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Fünftes Kapitel. Herr Schellbogen faßt einen Entschluß

Full text: Herr Schellbogen's Abenteuer / Rodenberg, Julius (Public Domain)

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zeigten, eben hinreichend, um ihm jede weitere 
Erörterung zu ersparen. 
„Die ganze Geschichte scheint mir ein Schwindel 
zu sein, bei welchem man auf Jhre bekannte 
Gutmüthigkeit speculirt hat,“ sagte Jodocus, als 
Herr Schellbogen die Erzählung seines Aben- 
teuers beendet. „Wenn die Mutter etwas Rechtes 
gewesen, sie würde sich nicht so von ihrem Kinde 
getrennt haben.“ 
„Nein,“ entgegnete nun Herr Schellbogen, 
äußerst lebhaft und entschieden. „Sie machte 
nicht den Eindru> einer Betrügerin. Sie hatte 
das wahre Wesen und Betragen einer vornehmen 
Dame; und noch jetzt, obwohl ich tief betroffen 
bin von den Folgen ihres Schrittes und nicht 
weiß, in welche fatale Verwickelungen er mich 
bringen wird, kann ich sie doch nicht verdammen, 
sondern nur bedauern.“ 
NRöschen Troschel hatte sich erhoben, weil der 
Kleine sich im Schlafe bewegte. „Arme Frau,“ 
sagte sie, die Thränen kaum zurückhaltend, indem 
sie sich über das Kind beugte, mit überquellender 
Zärtlichkeit, als ob sie es durch ihre Küsse fühlen 
lassen wolle, daß ihm, wenn auch die Mutter, 
doch die Liebe nicht fehlen werde. Sie brachte 
sein kleines, weiches Bettchen wieder in Ordnung 
und fand, was sie früher übersehen, an einex 
Stelle desselben die Spuren einer Namensc<hiffre.
	        
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