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Erstes Kapitel. Der Leser macht die Bekanntschaft des Herrn Schellbogen

Full text: Herr Schellbogen's Abenteuer / Rodenberg, Julius (Public Domain)

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Mund in den Laden trat, welchen der Lehrling 
eben im besten Zuge war zu sprengen und aus- 
zufegen. „J< werde nämlich nächste Woche auf 
die Reise gehen, und da wollt' ich doch zuvor mit 
Jhnen überlegen, was ich mitnehmen soll.“ 
Damit kam ex freilich an, den Rechten; denn 
auf die Moden verstand sich dieser junge Mann, 
der Jodocus Frommknecht hieß, aber troß seines 
frommen Namens und Kalenderheiligen doch ein 
ziemlich loser Gesell und ein Schelm war. Aus 
dem katholischen Schlesien gebürtig und von kluger 
Art, wie seine Landsleute meistens, nahm er es 
mit jedem Berliner auf, und übertraf sie noch. 
„Was Sie mitnehmen sollen,“ erwiderte Jo- 
docus Frommknecht auf diese Eröffnung seines 
Prinzipals =- aber er hatte noch nicht mehr ge- 
sagt, als der Lehrling hinter dem Ladentisch schon 
zu kichern anfing. Denn Jodocus Frommknecht 
konnte kein Wort sprechen, ohne daß dieser Schlingel 
lachen mußte. 
„Was Sie mitnehmen sollen,“ fuhr Jodocus 
fort: „vor Allem den schönen, langen kaffeebraunen 
Ro>, der Ihnen so gut steht, Herr Schellbogen- 
und die gestreifte Drellhose mit der Weste vom 
gleichen Stoff. Das ist ein Anzug, in dem Sie 
sich sehen lassen können.“ 
Dieser Anzug, obwohl merkwürdig gut ge- 
halten, war doch von einer antediluvianischen Be-
	        
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