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Drittes Kapitel. Herr Schellbogen bekommt Einquartirung

Full text: Herr Schellbogen's Abenteuer / Rodenberg, Julius (Public Domain)

zu mustern, was dem Anscheine nach nicht dazu 
diente, sie zu beruhigen. 
„Um des Himmels Willen,“ =- rief sie aus, 
„was führt Sie hierher? Was3 wünschen Sie? 
Was wollen Sie?“ Das Roth auf ihren 
Wangen war wieder der tiessten Blässe gewichen; 
sie hatte etwas Marmornes in ihrem Aeußern, 
in diesem schönen Vorhaupt mit dem großen, 
ebenmäßig geschnittenen Profil, in diesem pracht- 
voll gerundeten Arme, von welchem die Hülle 
bis an den Ellbogen leicht herabfiel, in dieser 
herrlich geformten Hand, mit welcher sie das 
Köpfchen ihres Kindes bedeckte =- Etwas von 
einer Statue; der Schre> schien sie versteinert 
zu haben. 
Herr Schellbogen fand noch immer kein Wort, 
das beängstigende Schweigen zu brechen; sein 
Auge hing an dem unvergleichlichen Anblick, der 
sich ihm bot. Sein ganzes Angesicht strahlte vor 
Entzücken. Jndessen hatte die Dame sich doch 
gesammelt; man sah, wie die starke Seele, von 
welcher dieser schöne Körper bewohnt ward, wieder 
die Herrschaft über die Furcht und Kraft gewann, 
selbst dem Unabänderlichen entgegenzutreten, wenn 
es sein müßte. 
Der Klang ihrer Stimme schwankte nicht 
mehr. „Glauben Sie Jemanden in mir ge- 
funden zu haben, den Sie juchten?“ sagte sie
	        
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