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Viertes Kapitel. Herrn Schellbogen's Rückkehr und Empfang

Full text: Herr Schellbogen's Abenteuer / Rodenberg, Julius (Public Domain)

m. il2 
„Und der Lehrjunge ?“ 
„Glauben Sie, daß ein anständiger Mensch 
unter diesem Dache noc< bleiben werde? O, 
mein ehrlicher guter Name! Wer mir das 
gesagt hätte!“ Und sie brach in einen Strom von 
Thränen aus. 
Diese Thränen waren Balsam für das Herz 
des armen Mannes. „Man wird mich verleum- 
det und Sie getäuscht haben, gutes Fräulein!“ rief 
er hinauf. „Es muß ein Mißverständniß 
feintun4e 
„Ein Mißverständniß!“ unterbrach sie ihn mit 
einem unbeschreiblichen Ausdru> von Hohn und 
Verachtung. „Gut, kommen Sie denn herein und 
sagen Sie mir, ob man das mißverstehen kann . . .“ 
Sie warf das Fenster zu und ließ, während 
sie nothdürftig Toilette machte, Herrn Schellbogen 
in tiefem Nachdenken über das, was er eben ge- 
hört hatte. 
Endlich vernahm er von innen einen 
schlürfenden Tritt die Treppe herab und auf 
dem Hausflur; dann klirrte der Riegel, die Thüre 
that sich auf, und Fräulein Amanda stand vor 
ihm, wie er sie nie gesehen: sie sah aus, wie 
ein Gespenst, und noch dazu wie ein recht alt- 
modiges. 
„Verräth Sie Jhr böses Gewissen nun doch?“ 
rief sie mit einex Anwandlung von Schadenfreude,
	        
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