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Achtes Kapitel. Herr Schellbogen packt aus

Full text: Herr Schellbogen's Abenteuer / Rodenberg, Julius (Public Domain)

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dem BVerdachte eines Berbrechens, mit seinem 
eigenen Verfahren gegen sich zeugend und nicht 
weit mehr von der Stelle, wo nur Gerechtigkeit 
geübt wird und kein Erbarmen, stand er aufrecht 
da, weder gebeugt noch unterwürfig, auf das 
Unvermeidliche vorbereitet. „Mein Herr“, fuhr 
er fort, indem er sich an Schellbogen wandte, 
„diese Hand drückte das Pistol ab, welches den 
Unglücklichen fällte. Wahr ist, daß er, um durch 
Bedrohung meines- Lebens mich nachgiebig zu 
machen, es zuerst gegen mich erhob, bevor ich es 
ihm entwand ; aber die That ist mein und ich weise 
die Verantwortlichkeit nicht zurück. Jc<h spreche zu 
Ihnen, wie zu einem Manne, der die begleitenden 
Umstände kennt. Aber was vorherging und was 
nachfolgte =- wer könnte das wissen, außer mir? 
Und wer dürfte es richten? Jc<, ich allein weiß, 
was ich geduldet und ertragen. Aber ich wollte, 
daß die Kugel mich getroffen hätte!“ 
„Dein Gewissen ist härter gegen Dich, als es 
Deine Richter sein werden,“ sagte Frau von Czerni- 
fow mit gepreßter Stimme. 
„Meine Richter!“ rief Herr von Czernikow. 
„Wenn ich ihnen Alles sagen könnte, von jenem 
Tage an, wo ich Dir, Du meine Geliebte, zuerst 
begegnet =-- Du, in der Niedrigkeit eines Dir 
aufgezwungenen Berufs noch anbetungswürdig! 
Wenn ich ihnen schildern könnte, durc< welche
	        
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