Path:
Zweites Kapitel. Herr Schellbogen auf Reisen

Full text: Herr Schellbogen's Abenteuer / Rodenberg, Julius (Public Domain)

59 =- 
immer an jedem Sonntag mit dem Geläut seiner 
Gloc>ken die Gemeinde zum Dienste des Herrn 
lädt, offen und frei da, seiner es gleichsam be- 
schüßenden Umhüllung beraubt. Jett können die 
Stürme der Zeit ungehindert heranwehen, wenn 
sie wollen. Der Schatten der Papenstraße be- 
deckt diese Stätte nicht länger. Hell und laut ist es 
geworden, wo Dämmerung und Stille waren. Das 
Geklingel der Pferdebahnen hat den Zauber von 
sechs' Jahrhunderten aus seinen letzten Schlupf=- 
winkeln aufgescheucht und dex Marienkirchhof ist 
jezt ein schr schöner Platz, dessen Namen 
uns, auf einem schön lackirten Straßenschilde weiß 
auf blau schon von Weitem entgegenleuchtet. Man 
braucht ihn nicht mehr zu suchen, wenn man 
dahin will. Man braucht auch nicht mehr durch 
eines der drei Gäßc<hen zu gehen, obwohl sie noch 
da - find, aber kaum erkennbar, von ganz 
neuen Gebäuden umstanden und mit untadelhaftem 
Steinpflaster verschen, wo man früher auf ur- 
altem Lehmboden ging, wie zu etwas Geheimniß- 
vollem. Auch das Steinkreuz ist noch da, das 
berühmte Wahrzeichen von Berlin, wie der Stein- 
blo> an der St. Swithinskirche zu London, auf 
welchem Ja> Cade, der Rebell gesessen; ein bau- 
fälliges Ding, dieses Steinkreuz von Berlin, 
mühsam noch zusammengehalten durch Klammern, 
und mit einer eisernen Stange festgenietet an
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.