Path:
II. Der Plundermatz

Full text : Humoristische Erinnerungen aus dem alten Berlin / Roller, Heinrich (Public Domain)

trug selbst der „feine“ Mann noch ziemlich grobes Leinen
– in verschiedene Fächer eines kleinen alten Koffers,
der auf seinem Schubkarren stand, oder stopfte sie in
einen der großen Säcke, die hinter dem Koffer aufgestellt
waren und die schon die verschiedenen Schätze der Sammlungen
 des Tages enthielten, und gab nun den Kleinen
für ihre Lappen, was nach seiner Meinung recht und
„billig“ war.
Wie sehr differirten oft die Wünsche der Mutter
mit dem Bischen Nähbedarf, das er für die Hand voll
Lumpen nur geben wollte! Sie hatte vielleicht durch
den Mund der Kinder bestellen lassen, daß sie „eine
Fitze schwarzen Zwirn, eine Fitze weißen Zwirn, eine
Elle Band, einen Fingerhut und ein paar feine Nähnadeln“
 als das Mindeste ansehe, was er für die „Menge“
Lumpen geben müsse, und er von seinem Standpunkt
aus fertigte die Kinder mit einer halben Fitze Zwirn,
einem Endchen Band und einer oder zweien Nähnadeln
ab, denen er, wenn er einen Knaben vor sich hatte, ein
Bildchen , wie es die Konditoren auf Bonbondüten oder
Pfefferkuchen kleben, oder, wenn es ein Mädchen war,
einen Ring, natürlich von echtem Blei mit einem echten
farbigen Glassplitter, als Balsam auf das verwundete
Handelsherz hinzufügte. Besonders bei den Mädchen wog
und zog ja so ein Kleinod mehr als alle anderen Schätze
des Nähkästleins und die liebe Mutter mußte schon still sein,
wenn sie ihre Kleine so in Wonne über den schönen, prächtigen,
 über Alles geschätzten „Ring“ strahlen sah. Zwirn,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.