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II. Der Plundermatz

Full text : Humoristische Erinnerungen aus dem alten Berlin / Roller, Heinrich (Public Domain)

Band, Knöpfe, Haken, Oesen, Näh- und Stecknadeln,
Fingerhüte und even werthlose Finger= Ringe, Bildchen
und dergleichen Tand waren die Schätze, die er mit
dieser „Welt im Kleinen“ tauschte. Tausch- und Gebrauchswerth,
 über die selbst manche unserer heutigen
National = Oeconomen noch nicht ganz im Klaren sein
sollen, war damals den Kindern wie den Müttern fast
einerlei und ein buntes Papier hatte auch schon damals in
den Augen des Kindes ungleich mehr Werth als alles, was
die Mutter von dem Plundermatz wünschte oder verlangte.
Mit gutmüthigem Lächeln klappte er nach geschlossenem
Handel sein Schatzkästlein zu, erhob seine Karre und
wackelte los, um an der nächsten Thür eines stärker bewohnten
 Hauses wieder Station zu machen und sein
Dasein mittelst des „Füüht - füht–füht!“ den weiteren
Erdbewohnern zu verkünden.
So sah man ihn den ganzen Sommer hindurch bei
schönem Wetter alle Lumpereien der Menschheit einheimsen
und nach Hause karren. Im Winter saß er wahrscheinlich
 am Ofen und sortirte, was er im Sommer erhandelt,
 um es en gros an irgend eine Papiermühle
zu verkaufen. In Schnee- und Schmutzwetter war er
so wenig wie seine kleinen Lieblinge auf der Straße;
aber wenn die Schwalben wiederkehrten, kehrte auch er
zurück zur lumpenbesitzenden Menschheit und nahm
ihnen in obiger Weise ab, was ihr Herz an Lappalien
drückte.
Heute wankt nicht mehr der Plundermatz, alt und
            
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