Path:
Drittes Kapitel. Herr Schellbogen bekommt Einquartirung

Full text: Herr Schellbogen's Abenteuer / Rodenberg, Julius (Public Domain)

ZEUS. 
„O ja,“ erwiderte der Erzähler, indem er sich 
ruhig nach dem Weinreisenden umwandte, „das 
heißt, Sie müssen bedenken, in welcher Lage der 
Unglückliche sich unmittelbar nach der wahrschein- 
lich übereilten That befunden. Man kann ja uur 
rathen, denn das Opfer ist stumm, der Thäter 
kann sich nicht vertheidigen, und Zeugen waren 
nicht anwesend. Aber für denjenigen, der die 
Verhältnisse kennt, leidet es keinen Zweifel, daß 
Zorn über das Wiedererscheinen des pflicht- und 
ehrvergessenen Alten ihm die Waffe in die Hand 
gegeben ; was ihn dann zum Aeußersten trieb, 
was vorher und nachher geschah, = darüber 
lassen sich nur Nuthmaßungen anstellen, die frei- 
lich von den begleitenden Umständen bestätigt 
werden. Um sich von diesem entsetzlichen Menschen 
zu befreien, welcher das Gespenst seiner Ver- 
gangenheit war und der Alp seiner Zukunft 
zu werden drohte, hat er die grauenhafte That 
unternommen; aber als sie vollbracht und er aus 
seinem Taumel erwacht war, mag er wohl mit 
einer furchtbaren Gewißheit gefühlt haben, daß 
er den einen Fle> nicht ausgelöscht und einen 
anderen, verhängnißvolleren hinzugefügt. Das 
wird ihn verwirrt haben. Wer kann auch in einer 
solchen Lage klar denken? Er würde sonst vor- 
gezogen haben, fich dem Richter zu stellen; und 
dieser würde vielleicht, nachdem er Alles gehört
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.