ehrwürdig, mit Karre, Lumpensack und Schatzkästlein
durch die Straßen; Männer, Weiber, Burschen und
Dirnen mit Sack und Zugwaage laufen von Thür zu
Thür, von Küche zu Küche und fragen, ob nicht Lumpen,
Knochen, alte Stiefel, Hasenfelle oder andere Abfälle zu
verkaufen sind. Die Hausfrau oder das Mädchen muß
mit nach dem Boden gehen, wo alles Derartige deponirt
liegt, bis es ein „ordentlicher Haufen“ ist (– wenn sie
schlau ist, hat sie es im Keller aufbewahrt, wo es
feuchter und somit schwerer wird! –) und muß sich dort
mit ihm auf's Feilschen und Drücken einlassen. Der
heutige Produktenhändler will auch am liebsten für die
beste Waare gar nichts geben; er marktet und mäkelt
an Allem, und würde dies auch kaum unterlassen,
wenn man ihm neue Sammetmantillen für 5 Pf. pro
Pfund vorlegte. Ist man aber endlich über den Pfundpreis
einig, dann haut er Einen mit seiner Waage
übers Ohr, d. h. er liest von ihr die Zahlen des kleinen
Gewichtszeigers ab, während er den Sack an den großen
Haken gehängt hat, und die großen Zahlen ablesen
müßte. Der Hausfrau oder Köchin scheint es schließlich
doch zu wenig zu sein, was er geben will; sie läßt ihn
gehen, um es in einem Produktenkeller zu versuchen.
Wenn er aber weg ist, schickt er einen Kollegen, oder
kommt selbst noch einmal , um Einem die Klingel abzureißen
und nun einen Pfennig mehr für's Pfund zu
bieten. Umfangreicher, intensiver, aber auch zudringlicher
ist der Geschäftsbetrieb der heutigen Lumpensammler