Path:
Sechstes Kapitel. Herr Schellbogen sucht, was er nicht findet

Full text: Herr Schellbogen's Abenteuer / Rodenberg, Julius (Public Domain)

- 140 
kleinen Sommerhäuser mit den kleinen Gärten 
davor, =- wie sie damals in Schöneberg waren, 
ehe die gewaltigen Miethskasernen sie verdrängt 
=- einstökige Häuser, in denen Berliner wohnten, 
die sich's schon etwas bequem machen konnten, und 
die sich ihres Lebens freuten, indem sie um das 
einzige Beet ihves Gärtchens lustwandelten oder 
an einem weißgede>ten Tischchen Kaffee tranken 
und in ihrem innersten Herzen Gott dankten 
für alles Gute, das er ihnen hatte angedeihen 
lassen, und mitleidigen Blickes auf die Fußgänger 
herab sahen, denen ihr Loos weniger lieblich ge- 
fallen. Dann lenkte der Kutscher in einen Seiten- 
weg ein, und bald war man im Felde hinter 
Schöneberg, welches damals noch von Getreide 
bede>&t war, weit und breit. Das Pferd 3og 
hier den Wagen durc den tiefen Sand, und 
Herr Schellbogen, um die Last zu erleichtern, 
stieg aus. In gemüthlichem Schritt ging er 
neben dem Wagen durch das hohe Korn, dessen 
Spißen, schwer von Aehren, sich schon bogen. 
Die Frucht war reif, der Stengel gelb und 
tro>en, nur noch vereinzelt hie und da blühte 
eine blaue oder eine rothe Blume. Jn wenigen 
Tagen mußte die Ernte beginnen. Aber solch" 
ein Schimmer war über den wogenden Halmen, 
jolch' ein reiches, warmes, goldenes Sonnenlicht! 
Leise, dann und wann ging ein Rauschen durch
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.