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Fünftes Kapitel. Herr Schellbogen faßt einen Entschluß

Full text: Herr Schellbogen's Abenteuer / Rodenberg, Julius (Public Domain)

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und zärtlich an ihr Herz drückte, dazu singend: 
„Eia, popeia, was raschelt im Stroh?“ Das 
Lied klang Herrn Schellbogen so lieblich, daß er 
es hätte stundenlang mit anhören mögen. Aber 
das Kind, nachdem es seine Augen noc< einmal, 
wie dankend, gegen seine hübsche Wohlthäterin 
aufgeschlagen, schloß sie gleich wieder und lag 
bald darauf in einem so festen und gesunden 
Schlaf, daß es eine Lust war, seinen Athem zu 
hören. 
Mit leiseren Stimmen, im Flüsterton, ward 
jet die Unterhaltung wieder aufgenommen. 
Herr Schellbogen erzählte der Wahrheit ge- 
mäß und mit aller Ausführlichkeit, bis auf den 
geringsten Umstand, das Abenteuer, welches ihm 
gestern im Kronprinzen begegnet sci; von dem 
Augenbli& an, wo der Oberkellner ihm die An- 
kunft der fremden Dame gemeldet, bis zu dem, 
wo der Wirth ihm mitgetheilt, in welch' räthsel- 
hafter Weise dieselbe wieder verschwunden. Zuerst 
fand er einige Schwierigkeit darin, wie ex seine 
Zuhörer mit dem Umstand bekannt machen solle, 
daß das Ziel seiner Reisen seit zwanz:3g Jahren 
die Königstadt und in der Königstadt der „Kron- 
prinz“ gewesen. Aber Jodocus Frommknecht und 
Röschen Troschel waren zwei kluge junge Leute, 
welche das Geständniß ihm leicht machten und 
nur einen mäßigen Grad von Verwunderung
	        
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