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Erstes Kapitel

Full text: Pienchens Brautfahrt / Stinde, Julius (Public Domain)

Erstes Kapitel. 9 
„Gut,“ sprach ich. „Nur mit Jhrer Einwilligung wird 
Pienchen verlobt. Lassen Sie mir jedoch die Hoffnung, 
daß Sie selbst als Mitpflegevater ihr den Segen geben.“ 
„Einverstanden. Wenn die Autoren nur immer auf die 
Buchhändler hören wollten, stände es besser mit ihnenz“ sagte 
er milde, „sie würden wenig Anlaß zum Rlagen haben. 
Aber wie schwer ist ihnen beizubringen, daß schließlich Alles 
in der Welt Geschäft ist. Machen Sie sich fleißig an die 
Arbeit; sobald der Sommer kommt und die Reisen beginnen, 
muß Pienchens Brautfahrt fertig sein.“ 
„Pienchen mit den Schwalben zugleich!“ rief ich fröhlich 
aus. „Was wohl Ta'alihene dazu sagen wird? Wissen Sie, 
allerhöchstgeschägtester Herr Verleger, man kann ihm Vieles 
einreden, aber daß schier Alles in der Welt Geschäft sei, das 
glaube ich, glaubt er nicht. Ta'alihene wenigstens läßt nicht 
mit sich handeln.“ 
„It das ein Freund von Thnen?“ 
„Wir sind unzertrennlich bis an den letzten Tag!“ 
„Sie sollten sich einen zeitgemäßeren Freund anschaffen,“ 
sagte der Herr Yerleger. „Es fehlt ihm an Lebenszerfahrung, 
sonst würde er praktischer denken. Sehen Sie Stanley, das 
ist der Mann des Tages; er wäre es nicht, wenn er kein so 
außerordentlicher Geschäftsmann wäre; ja, man kann sagen, 
er ist das Afrika durchquerende Geschäft. Deshalb findet er 
eben so viele begeisterte Unhänger. Und unter uns gesagt: 
der Naturalismus ist nur eine Art von literarischem Guano- 
geschäft. Es giebt einige Leute, die machen aus Geschäft 
Patriotismus, andere Umsturz und so weiter. Oeffnen Sie nur 
die Augen.“ 
„Das weiß Ta'alihene viel besser,“ entgegnete ich. „O, er 
ist der Klügste. Denn Sie wissen, wer zuletzt lacht . . .“ 
„Lacht er denn?“ 
„Immer und immer.“ 
„SO:-=" 
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