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Letztes Kapitel. Herr Schellbogen gibt das Geschäft auf und empfiehlt sich dem Leser

Full text: Herr Schellbogen's Abenteuer / Rodenberg, Julius (Public Domain)

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Aber zwei Arme hielten ihn fest umschlossen. 
„Du bist jezt unser, und wir sind Dein auf 
ewig!“ sagte unter heftigem Schluchzen die Ge- 
liebte seiner Jugend. „Wir sollten uns nicht 
früher finden als jekt, aber wir wollen uns nicht 
mehr verlieren.“ 
Und zwei warme Lippen begegneten den seinen, 
und ein feuchtes Antlitz blickte zu ihm empor =- 
ein liebliches Gesicht, so wie das der Geliebten einst 
war vor dreißig Jahren, als sie dort unter den 
Blumen saß am Fenster des elterlichen Hauses, 
der Marienkirche gegenüber = und die Gegen- 
wart ward Vergangenheit und die Vergangenheit 
ward Gegenwart, als er eine sanfte Stimme 
flüstern hörte: „Liebe kommt nie zu spät. Selig 
Diejenigen, welche geliebt haben und treu ge- 
blieben sind.“ 
„Aber selig auch Die, welche nach einem langen 
Jrrthum die Wahrheit gefunden haben, denn auch 
ihnen wird verziehen werden.“ 
War es die Tochter? war es die Mutter? 
Herr Schellbogen wußte es nicht, aber er fühlte 
in diesem Augenbli>, daß ex der glücklichste Mensch 
auf Gottes weiter Welt sei. 
Und nun mischte sich auch der junge Cavalier 
in die Unterhaltung. Er. erkannte Herrn Schell- 
bogen, und er gab sich nicht eher zufrieden, als 
bis Herr Scellbogen ihn auf den Arm nahm;
	        
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