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II. Karl Frenzel

Full text: Berliner Autoren / Wechsler, Ernst (Public Domain)

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sie in den Tod getrieben, enthüllt. An diesem 
herben und schwierigen Stoff wären die meisten 
unserer Novellisten kläglich gescheitert, Frenzel 
hat ihn zu einem Kunstwerk ersten Ranges geformt. 
Nordische und südliche Leidenschaften in 
allen Schattierungen erfüllen die Neuen No- 
vellen“ (Inhalt: „Der Spielmex1 ‚Das Kind“, 
„Die Mutter“, „Die Verlehr-z , Vier Muster- 
novellen werden uns hier ‚eboten, von denen 
dem „Spielmann“ infolg. des originellen, tragi- 
schen Motivs die Palme _ebührt. Es ist, als ob 
man eine der schönsten Zalladen Uhlands läse, 
eine Art Troubadour-Novelle, strahlend in allem 
Zauber ritterlicher, feuriger X .omantik. Der Spiel- 
mann Roger Audevent wird ... frevelhaftem Über- 
mute des Grafen Monfort mi: Eleanor, der Tochter 
eines alten Adelsgeschlechtes. -."=ählt und kurz 
nachher von ihm gemisshanr ger Audevent 
rächt sich für die erlitten“ ıl‘ und wandelt 
durch seine Tapferkeit di „-..@ch Eleanors, 
ihm als Gattin anzugehören. - men-verklärte 
Ehre um. 1 ‘drv” zenet ‚+ melodiöser 
Kraft ist cCiesı "os „3 der Stil 
vereinigt die lakı:.iSCue . 4. 401 5 hronisten 
mit dem vollsten Pomt einer poetisenen Sprache. 
Die anderen drei Novellen sind modernen In- 
haltes. In der „Mutter“ wird uns wieder der 
Typus einer kalten, unglücklichen, leidenschaft- 
lichen Frau vorgeführt, die in behaglichen Ver- 
hältnissen lebt und plötzlich durch das Auftauchen
	        
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