgang mit Texten und Medien. Interkulturelle Kompetenz entwickeln die Schülerinnen und Schüler über den Erwerb Interkulturelle Kompetenz und die Vertiefung von • • soziokulturellem Orientierungswissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Bewältigung interkultureller Situationen. Die Förderung der verschiedenen Kompetenzen geschieht durch authentisches, auf die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler bezogenes und komplexes Sprachhandeln, auch wenn dies in der schulischen Situation meist nur simuliert werden kann. Authentisches Sprachhandeln ist auf entsprechende Inhalte angewiesen. Von be- Inhalte sonderer Bedeutung sind • • • • die lebenspraktische Relevanz der Inhalte und Methoden für die Schülerinnen und Schüler, die Authentizität der eingesetzten Medien, Texte und Handlungsanlässe, die für den Zielsprachenraum relevanten kulturellen Bezüge, das in inhaltlicher wie methodischer Hinsicht weiterentwickelte Anspruchsniveau. Die Auswahl der Inhalte erfolgt unter Berücksichtigung des Sprachniveaus der Schülerinnen und Schüler. Aufgrund der Komplexität der chinesischen Schrift müssen anspruchsvollere Inhalte zum Teil auch in deutscher Sprache behandelt werden. Chinesisch 11 Beitrag des Faches Chinesisch zum Kompetenzerwerb Strategien des Fremdsprachenlernens Lernen ist ein aktiver, konstruktiver und selbst bestimmter Prozess. Er erfordert von allen daran Beteiligten verantwortliche Zusammenarbeit bei der Bewältigung komplexer Aufgabenstellungen. In der Qualifikationsphase erweitern und festigen die Schülerinnen und Schüler insbesondere Strategien für selbst organisiertes und selbst verantwortetes Lernen. Sie gewinnen eine größere Selbstständigkeit in der differenzierten Selbsteinschätzung und der gezielten Auswahl sowie Reflexion eigener Lernwege und -strategien. Die Befähigung zur Selbsteinschätzung und Selbststeuerung braucht dabei die Transparenz der Orientierungs- und Beurteilungskriterien. Sprachlernstrategien gezielt auswählen und anwenden zu können, ist entscheidend für den Erfolg sprachlich-kommunikativen Handelns und bildet die Grundlage der Mehrsprachigkeit. Sprachlernstrategien ermöglichen den Schülerinnen und Schülern den Ausbau ihrer eigenen mutter- und fremdsprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten und fördern unter Nutzung von Synergieeffekten den Erwerb weiterer Fremdsprachen über die Schulzeit hinaus. Im Fremdsprachenunterricht der Qualifikationsphase erwerben die Schülerinnen und Schüler mit den fachspezifisch strukturierten Kenntnissen und Fertigkeiten grundliegende Arbeitsweisen für das anschließende Studium bzw. die Berufstätigkeit. Der Schwerpunkt liegt beim Chinesischen nicht auf der Wissenschaftspropädeutik, sondern auf der Verbindung von Spracherwerb und Kulturvermittlung im außereuropäischen Kontext. Im Hinblick auf die Studier- und Berufsfähigkeit kommt dabei der Entwicklung von Präsentationskompetenz in der Fremdsprache besondere Bedeutung zu. 12 Chinesisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards 3 Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Die Eingangsvoraussetzungen wie auch die abschlussorientierten Standards orientieren sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen (Europarat, Straßburg 2001). Die Standards beschreiben die Kompetenzen in den Teilbereichen des Faches am Ende einer Bildungsstufe, über die die Schülerinnen und Schüler verfügen sollen. Kompetenzen werden dementsprechend in Form der Standards als Lernergebnis formuliert und ihr Erwerb kann evaluiert werden. Die an die drei Anforderungsbereiche der Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA) Chinesisch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 14.04.1998) angelehnte Operationalisierung dieser Kompetenzen und ihre Verbindung mit den Inhalten sind Grundlage für die Entwicklung von Standards. Den abschlussorientierten Standards am Ende der Qualifikationsphase werden die Eingangsvoraussetzungen, die auf den Qualifikationserwartungen des Rahmenlehrplans der Sekundarstufe I beruhen, vorangestellt. Die Eingangsvoraussetzungen beschreiben die fachlichen Grundlagen und den Stand der Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Qualifikationsphase. Sie gewährleisten somit die Anschlussfähigkeit an die Sekundarstufe I und sind gleichzeitig Instrument für die Unterrichtsplanung der gymnasialen Oberstufe. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen ist auf außereuropäische Sprachen nur begrenzt übertragbar, sodass die Bezeichnung der Niveaustufen für die chinesische Sprache nur als grobe Orientierung zur Vergleichbarkeit mit europäischen Sprachen zu verstehen ist. Die Eingangsvoraussetzungen für die Qualifikationsphase orientieren sich an dem Niveau A 2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens, die abschlussorientierten Standards bewegen sich auf dem Niveau B 1. Die Einteilung in die verschiedenen Kompetenzbereiche erfolgt in Anlehnung an das Kompetenzmodell für Fremdsprachen (vgl. Kap. 2.2), wobei den Besonderheiten der chinesischen Sprache durch die Erweiterung des Kompetenzmodells um die linguistische Kompetenz sowie die Unterteilung der kommunikativen Kompetenz in Sprach- und Schriftsystem Rechnung getragen wurde. 3.1 Eingangsvoraussetzungen Für einen erfolgreichen Kompetenzerwerb sollten die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Qualifikationsphase bestimmte fachliche Anforderungen bewältigen. Diese sind in den Eingangsvoraussetzungen dargestellt. Den Schülerinnen und Schülern ermöglichen sie, sich ihres Leistungsstandes zu vergewissern. Lehrkräfte nutzen sie für differenzierte Lernarrangements sowie zur individuellen Lernberatung. Für die neu einsetzende Fremdsprache werden keine Eingangsvoraussetzungen für die Qualifikationsphase formuliert. Chinesisch 13 Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Linguistische Kompetenz Phonologie Die Schülerinnen zeigen linguistische Kompetenz, indem sie – – bekannte Worte richtig aussprechen und weitgehend die Lautung und Töne der chinesischen Standardsprache reproduzieren, die Lautschrift Hanyu Pinyin weitgehend richtig wiedergeben. Schriftzeichen Die Schülerinnen zeigen linguistische Kompetenz, indem sie – – – – – 300 Schriftzeichen sicher lesen und schreiben, insgesamt 400 Schriftzeichen erkennen und die jeweilige Bedeutung angeben, 80 Radikale in unbekannten Schriftzeichen erkennen, die Strichzahl in unbekannten Schriftzeichen sicher bestimmen, die wesentlichen Strukturprinzipien chinesischer Schriftzeichen erkennen. Unter Schriftzeichen werden Kurzzeichen verstanden. Lexik Die Schülerinnen zeigen linguistische Kompetenz, indem sie – – – einen ausreichenden Wortschatz zum Unterrichtsgeschehen aktivieren, Wortarten (Verben, Substantive, Adjektive, Zähleinheitswörter, Demonstrativa, Totalisatoren, Eigennamen) erkennen und sich der Schwierigkeit der Zuordnung chinesischer Wortarten zu entsprechenden deutschen Begriffen bewusst sind, den für die aktive Kommunikation wichtigsten Grundwortschatz (600 lexikalische Einheiten) benutzen und dabei auf Paraphrasierungen zurückgreifen. Grammatik Die Schülerinnen zeigen linguistische Kompetenz, indem sie – – – – – – – – – – Satzmuster in vorhersehbaren Situationen ausreichend korrekt benutzen, verschiedene Zeitformen erkennen und weitgehend sicher bilden, die Partikel „-le“ und „-guo“ in verschiedenen Anwendungsformen erkennen und weitgehend sicher bilden, Modalverben richtig anwenden, Aussage-, Aufforderungs- sowie Fragesätze und Verneinungen formulieren, situationsabhängig Zustimmung und Ablehnung formulieren, Regeln der Satzstellung und die beiden Strukturpartikel (besitzanzeigende Partikel „de“, Komplementpartikel „de“) anwenden, Attribut- und Adverbialsätze erkennen und bilden, die Funktion der Zähleinheitswörter erklären und diese anwenden, Kardinalzahlen und Ordinalzahlen anwenden. Sprachbetrachtung Die Schülerinnen zeigen linguistische Kompetenz, indem sie – – die Entwicklung der Schriftzeichen im historischen Kontext beschreiben, mit den zwei unabhängigen Systemen von Sprache und Schrift angemessen umgehen. Dabei ist die Kompetenz erst mit sprachlichem Fortschritt auf Chinesisch nachzuweisen. 14 Chinesisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Kommunikative Kompetenz Hören / Hören und Sehen Die Schülerinnen zeigen kommunikative Kompetenz, indem sie bei angemessenem Sprechtempo und deutlicher Artikulation – – – – Wendungen und Wörter verstehen, wenn es um vertraute Gesprächsinhalte geht, kurze, einfache Mitteilungen und Wegerklärungen verstehen, aus kurzen Tonaufnahmen mit weitgehend bekanntem Sprachmaterial zu vorhersehbaren alltäglichen Dingen die wesentlichen Informationen entnehmen, Grundaussagen in didaktisch aufbereiteten Auszügen aus Filmen und Fernsehsendungen verstehen. Sprechen Die Schülerinnen zeigen kommunikative Kompetenz, indem sie – – – – – Auskunft über sich selbst geben, Bilder, Personen und Ereignisse einfach beschreiben, sich vorbereitet zu einem vertrauten Sachthema äußern, bei angemessenem Sprechtempo und deutlicher Artikulation kurze Routinesituationen bewältigen, bei angemessenem Sprechtempo und deutlicher Artikulation auf einfache Fragen im Gespräch reagieren und in vertrauten Situationen einfache Fragen stellen. Lesen Die Schülerinnen zeigen kommunikative Kompetenz, indem sie – – – aus Druckerzeugnissen mit vertrauter Struktur (Fernsehprogramme, Speisekarten, Wetterberichte, einfache Anzeigen etc. ) selektiv Informationen entnehmen, das Thema von in gängiger Sprache gehaltenen Texten erkennen, einfache schriftliche Anweisungen im Unterricht verstehen. Schreiben Die Schülerinnen zeigen kommunikative Kompetenz, indem sie – – – – – Fragen zu einem einfachen Text beantworten, zusammenhängend über sich selbst schreiben, Personen und Ereignisse knapp beschreiben, einfache Briefe verfassen, kurze Mitteilungen formulieren. Chinesisch 15 Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Fachliche methodische Kompetenz Lern- und Arbeitstechniken Die Schülerinnen zeigen methodische Kompetenz, indem sie – – mit Partnern und in Gruppen zusammenarbeiten, zur Gestaltung des individuellen Lernprozesses wichtige Lern- und Arbeitstechniken anwenden wie – Techniken des Vokabellernens (Antonyme, Synonyme, Wortfamilien und -felder, Kontextbindung), – Techniken zur Schriftzeichenerschließung (Radikale, Strichzahl), – Memoriertechniken beim Schriftzeichenerwerb, – einfache Hörverstehensstrategien, – Nutzung von Hilfsmitteln (zweisprachige Wörterbücher, Lernkarteien, Lernsoftware etc.). Medienkompetenz und Präsentationstechniken Die Schülerinnen und Schüler zeigen methodische Kompetenz, indem sie – – – – – moderne Medien zum Spracherwerb einsetzen (Anlage und Nutzung zweisprachiger Vokabeldateien und themenspezifischer Ordner), fachbezogene Lern- und ggf. auch Anwendungssoftware spielerisch und zielgerichtet nutzen, traditionelle und moderne Medien zur Recherche nutzen (überwiegend mithilfe europäischer Sprachen), traditionelle und moderne Medien zur weltweiten Kommunikation nutzen (in Teilen in chinesischer Sprache und Schrift), einzeln und in der Gruppe zu bestimmten Themen Informationen und andere Arbeitsergebnisse zusammenstellen und diese unter Verwendung geeigneter Medien situationsgerecht präsentieren. Interkulturelle Kompetenz Soziokulturelles Orientierungswissen Die Schülerinnen und Schüler zeigen interkulturelle Kompetenz, indem sie – – – – Aspekte des täglichen Lebens in China (chinesisches Schul- und Bildungssystem, Bedeutung der Familie und der Ein-Kind-Politik, chinesische Fest- und Feiertage) in den Grundzügen beschreiben, die gesellschaftliche Position nationaler Minderheiten sowie den Stellenwert von Religion und Philosophie einfach beschreiben, punktuell historische, geografische und gesellschaftliche Bezüge zu aktuellen Themen herstellen, einfache chinesische Lieder wiedergeben. Dabei ist die Kompetenz erst mit sprachlichem Fortschritt auf Chinesisch nachzuweisen. Kompetenz für die Bewältigung interkultureller Situationen Die Schülerinnen und Schüler zeigen interkulturelle Kompetenz, indem sie – – – 16 die Prägung der einzelnen Person durch die jeweilige Kultur wahrnehmen, Unterschiede in den Verhaltensweisen und Wertvorstellungen verschiedener Kulturen erkennen und akzeptieren, den kulturellen Hintergrund von Klischees und Stereotypen erkennen. Chinesisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards 3.2 Abschlussorientierte Standards Die nachfolgenden Kompetenzen entsprechen den am Ende der Qualifikationsphase zu erreichenden Standards. Sie orientieren sich an der Niveaustufe B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Die abschlussorientierten Standards sind Grundlage für die Entwicklung geeigneter Aufgaben im Rahmen der verbindlichen Themenfelder und gleichzeitig Anhaltspunkt für die Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung. Linguistische Kompetenz Phonologie Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen linguistische Kompetenz, indem sie – – die Intonation innerhalb eines Satzgefüges sicher erkennen und reproduzieren, die Lautschrift Hanyu Pinyin sicher und richtig wiedergeben. Schriftzeichen Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen linguistische Kompetenz, indem sie – – – – 700 Schriftzeichen sicher lesen und schreiben, insgesamt 1000 Schriftzeichen erkennen und die jeweilige Bedeutung angeben, 200 Radikale in unbekannten Schriftzeichen erkennen, die historische Entwicklung von Schriftzeichen verstehen und signifikante Langzeichen zu den entsprechenden Kurzzeichen in Bezug setzen. Unter Schriftzeichen werden Kurzzeichen verstanden. Lexik Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen linguistische Kompetenz, indem sie – – – – 2000 lexikalische Einheiten aus dem Grundwortschatz benutzen, einen themenspezifisch erweiterten Wortschatz aktivieren, selbstständig und reflektiert mit erlernten Wortbildungsmustern den Wortschatz erweitern, einige sprichwörtliche Redensarten (Chengyu) richtig anwenden. Chinesisch 17 Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Grammatik Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen linguistische Kompetenz, indem sie – – – – – – – komplexe und erweiterte Sätze bilden und spezielle Satzkonstruktionen (z.B. „ba“Konstruktion, „shi...de“-Konstruktion) anwenden, unmarkierte Passivkonstruktionen und präpositionale Passivbildungen erkennen und anwenden, verschiedene Möglichkeiten zur Angabe der Zeitdauer kennen und selbstständig anwenden, Prädikats- und Verbergänzungen anwenden, komplexere Attribut- und Adverbialsätze erkennen und bilden, die Adverbialpartikel „de“ anwenden, Bruch- und Prozentzahlen erkennen und bilden. Sprachbetrachtung Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen linguistische Kompetenz, indem sie – – die Stellung des Hochchinesischen in Relation zu verschiedenen Dialekten kennen, Schriftreformen beschreiben und problematisieren. Anmerkung: Dabei ist die Kompetenz erst mit sprachlichem Fortschritt auf Chinesisch nachzuweisen. Kommunikative Kompetenz Hören / Hören und Sehen Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen kommunikative Kompetenz, indem sie bei angemessenem Sprechtempo und deutlicher Artikulation – – – – – 18 die wesentlichen Sachverhalte von Gesprächen zu vertrauten Themen verstehen, Mitteilungen und Erklärungen des Gesprächspartners zu bekannten Themen verstehen, bekannte sprichwörtliche Redensarten in ihrem Kontext verstehen, aus sprachlich nicht zu schwierigen Tonaufnahmen mit weitgehend bekanntem Sprachmaterial die wesentlichen Informationen entnehmen, einfache Auszüge aus Film- und Fernsehsendungen in konkret zu erfragenden Details verstehen. Chinesisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Sprechen Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen kommunikative Kompetenz, indem sie bei angemessenem Sprechtempo und deutlicher Artikulation – – – – – – – – Auskunft über sich selbst, ihr Umfeld und ihre Zukunftspläne geben, Bilder, Personen und Ereignisse zu bekannten Themen beschreiben, in Grundzügen über eigene Erlebnisse sprechen, sich zu einem vertrauten Sachthema äußern, die wichtigsten Informationen aus einem Text zu einem vertrauten Thema zusammenfassen, in bekannten Gesprächssituationen sprachlich angemessen reagieren, sich an Gesprächen zu vertrauten Themen beteiligen, die eigene Meinung in einfacher Weise äußern und begründen. Lesen Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen kommunikative Kompetenz, indem sie – – – – – – – didaktisierte Texte mit weitgehend bekanntem Sprachmaterial über aktuelle Ereignisse und Probleme lesen und Aussagen über Ereignisse, Gefühle sowie Standpunkte verstehen, in persönlichen Mitteilungen, die sich auf weitgehend bekannten Zeichenschatz beziehen, Aussagen über Ereignisse, Gefühle und Wünsche verstehen, die Besonderheiten unterschiedlicher Textsorten erkennen, den wesentlichen Inhalt eines komplexeren Textes verstehen (globales Leseverständnis), Texten mit Sprachmaterial, dessen Lexik und Grammatik nicht vollständig bekannt sind, bestimmte Informationen entnehmen (selektives Leseverständnis), Auszüge literarischer Texte in chinesischer Sprache nach Erarbeitung des Gesamtzusammenhanges (in deutscher Sprache) verstehen, komplexere Arbeitsanweisungen mithilfe von Hilfsmitteln verstehen. Schreiben Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen kommunikative Kompetenz, indem sie – – – Textinhalte zusammenfassen und eine Stellungnahme dazu abgeben, Fragen zu einem Text oder Bildimpuls beantworten, Sachverhalte, Erfahrungen und Erlebnisse in einfacher Sprache zusammenhängend wiedergeben. Chinesisch 19 Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Fachliche methodische Kompetenz Lern- und Arbeitstechniken Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen methodische Kompetenz, indem sie – – – – im Team effektiv zusammenarbeiten, die eigenen Stärken als Lernende nutzen und Schwächen ausgleichen, Strategien anwenden, um Lücken in Wortschatz und Grammatik zu kompensieren, zur Gestaltung des individuellen Lernprozesses effektive Lern- und Arbeitstechniken auswählen (vgl. Eingangsvoraussetzungen) und anwenden wie z.B. Texterschließungstechniken (Strukturierung von Sätzen durch bestimmte Markierungen), Strategien zum Training von Vorträgen oder Gesprächssequenzen. Medienkompetenz und Präsentationstechniken Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen methodische Kompetenz, indem sie – – – – – Lernprogramme in Zusammenhang mit einem Lernportfolio nutzen und den eigenen Lernfortschritt dokumentieren, selbstständig traditionelle und moderne Medien zur Recherche und kritischen Informationsverarbeitung nutzen (in Teilen in chinesischer Sprache und Schrift), selbstständig traditionelle und moderne Medien nutzen, um weltweite Kommunikation aufrechtzuerhalten (überwiegend in chinesischer Sprache und Schrift), mithilfe moderner Medien bild- und grafikunterstützte Präsentationen planen und vorstellen (Plakate, Flyer, Zeitungsartikel etc. ), selbstständig moderne Präsentationsformen nutzen, um Kurzvorträge in chinesischer Sprache zu erarbeiten und vorzutragen. Interkulturelle Kompetenz Soziokulturelles Orientierungswissen Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen interkulturelle Kompetenz, indem sie – – – – – – grundlegende geografische und geschichtliche Besonderheiten Chinas und gegebenenfalls ihre Auswirkungen auf die heutige Gesellschaft beschreiben, an ausgewählten Beispielen Zusammenhänge zwischen historischen Entwicklungen und literarischen Strömungen erkennen, die wirtschaftliche und politische Stellung Chinas im globalen Kontext erkennen, ausgewählte Aspekte des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens in China nennen und kriteriengestützt beurteilen, Religionen und Philosophien Chinas beschreiben und ihren Einfluss auf Alltag, Kultur und Gesellschaft mit Beispielen belegen, Widersprüche im aktuellen gesellschaftlichen Leben Chinas erkennen und auf ihre Ursachen hin kritisch hinterfragen. Dabei ist die Kompetenz erst mit sprachlichem Fortschritt auf Chinesisch nachzuweisen. 20 Chinesisch Eingangsvoraussetzungen und abschlussorientierte Standards Kompetenz für die Bewältigung interkultureller Situationen Grundkursfach Die Schülerinnen und Schüler zeigen interkulturelle Kompetenz, indem sie – – – – – sich im Kontakt mit Chinesen annähernd situationsgerecht verhalten, kontrastiv typische Aspekte des deutschen Alltags vermitteln, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von eigenen und fremden Wertvorstellungen erkennen, die Prägung des Erlernens einer Sprache durch das muttersprachliche Sprachsystem erkennen, Berührungspunkte von Deutschland und China in Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft beschreiben und kriteriengeleitet bewerten. Dabei ist die Kompetenz erst mit sprachlichem Fortschritt auf Chinesisch nachzuweisen. Chinesisch 21 Kompetenzen und Inhalte 4 Kompetenzen und Inhalte Die Themenfelder 4.1 bis 4.4 weisen Gegenwartsbezug und historische Perspektive auf und sind geeignet, das Problembewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu erweitern. Ihre Einordnung in den nationalen, europäischen und globalen Kontext ermöglicht den Zugang zu unterschiedlichen kulturspezifischen Sichtweisen und die Berücksichtigung der in den anderen Aufgabenfeldern erworbenen Wissens- und Erfahrensbestände. Sie bieten Anknüpfungspunkte für authentische und kommunikative Situationen, die motivierend und lebensweltorientiert sind. Die Themenfelder sind verbindlich. Eine Vernetzung der verschiedenen Inhalte aus den unterschiedlichen Themenfeldern ist prinzipiell möglich. Bei der Behandlung der jeweiligen Inhalte sind die sich bietende Medien- und Textsortenvielfalt auszuschöpfen. Die Auswahl der Inhalte ist von der Fachkonferenz schulintern vorzunehmen. Die angegebene Reihenfolge der Themenfelder ist möglichst zu berücksichtigen. Die Zuordnung der möglichen Inhalte zu den Themenfeldern wurde so vorgenommen, dass eine Verknüpfung der Inhalte mit authentischen Texten (z.T. auch in chinesischer Sprache) möglich ist. Hierbei beeinflusst die Progression im Schriftzeichenerwerb die Auswahl der inhaltstragenden Texte. Das Hauptgewicht bei der Vermittlung der Inhalte liegt auf Texten in deutscher Sprache. Vor einem interkulturellen Vergleich sollte darauf geachtet werden, zuerst das Bewusstsein für die Spezifika der Zielkultur zu schärfen und kulturspezifische Zusammenhänge zu verdeutlichen, um so der Gefahr einer verengten Wahrnehmung auf Grundlage der eigenen Normen und Werte entgegenzuwirken. Die Erläuterungen zum Kompetenzerwerb haben empfehlenden Charakter. Sie verdeutlichen, worauf der Fokus der Kompetenzentwicklung im jeweiligen Themenfeld liegen kann. Es ist Aufgabe der Lehrkraft, die Schwerpunkte unter Berücksichtigung der Voraussetzungen und Interessen der Lerngruppe so zu wählen, dass die Entwicklung der Kompetenzen mit dem Ziel der in Kapitel 3 beschriebenen abschlussorientierten Standards möglich wird. 4.1 Individuum und Gesellschaft Mögliche Inhalte • • • • • Chinesisches Bildungssystem (Bedeutung von Universität und Berufsausbildung in Deutschland und China, Berufswahl, Arbeitslosigkeit) Nationale Minderheiten (z.B. Uiguren, Mongolen, Tibeter) Aktuelle Entwicklung Stadt – Land (Lebensbedingungen, Urbanisierung, Umwelt) Klassische chinesische Literatur (z.B. Die Reise nach dem Westen, Der Traum der Roten Kammer) Chinesische Malerei, Kalligrafie Kompetenzerwerb im Themenfeld • • • • 22 die zentralen Unterschiede zwischen dem chinesischen und dem deutschen Bildungssystem benennen die Problematik bzgl. nationaler Minderheiten kennen die Sprengkraft der aktuellen Gegensätze zwischen Stadt und Land benennen und diesbezügliche Lösungsansätze beurteilen Stilmerkmale der chinesischen Literatur und Malerei identifizieren Chinesisch Kompetenzen und Inhalte 4.2 Nationale und kulturelle Identität Mögliche Inhalte • • • • • • Vertiefung einer chinesischen Dynastie, z.B. Tang Dynastie (Literatur: klassische traditionelle Dichtung) Der europäische Kolonialismus und seine Auswirkungen auf China Entstehung der Republik (SUN YAT-SEN; 4. Mai-Bewegung) Geschichte der Republik bis 1949 im internationalen Kontext (Verhältnis China – Japan, 2. Weltkrieg, Bürgerkrieg) Gesellschaftskritische Literatur (z.B. LAO SHE, LU XUN) Chinesische Musik (Klassische Instrumente, Operntraditionen, moderne Musik) Kompetenzerwerb im Themenfeld • • • • Grundzüge einer ausgewählten chinesischen historischen Epoche beschreiben Zusammenhänge zwischen historischen Entwicklungen und literarischen Strömungen herstellen Formen der Auseinandersetzung mit in- und ausländischen Mächten in den internationalen Kontext einordnen sich mit Elementen chinesischer Musik sachkundig auseinander setzen 4.3 Eine Welt – globale Fragen Mögliche Inhalte • • • • • Philosophien und Religionen (z.B. Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus) Chinesische Gegenwartsliteratur (z.B. YU HUA) China 1949 bis 1976 (Gründung der Volksrepublik, Taiwan, Kulturrevolution) Staatsaufbau (Ein-Parteien-System, Stellung der Medien) Chinesen außerhalb Chinas / Ausländer innerhalb Chinas (gegenseitige Beeinflussung westlicher und chinesischer Denkweisen im historischen Kontext) Kompetenzerwerb im Themenfeld • • • • tragende Elemente chinesischer Philosophie und Religion beschreiben Verbindungen zwischen aktueller Gegenwartsliteratur und Gesellschaft herstellen die Folgewirkungen historischer Prozesse auf die aktuelle Situation Chinas in Politik und Gesellschaft erkennen den Staatsaufbau mit bekannten Systemen vergleichen und ihn kriteriengestützt beurteilen Chinesisch 23 Kompetenzen und Inhalte 4.4 Herausforderungen der Gegenwart Mögliche Inhalte • • • • • • Staat und Gesellschaft (Sozialsystem, Grundrechte in ihrer Entwicklung, Menschenrechte, Rechtswesen) Reformpolitik ab 1978 / Öffnungspolitik (Sonderwirtschaftszonen, Hongkong) Chinas Stellung in der Weltpolitik (Wirtschaftsmacht China, deutsch-chinesische Beziehungen in Geschichte und Gegenwart, Verhältnis zwischen China und Japan) Die chinesische Selbstwahrnehmung und das sinozentrische Weltbild Literatur des Aufbruchs (z.B. ZHANG JIE, WANG MENG) Aktuelle Film-, Musik- und Kunstströmungen Kompetenzerwerb im Themenfeld • • • 24 die sozialen und rechtlichen Systeme Deutschlands und Chinas in ausgewählten Bereichen vergleichen und diese kriteriengestützt beurteilen die Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas im 20. Jahrhundert beschreiben und diese in den globalen Kontext einordnen Auswirkungen gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen auf verschiedene Bereiche aktueller chinesischer Kunst und Literatur erkennen Chinesisch Kurshalbjahre 5 Kurshalbjahre In der Qualifikationsphase werden pro Kurshalbjahr im Grundkursfach mindestens drei Unterthemen behandelt. Jedes Kurshalbjahr ist auf den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler und auf die Bewältigung der Anforderungen in den abschlussorientierten Standards auszurichten. 1. Kurshalbjahr (c-1): Individuum und Gesellschaft • • • • • Chinesisches Bildungssystem (Bedeutung von Universität und Berufsausbildung in Deutschland und China, Berufswahl, Arbeitslosigkeit) Nationale Minderheiten (z.B. Uiguren, Mongolen, Tibeter) Aktuelle Entwicklung Stadt – Land (Lebensbedingungen, Urbanisierung, Umwelt) Klassische chinesische Literatur (z.B. Die Reise nach dem Westen, Der Traum der Roten Kammer) Chinesische Malerei, Kalligrafie 2. Kurshalbjahr (c-2): Nationale und kulturelle Identität • • • • • • Vertiefung einer chinesischen Dynastie, z.B. Tang Dynastie (Literatur: klassische traditionelle Dichtung) Der europäische Kolonialismus und seine Auswirkungen auf China Entstehung der Republik (SUN YAT-SEN; 4. Mai-Bewegung) Geschichte der Republik bis 1949 im internationalen Kontext (Verhältnis China – Japan, 2. Weltkrieg, Bürgerkrieg) Gesellschaftskritische Literatur (z.B. LAO SHE, LU XUN) Chinesische Musik (klassische Instrumente, Operntraditionen, moderne Musik) 3. Kurshalbjahr (c-3): Eine Welt – globale Fragen • • • • • Philosophien und Religionen (z.B. Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus) Chinesische Gegenwartsliteratur (z.B. YU HUA) China 1949 bis 1976 (Gründung der Volksrepublik, Taiwan, Kulturrevolution) Staatsaufbau (Ein-Parteien-System, Stellung der Medien) Chinesen außerhalb Chinas / Ausländer innerhalb Chinas (gegenseitige Beeinflussung westlicher und chinesischer Denkweisen im historischen Kontext) 4. Kurshalbjahr (c-4): Herausforderungen der Gegenwart • • • • • • Staat und Gesellschaft (Sozialsystem, Grundrechte in ihrer Entwicklung, Menschenrechte, Rechtswesen) Reformpolitik ab 1978 / Öffnungspolitik (Sonderwirtschaftszonen, Hongkong) Chinas Stellung in der Weltpolitik (Wirtschaftsmacht China, deutsch-chinesische Beziehungen in Geschichte und Gegenwart, Verhältnis zwischen China und Japan) Die chinesische Selbstwahrnehmung und das sinozentrische Weltbild Literatur des Aufbruchs (z.B. ZHANG JIE, WANG MENG) Aktuelle Film-, Musik- und Kunstströmungen Chinesisch 25 Sonstige Regelungen 6 Sonstige Regelungen 6.1 Jahrgangsübergreifender Unterricht Jahrgangsübergreifende Kurse sind nicht vorgesehen. 6.2 Zusatzkurse Neben den hier dargestellten Grundkursen können weitere Grundkurse angeboten werden, deren Inhalte durch die Schulen entwickelt und durch die für das Schulwesen zuständige Senatsverwaltung genehmigt werden. Es sind Zusatzkurse möglich, in denen die Schülerinnen und Schüler ihre im Grundkursfach erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten vertiefen und erweitern. 6.3 Fremdsprachiger Sachfachunterricht Fremdsprachiger Sachfachunterricht in chinesischer Sprache ist nicht vorgesehen. 26 Chinesisch Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung im Fach Chinesisch 7 Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung im Fach Chinesisch Die Grundlagen für die Leistungsanforderungen und Leistungsbewertung liefern auf europäischer Ebene der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen (Europarat, Straßburg 2001), der für Chinesisch jedoch nur als Orientierung dienen kann, sowie die Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Chinesisch (in der Fassung vom 14.04.1998) sowie auf Berliner Ebene die formulierten Anforderungen in Bezug auf die rezeptiven und produktiven Fähigkeiten und Fertigkeiten. Hier geben insbesondere die abschlussorientierten Standards die Kompetenzen und das jeweils angestrebte Niveau an. Das Fach Chinesisch kann nicht als erstes bis drittes Prüfungsfach gewählt werden. Als fünfte Prüfungskomponente kann Chinesisch für die Präsentationsprüfung sowohl als Referenzfach als auch als Fach zur Verdeutlichung fachübergreifender Aspekte in Bezug auf fachliche Inhalte und die Sprachanwendung gewählt werden. Die Wahl einer Besonderen Lernleistung als 5. Prüfungskomponente ist für das Fach Chinesisch nicht vorgesehen. Entscheidend für die Bewertung im allgemeinen Teil sind die Qualität, die Intensität und die Selbstständigkeit der Unterrichtsbeiträge. Letztere können in vielfältigen Formen erbracht werden wie z.B. • • • • • • • Beiträge zu Unterrichtsgesprächen (z.B. Debatten, Diskussionen, Meinungsumfragen, Interviews) Hausaufgaben bzw. deren Auswertung Kurzvorträge und Präsentationen (Referate, Vorstellung eines Thesenpapiers, Erläuterung eines Schaubildes, Interpretation eines Schlüsselzitats, Darstellung von Arbeitsergebnissen) punktuelle schriftliche Übungen und Tests zur Sicherung inhaltlich-thematischer und sprachlicher Kenntnisse sowie zur Überprüfung von Lern- und Arbeitstechniken vielgestaltige Formen der Dokumentation des Unterrichtsprozesses (Protokolle, Arbeitsmappen, Materialdossiers, Lerntagebücher) szenische Darstellungen (z.B. Rollenspiele) Mitarbeit an fachspezifischen und fachübergreifenden Projekten. Zur Förderung einer ganzheitlich ausgerichteten Handlungskompetenz werden bei der Bewertung von Schülerleistungen neben den fachlichen und methodischen Fähigkeiten und Fertigkeiten auch Kooperationsbereitschaft und Selbstreflexion berücksichtigt, sofern dies in der Aufgabenstellung angelegt ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn Lernprodukte im Team erstellt werden oder Projektarbeit stattfindet. Chinesisch 27
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