Path:
II. Karl Frenzel

Full text: Berliner Autoren / Wechsler, Ernst (Public Domain)

1 
der Liebe, lässi Frenzel die furchtbrrsten Kon- 
flikte entstehen. "IC une "inbr sind für ihn 
Gegensätze, welche eine schrziend- “issonanz in 
seinen sämtlichen Werten lden. Er schildert 
zwar zahlreiche Mädchen, welche dem Mann ihre 
Liebe schenken, der im Stande ist, sie jeglicher 
Not zu entheben und sie in die behaglichsten 
Lebensverhältnisse zu versetzen, noch viel mäch- 
tiger aber unc ergreifender erweist sich sein dar- 
stellendes ”-lent. wo es sich darum handelt, 
Geld und Liebe zu einem Entscheidungskampfe 
herauszufordern, dessen Preis ein zum letzten Mal 
aufloderndes Menschenherz ist. Und hier wird 
Frenzel auch zum Dichter der Johannistriebe, der 
letzten Liebe, von der Hamerling so schön singt: 
„Ward untreu Dir Dein erstes Lieb, 
Lass fahren, Knab, lass fahren! 
Was schadet ein beschnittner Trieb 
Dem Baum in jungen Jahren? 
Wisch ab die Thränen, Milchgesicht, 
Die Deine Wangen netzten, 
Man stirbt an erster Liebe nicht, 
Man stirbt nur an der letzten.‘ 
Das Werden und Schwellen der ersten Liebe, 
das blitzartim- Aufleuchten einer jungen Leiden- 
schaft, das eigen zweier unerfahrener Herzen 
zu einander findet auch bei Frenzel rührenden 
und sinnigen poetischen Ausdruck; er entpuppt 
sich aber zum Seelenschilderer ersten Ranges, 
wenn er uns Männer vorführt, die in das Greisen-
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.